Kapitalerhöhung bei der Lufthansa

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 23.09.2021


Die Lufthansa hat eine Kapitalerhöhung beschlossen, um noch vor der Bundestagswahl am kommenden Sonntag die Rückzahlung der staatlichen Hilfen an die Bundesregierung einzuleiten. Zu Beginn der Pandemie halfen die Zahlungen in Milliardenhöhe, dass die Airline nicht Insolvenz anmelden musste. Nun sollen die Aktionäre dabei helfen, die Schulden zurückzuzahlen und so auch den Einfluss des Staates zu reduzieren. Aktien der Frankfurter Börse können, nach unseren XTB Depot Erfahrungen,  auch bei XTB gehandelt werden.

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Bezugsfrist bis 5. Oktober

Der Bruttoemissionserlös der Kapitalerhöhung soll bei 2,14 Milliarden Euro liegen. Dafür können Anlegerinnen und Anleger vom 22. September bis zum 5. Oktober Aktien für 3,58 Euro neu ausgegebenen Aktie kaufen. Das Bezugsverhältnis liegt bei 1:1. Auf diesem Weg will die Lufthansa bis Jahresende die 2,5 Milliarden Euro, die sie aus zwei Stillen Einlagen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) genutzt hat, zurückzahlen. Eine erste Rate von 1,5 Milliarden Euro soll schon im Oktober gezahlt werden, der Rest dann zum Jahresende.

Bis Mitte August hielt der WSF 20 Prozent an der Lufthansa, trennte sich dann aber vor etwa vier Prozent der Anteile, da sich die Airline gut entwickelt. Lufthansa-Chef Carsten Spohr möchte die Details der Rückzahlung noch mit der aktuellen Bundesregierung und den derzeitigen Ansprechpartnern klären.

Erst wenn alle Staatshilfen zurückgezahlt sind, kann die Lufthansa auch wieder über Fusionen und Übernahmen nachdenken. Solange Unternehmen staatliche Hilfen bekommen, sind Fusionen oder Übernahmen verboten. Viele Airlines bekamen während der Pandemie Unterstützung durch Staaten. Allerdings betonte Spohr kürzlich nochmals, dass schon vor der Pandemie klar war, dass es weitere Konsolidierungen auf dem europäischen Markt geben wird.

Kapitalerhöhung bei der Lufthansa

Bilderquelle: Eduard Goricev/ shutterstock.com

Konsolidierung des Marktes vorerst gestoppt

Die Krise hat diese Entwicklung aber zunächst gestoppt. Spohr ist jedoch der Auffassung, dass es in Europa zu viele Airlines gibt. Wenn alle staatlichen Gelder zurückgezahlt worden sind, kann die Konsolidierung des Marktes, die mit Fusionen einhergeht, weitergehen. Neben Deutschland hatten auch Österreich, Belgien und die Schweiz die Lufthansa finanziell unterstützt. Insgesamt kamen so neun Milliarden Euro zusammen und der deutsche Staat wurde über den WSF Anteilseigner der Lufthansa. Einen Kredit in Höhe von einer Milliarde Euro der KfW konnte schon zurückgezahlt werden.

Im Mai stimmten die Aktionäre der Lufthansa der Kapitalerhöhung zu und stellten quasi einen Freifahrtschein für bis zu 5,5 Milliarden Euro aus. Der Vorstand der Airline sagte aber mehrfach, dass man diese Summe nicht ausreizen wolle. Der WSF hält derzeit noch 15,94 Prozent an der Lufthansa, könnte sich aber auch an der Kapitalerhöhung beteiligen.

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Teilnahme des WSF an Kapitalerhöhung?

In diesem Fall würde der Stabilisierungsfonds erst frühestens ein halbes Jahr später seine Anteile nach und nach verkaufen. Innerhalb von zwei Jahren nach der Kapitalerhöhung müssten dann alle Anteile verkauft sein, wenn die Lufthansa die Stille Einlage wie erwartet tilgt. Wie das weitere Vorgehen des WSF aussehen wird, wird wohl erst nach eine der Bezugsfrist offiziell.

Würde der WSF seine Bezugsrechte komplett wahrnehmen, müsste er für neue Aktien 340 Millionen Euro zahlen. Die Rechte können aber auch ganz oder teilweise verkauft werden. Die neuen Aktien werden aber deutlich unter dem aktuellen Aktienkurs angeboten. Daher könnte dies einen Buchgewinn für den Bund bei einem späteren Verkauf bedeuten. Ursprünglich erwarb der WSF seine Beteiligung zu einem Kurs von 2,50 Euro, konnten einen Teil davon aber schon mit Gewinn verkaufen.

Bei der Kapitalerhöhung bekommt die Lufthansa Hilfe von 14 Banken. Mehrere Investmentfonds des Vermögensverwalters Blackrock haben einen Vertrag im Wert von 300 Millionen Euro abgeschlossen und sich verpflichtet, ihre Bezugsrechte vollumfänglich auszuüben. Das Geld aus der Kapitalerhöhung fließt in die Rückzahlung der Staatshilfen, aber auch in die Stärkung des Eigenkapitals.

Kapitalerhöhung der Lufthansa

Bilderquelle: Alex from the Rock/ shutterstock.com

Aktie unter Druck

Wie die Lufthansa-Aktie auf die Kapitalerhöhung reagiert, bleibt abzuwarten. Im Vorfeld geriet sie aber zunächst unter Druck und fiel auf den schwächsten Wert seit letztem November. Ob der Zeitpunkt der Kapitalerhöhung allerdings klug gewählt ist, ist fraglich. Unter Umständen könnte es sinnvoller sein, zu warten, bis sich das Fluggeschäft inklusive Geschäftsreisen und auf der Langstrecke noch mehr erholt hat.

Die Vorbereitungen auf die Kapitalerhöhung laufen schon seit Monaten. Zudem sagte Spohr kürzlich, die Airline sehe, dass sich das Geschäft mit Geschäftsreisen zurückkommt. Zudem sein der Sommer gut gelaufen und im dritten Quartal erwartet man einen operativen Gewinn. Dazu kommt, dass die aktuellen Sanierungen jährliche Kosteneinsparungen von 3,5 Milliarden Euro bedeuten.

Allerdings fiel der Aktienkurs schon in den letzten Wochen und auf Langstrecken, insbesondere in die USA, gibt es aufgrund von Reisebeschränkungen kaum eine Erholung. Aber aktuell dürfen Europäer wieder in die USA reisen. Die Nachfrage liegt weiter unter dem Vorkrisenniveau und 2021 erreicht die Kapazität der Lufthansa wohl nur 50 Prozent der Kapazität im Jahr 2019. Viele Probleme sind also noch lange nicht überwunden.

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Unsicherheit über weitere politische Entwicklung

Unsicherheit gibt es auch in Bezug auf politische Fragen. Es ist unklar, wer am kommenden Sonntag als Sieger aus der Bundestagswahl hervorgeht und welche Koalitionsmöglichkeiten entstehen. Auch, wie es bei der Umwelt- und Luftverkehrspolitik weiter geht, steht noch nicht fest. Viele Beobachter erwarten langwierige Koalitionsverhandlungen, was zu weitere Unsicherheit führt.

Die Lufthansa sieht sich allerdings durch den staatlichen Einfluss unternehmerisch zu stark eingeschränkt. Dazu kommt, dass die Lufthansa Anfang der 1990er Jahr schon einmal in einer Krise war und damals noch teilstaatlich war. Nun könnte die Lufthansa durch die frühzeitige Rückzahlung zumindest hohe Zinsen vermeiden, die ab dem nächsten Jahr fällig würden.

Kapitalerhöhung bei der Lufthansa

Bilderquelle: goodluz/ shutterstock.com

Staatliche Hilfen rasch zurückzahlen

Spohr hat mehrfach betont, die Lufthansa wolle die staatliche Hilfe nur so lange wie nötig in Anspruch nehmen. Die Airline will sich auf die Transformation der Lufthansa Group fokussieren und vermeldete zuletzt eine steigende Nachfrage. Die Auslastung lag im August bei 70 Prozent und die Hälfte des Vorkrisenniveaus bei der Kapazität wurde wieder erreicht. Auch die aktuellen Buchungen zeigen eine andauernde Nachfrageerholung. Die Passagierzahlen könnten daher in den nächsten Monaten weiter steigen, auch bei Geschäftsreisen. Zudem läuft das Geschäft mit der Luftfracht weiter gut.

Die Luftfrachttochter könnte in diesem Jahr eine Milliarde Euro zum Gewinn beitragen und profitierte dabei wohl von den gestörten Lieferketten in vielen Branchen. Sobald Schiffe oder Bahnen nicht eingesetzt werden können oder nicht ausreichen, wird aufs Flugzeug ausgewichen. Die Autoindustrie gehört dabei ebenso zu den Kunden der Lufthansa wie die Pharmaindustrie oder der Onlinehandel. Bei der internationalen Luftfracht seit die Lufthansa laut Spohr quasi ausverkauft und will bald auch auf der Kurzstrecke in den Transport einsteigen.

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Eurowings erholt sich ebenfalls

In Österreich, der Schweiz, Deutschland und Belgien, wo auch viele Geschäftsreisen stattfinden, stieg die Nachfrage zuletzt um 15 Prozent. Eurowings will ab 2022 wieder 100 Flugzeuge einsetzen, da auch bei der Billigflugtochter der Lufthansa die Nachfrage anzieht. Aktuell fliegen immerhin wieder 81 Maschinen. Eurowings könnte als eine der ersten Airlines in Europa wieder 90 bis 100 Prozent einer Kapazität erreichen. So kann die Airline auch Marktanteile hinzugewinnen, weil sich Konkurrenten nicht so schnell erholen.

Eurowings ist vor allem bei Urlaubsreisen aktiv, aber auch bei Flügen nach Russland, in die Türkei oder auf den Balkan. Dieses Angebot wird insbesondere von Menschen genutzt, die ihre Familien dort besuchen wollen. Außerdem konnte Eurowings zuletzt viele Kosten senken und sieht sich so wettbewerbsfähig wie noch nie. Auch bei Eurowings scheinen wieder mehr Geschäftsreisen gebucht zu werden.

Eine weitere Meldung, die kürzlich in den Medien zu lesen war, ist dass die Lufthansa Teile von Lufthansa Technik verkaufen könnte. Laut „Bloomberg“ arbeite die Investmentbank JP Morgan Chase an Berechnungen für den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an einen Investor und eines Börsengangs. Die Lufthansa würde dabei aber die Mehrheit an Lufthansa Technik behalten.

Lufthansa startet Kapitalerhöhung

Bilderquelle: Peshkova/ shutterstock.com

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Fazit: Lufthansa startet Kapitalerhöhung

Die Lufthansa setzt ihre angekündigte Kapitalerhöhung um, um so noch vor der Bundestagswahl erste Schritte zur Rückzahlung der staatlichen Hilfen einzuleiten. Ein Teil der Stillen Einlage soll schon im Oktober zurückgezahlt werden, der zweite Teil bis Jahresende. Die Lufthansa will die Rückzahlung noch mithilfe der aktuellen Regierung abwickeln.

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