Kann die Lufthansa die Staatshilfen noch vor der Bundestagswahl zurückzahlen?

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 23.09.2021


Vor einigen Tagen sagte Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr, dass der Tiefpunkt der Krise für die Airline überwunden sei. Er hofft, dass die Staatshilfen in wenigen Monaten zurückgezahlt werden können, vielleicht sogar noch vor der Bundestagswahl. Spohr trat kürzlich gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Nationalen Luftfahrtkonferenz auf. Aktien von Airlines sind, laut unseren XTB Depot Erfahrungen, auch bei XTB zu finden.

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Als eines der ersten Unternehmen mit Staatshilfen gerettet

Laut Spohr war die Lufthansa eines der ersten Unternehmen, dass in der Krise von der Bundesregierung gerettet wurde. Daher will die Airline auch eines der ersten Unternehmen sein, dass die Staatshilfen zurückzahlt. Die Bundestagswahl findet am 26. September 2021 statt. Die Lufthansa erhielt von den Regierungen in Deutschland, Österreich, Belgien und Spanien zu Beginn der Pandemie insgesamt neun Milliarden Euro staatliche Hilfen.

Vor wenigen Tagen leitete die Lufthansa zudem Vorbereitungen für eine Kapitalerhöhung ein. Auf diesem Weg könnten die Staatshilfen zurückgezahlt werden. Spohr will nun vom Krisenmodus in den „Transformationsmodus“ wechseln, wie er die nun beginnende Phase für das Unternehmen nennt. Die Kapitalerhöhung ist damit für die Airline ein bedeutender Schritt, um aus den staatlichen Hilfen auszusteigen.

Die Situation habe sich seit April deutlich verbessert. Aufgrund sinkender Neuinfektionszahlen und Fortschritten bei Impfungen steigen die Buchungen seit einige Wochen wieder. Laut Spohr ist noch nicht alles wieder auf einem normalen Niveau, doch es sei an der Zeit, zuversichtlich nach vorne zu blicken.

Lufthansa vor Rückzahlung

Frisches Geld am Kapitalmarkt

Die Lufthansa will wohl möglichst schnell zusätzliches Geld am Kapitalmarkt bekommen, um den staatlichen Einfluss loszuwerden und die Neuausrichtung zu realisieren. Bei einer Kapitalerhöhung gibt ein Unternehmen zusätzliche Aktien aus und die Anteile der Altaktionäre werden verwässert. In einer ersten Pflichtmitteilung gab das börsennotierte Unternehmen bekannt, dass vier Banken mit der Durchführung der Ausgabe betraut worden sind. Allerdings wurde noch keine Entscheidung über den Umfang und der Zeitpunkt der Kapitalerhöhung getroffen.

Bei der Hauptversammlung im Mai erhielt das Unternehmen die Zustimmung der Aktionäre für dieses Vorgehen und die Airline kann bis zu 5,5 Milliarden Euro frisches Kapital am Kapitalmarkt aufnehmen. Aus Medienberichten geht hervor, dass die Airline zunächst aber nur drei Milliarden Euro einnehmen will, um damit den Umbau des Unternehmens voranbringen.

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Noch eine Milliarde Euro Schulden beim Bund

Die Lufthansa in Deutschland erhielt im letzten Jahr 6,8 Milliarden Euro aus dem Rettungspaket des Bundes. Die Airline nutzte von den Mitteln letztendlich aber nur etwa zwei Milliarden Euro. Die Hälfte der Summe wurde über Geld aus neuen Anleihen bereits zurückgezahlt. Damit hat die Lufthansa noch etwa eine Milliarde Euro Schulden gegenüber dem Staat.

Über eine Kapitalerhöhung von drei Milliarden Euro könnten die Schulden damit rasch zurückgezahlt werden. Der Bund könnte dann das Aktienpaket, für das etwa 300 Millionen Euro gezahlt wurden, ebenfalls bald verkaufen. Damit würde sich der Staaten bei der Lufthansa zurückziehen, was der Airline wieder mehr Freiheiten gibt.

Die Lufthansa musste dem Staat im Gegenzug für die Hilfsgelder entgegenkommen und Auflagen erfüllen. Beispielsweise durften keine Dividenden an Aktionäre oder Zinsen an Anleihebesitzer ausgezahlt werden. Bonuszahlungen an Führungskräfte waren ebenfalls nicht erlaubt. Bisher ging die Lufthansa davon aus, dass die staatlichen Hilfen erst 2023 zurückgezahlt werden.

Lufthansa Staatshilfen Rückzahlung

Einsparungen leichter umsetzbar

Dazu kommt, dass Kosteneinsparungen ohne Einfluss des Bundes leichter realisiert werden können. Die Lufthansa kündigte schon vor einiger Zeit an, dass die Zahl der Beschäftigten in Deutschland um nochmals 10.000 gesenkt werden soll. Das Unternehmen hätte dann in Deutschland nur noch 100.000 Beschäftigte.

Um dieses Ziel zu erreichen, will die Lufthansa Tarifstandards senken und Arbeitnehmer zum freiwilligen Ausscheiden aus dem Unternehmen bewegen. Auch betriebsbedingte Kündigungen wurden nicht ausgeschlossen. Die Gewerkschaften sind bereits auf die Lufthansa zugegangen, warfen der Airline aber auch Tarifflucht vor.

Der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes will die Kapitalerhöhung der Lufthansa wohl unterstützen, aber ohne weitere Steuergelder dafür ausgeben. Der WSF ist mit 20 Prozent an der Lufthansa beteiligt. Der Stabilisierungsfonds muss den Plänen allerdings noch zustimmen, will sich aber wohl über die sogenannte „Operation Blanche“ an der Kapitalerhöhung beteiligen. Dies bedeutet, dass Aktionäre einen Teil ihrer Bezugsrechte für neue Aktien verkaufen, um so über die Einnahmen die übrigen Bezugsrechte auszuüben. Daher werden dafür keine Steuergelder benötigt.

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Zuversicht in der Branche

Die Lufthansa gab zudem kürzlich ein neues Gewinnziel für 2024 aus und geht davon aus, dass bis dahin das Vorkrisenniveau in der Luftfahrt wieder erreicht wird. Bis dahin soll die bereinigte operative Marge mindestens bei acht Prozent und die Kapitalrendite bei mindestens zehn Prozent liegen.

Auch wenn sich die Situation verbessert, ist die Corona-Pandemie nicht das einzige Problem und Risiko der Luftfahrtbranche. Insbesondere beim Thema Klimaschutz werden viele Hürden auf Airlines zukommen. Die Stimmung in der Branche ist derzeit jedoch deutlich optimistischer als noch vor einigen Monaten. Viele Menschen wollen in diesem Jahr wieder in den Sommerurlaub fliegen und die Buchungen steigen wieder deutlich.

Noch gehen Experten aber davon aus, dass die Luftfahrtbranche auf das Jahr gerechnet wohl nur 40 oder 50 Prozent des Vorkrisenniveaus erreichen wird. Lufthansa-Chef Spohr ging schon im letzten Jahr davon aus, dass die Luftfahrtbranche als eine der ersten von der Krise betroffen war und eine der letzten Branchen sein wird, die die Krise hinter sich lassen.

Gemeinsame Erklärung auf Konferenz unterzeichnet

Auf der Nationale Luftfahrtkonferenz wurde daher eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, in der es heißt, dass weiter Entscheidungen und Maßnahmen notwendig sind, um den Luftverkehr wieder zu beleben. Dies geht mit der Forderung, dass die Reisebeschränkungen schrittweise aufgehoben werden sollten, einher. Zudem sollen Reisen durch Maßnahmen wie den digitalen Impfpass erleichtert werden. Dies würde die Abläufe an den Flughäfen beschleunigen.

Zudem sprachen die Teilnehmer der Konferenz wohl auch über eine nachhaltige, klimafreundliche Strategie für die Luftfahrt. Im Rahmen des Neustarts werden Klimaschutz, Ökoeffizienz und nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit betont. Die Branche will damit wohl signalisieren, dass sie die Bedeutung dieser Zukunftsthemen anerkennt.

In der Erklärung heißt es, dass beim Klimaschutz im Luftverkehr die schnelle und kontinuierliche Erneuerung der Flugzeugflotten wichtig ist. Neue Verkehrsflugzeuge sollen demnach über 25 Prozent weniger CO2 ausstoßen. Allerdings seien durch die Pandemie auch die Bemühungen zur Erneuerung der Flugzeugflotten unterbrochen worden.

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Förderprogramm auf den Weg gebracht

Der Bund hat daher ein Förderprogramm auf den Weg gebracht, um einen wirtschaftlichen Anreiz für die Erneuerung von Flugzeugflotten zu schaffen. Dies soll noch vor der Bundestagswahl genehmigt werden. Allerdings gab es schon vor der Luftfahrtkonferenz Kritik von Gewerkschaften. Diese kritisieren unter anderem, dass seit dem Start der Pandemie 16 Prozent der Beschäftigten die Branche verlassen hätten. Schon vor der Pandemie sei die Personalbesetzung sehr dünn gewesen und angesichts der hohen Belastung der Beschäftigten sie zu befürchten, dass ein geregelter Neustart auch bei 50 Prozent des Vorkrisenniveaus nicht zu leisten sei.

Daher fordern die Gewerkschaften, dass es nicht ausreiche, Airlines zur retten. Auch Arbeitsplätze müssen gesichert werden. Das Kurzarbeitergeld ist beispielsweise aus Sicht der Gewerkschaften ein wichtiges Mittel in der Krise gewesen. Nun müssen aber Arbeitsplätze nachhaltig gesichert werden. Hier müsse der Bund Verantwortung übernehmen.

Lufthansa vor Rückzahlung

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Fazit: Bessere Stimmung in der Luftfahrtbranche

Die Stimmung in der Luftfahrtbranche hellt sich auf. Aktuell dürfen auch wieder Europäer in die USA reisen. Die Lufthansa plant derzeit eine Kapitalerhöhung, über die die staatlichen Hilfsgelder zurückgezahlt werden sollen. Aktuell liefert die Lufthansa wieder starke Zahlen, sodass es denkbar ist, dass die Airline die Gelder schon vor der Bundestagswahl zurückzahlen kann. Dennoch kommen im Rahmen des Neustarts viele Aufgaben auf Airlines zu.

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