Hochtief: Grund zum Optimismus beim MDAX-Konzern?

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 13.10.2020


Der einstige Vorzeigekonzern Hochtief schreibt seit 2019 tiefrote Minuszahlen, und das trotz eigentlich gut aufgestellter internationaler Aktivitäten. Auch die Corona-Pandemie wirkt sich bei dem Essener Unternehmen auf die Auftragslage aus. Das Traditionsunternehmen ist schon seit 1873 Teil der deutschen Industrielandschaft, überstand zwei Weltkriege und strukturierte sich ab 2004 mit Erfolg um.

Die Aktien des Konzerns, die im Besitz der Custodia waren, gingen auf die spanische ACS über, im Herbst 2010 erfolgte die mehrheitliche Übernahme von Hochtief durch ACS. Ein weiterer Großaktionär ist die Qatar Holding.

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Einbrüche im australischen Auslandsgeschäft

Unter der Führung der ACS kehrte Hochtief zum Baugeschäft zurück und trennte sich von Nebenschauplätzen wie dem Facilities Managament und den Offshore-Tätigkeiten. Statt dessen verschob sich der Schwerpunkt in den Pazifikraum, wo Hochtief den Anteil an der australischen Konstruktionsfirma Leighton Holdings Limited auf 69,62 % erhöhte. Das Tochterunternehmen wurde im Zuge der Beteiligungserhöhung in Cimic Group umbenannt.

Die Cimic bewährte sich zunächst als Zugpferd der Konzerngruppe und erwirtschaftete den Großteil der Unternehmensgewinne. Ab 2019 mussten die Australier allerdings Milliarden abschreiben, nachdem der Beschluss gefasst wurde, die Aktivitäten im Nahen Osten aufgrund der dortigen, herausfordernden Bedingungen einzustellen.

Hochtief will nun gegensteuern und direkt bei der Bilanz der Cimic Group ansetzen. Die Cimic hält Anteile an dem Bergbauunternehmen Thiess mit Hauptsitz in Brisbane. Der Bergwerksbetreiber und Ausrüster soll nun verkauft werden, und zwar an einen Hedgefonds. Gespräche zu den Bedingungen laufen bereits.

Hochtief News

Verluste durch Anteile beim Autobahnbetreiber Abertis

Für Hochtief und die Aktien des Konzerns steht viel auf dem Spiel, denn die Außenumsätze machen mehr als 95 % des Geschäfts von zuletzt 25 Mrd. Euro jährlich aus. Nun kommen die Auswirkungen der Corona-Pandemie erschwerend hinzu. Durch die Drosselung der Aktivitäten weltweit konnten zahlreiche Projekte des Konzerns nicht innerhalb der geplanten Fristen ausgeführt werden. Besonders stark betroffen ist durch die schwere Krise in Spanien der dortige Autobahn-Betreiber Abertis. Hochtief hält ein Fünftel des Unternehmens und muss dessen Einbußen durch wiederholten Stillstand infolge von Lockdown-Maßnahmen entsprechend mit verkraften. Nicht viel besser sieht es für Abertis in Frankreich aus, wo der Betreiber ebenfalls aktiv ist. Dementsprechend fiel im zweiten Quartal 2020 nicht nur der Kurs der Hochtief Aktie, sondern auch die Umsätze des Konzerns.

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Staatliche Infrastrukturprojekte als Rettungsanker?

Anfang August teilte Hochtief mit, dass sowohl Umsatzerlöse als auch operativer Gewinn während des zweiten Quartals 2020 gesunken seien, erstere um 7,7 %, letzterer um ganze 37 %. Seitdem will die Geschäftsführung der Hochtief keine Prognosen zu den Jahreszielen und den Erwartungen an das kommende Jahr mehr abgeben. Dennoch zeigt man sich verhalten optimistisch. Denn man geht bei Hochtief davon aus, dass Regierungen in Folge der Corona-Krise verstärkt infrastrukturelle Projekte in den Blick nehmen werden. Anleger und Analysten warten deshalb auf die Bekanntgabe der Geschäftszahlen des dritten Quartals 2020, die in wenigen Tagen ansteht. Möglicherweise kann man nun auf Aussagen des Konzerns zu den Jahreszielen hoffen.

Hochtief Einbrüche

Die Hochtief Aktie: Kursverlauf und Analyse

Der Kursverlauf der Hochtief Aktie spiegelt die Entwicklung wider. Der Anteilsschein hat in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt 29,5 % an Wert verloren und notiert am 12. Oktober 2020 bei 74,60 Euro. Deutlich geringer fielen die Verluste 2019 aus, als die Aktie nur wenig mehr als 3 % ihres Wertes verlor. Über die vergangenen zehn Jahre konnten Anleger mit der Investition in Hochtief dennoch langfristig Renditen von 18,8 % erzielen.

Wie es weitergeht mit dem Wert, hängt unter anderem vom weiteren Verlauf der Pandemie und der internationalen Auftragslage ab. Am 19. März 2020 lag das 52-Wochen-Tief der Aktie bei 41,58 Euro. Dennoch gelang es dem Konzern, sich bis Anfang des Sommers wieder zu erholen und rund drei Viertel der Verluste wieder auszugleichen, im Juni stand die Aktie zeitweise bei 90 Euro. Zwischenzeitlich musste die Hochtief Aktie allerdings von neuem Kursrückgänge hinnehmen und liegt damit weit unter einstigen Höchstständen um 170 Euro, für die der Wert in 2017 gehandelt wurde.

Seit Anfang Oktober profitiert Hochtief allerdings vom Aufwärtsrend bei ACS. Die Aktien des spanischen Autobahnbetreibers und Baukonzerns sind stark gestiegen, bedingt durch die Übernahmeinteressen des französischen Konzerns Vinci, der den Spaniern den Geschäftsbereich Industrial Services abkaufen will. Kommt das Geschäft zustande, könnte ACS die Gewinne in Milliardenhöhe in die Hochtief investieren.

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Das meinen die Analysten

Die Impulse, die von ACS ausgehen, stimmen die Analysten auch für Hochtief optimistisch. Der Finanzexperte der Société Générale setzt das Kursziel der Hochtief Aktie nun herauf auf 110,20 Euro und spricht eine klare Kaufempfehlung aus.

Ebenfalls positiv betrachtet die NordLB die Entwicklung. Hier geht man davon aus, dass die Bauindustrie insgesamt besser gerüstet ist, die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu überstehen, Hochtief habe im ersten Halbjahr schon wieder schwarze Zahlen vorweisen können. Das Kursziel liegt allerdings hier nur bei 80 Euro, wer die Aktie im Portfolio hat, kann sie auch weiterhin halten.

Unabhängige Analyse-Unternehmen unterstreichen die außergewöhnliche Belastung durch die Corona-Lockdowns vor allem auf die Abertis, die die Resultate von Hochtief unproportional heruntergezogen hätten. Insgesamt liegen die Ergebnisse nach Meinung von Fachleuten allerdings auch hier über den Erwartungen des Marktes. Abzuwarten ist, ob die Geschäftsführung sich in Kürze zu den ursprünglichen Zielen für das laufende Jahr äußern wird – denn bislang wurden diese weder dementiert noch bekräftigt.

Für eindeutig positive Impulse sorgt auch der geplante Verkauf von Thiess. Sollte der Minenbetreiber und -ausrüster in absehbarer Zeit den Besitzer wechseln, bedeutet dies weitere Liquidität für Hochtief und ACS. Im Mittel spricht die Mehrheit der Analysten Kaufempfehlungen für die Hochtief Aktie aus und sieht das Kursziel im Durchschnitt bei 100 Euro.

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Jetzt bei Hochtief einsteigen?

Sollten sich die Kursziele der Aktie bewahrheiten, haben Anleger noch Luft nach oben mit der Hochtief Aktie. Die Direktinvestition in den MDAX-Wert ist möglich über ein Wertpapierdepotkonto, das bei einer Bank oder Direktbank, aber auch bei einem Aktienbroker geführt werden kann. Über das Aktiendepot können Anleger, meist über ihr Kundeninterface im elektronischen Banking, eigenständig Hochtief Aktien oder andere Werte kaufen und verkaufen. Allerdings wird nicht jeder private Anleger zur Zeit den Wunsch oder die Mittel mitbringen, direkt in die Anteilsscheine zu investieren. Zu ungewiss ist der Verlauf der Corona-Pandemie über die kommenden Wintermonate, und damit auch die Entwicklungen an den Märkten. Aktionäre sind mit ihrer Investition unmittelbar an die Kursentwicklung des Unternehmens gebunden und profitieren nur dann, wenn Hochtief wieder schwarze Zahlen schreibt. Umgekehrt haften sie einstweilen auch für die Verluste.

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Mit CFDs von der Entwicklung bei Hochtief profitieren

Alternativ kann man jedoch auch ohne den Kauf der Aktie von der Kursentwicklung profitieren. Möglich machen es Derivate, vor allem Differenzkontrakte. Mit CFDs können auch private Trader auf den Kursverlauf einer Aktie spekulieren und haben dabei die Möglichkeit, nicht nur steigende, sondern auch fallende Kurse auszunutzen, um Renditen zu generieren. Dabei wird der Basiswert, etwa eine Aktie, nicht gekauft – Trader haben mit den abgeleiteten Finanzprodukten lediglich Anteil an der Kursentwicklung.

Ein weiterer Vorteil von CFDs ist die Tatsache, dass sie „gehebelt“ werden. Bei der Eröffnung einer Position wird lediglich ein Teil des Handelsvolumens hinterlegt, die sogenannte Margin. Ein Vielfaches davon, der Hebel, ist eine Kreditlinie des CFD-Brokers. Dadurch lassen sich die Renditen beträchtlich steigern, bei Aktien-CFDs um das Fünffache, im Forexhandel sogar um den Faktor 1:30.

Hochtief MDAx News

Mit dem geeigneten Broker in den CFD-Handel einsteigen

Zugang zum Trading gibt ein Forex- und CFD-Broker. Er ermöglicht seinen Kunden über ein Handelskonto den Zugriff auf die handelbaren Werte, stellt eine Software für das Trading zur Verfügung und unterstützt mit Echtzeitkursen, Marktnachrichten und bisweilen weiteren Informationsangeboten. Aufgrund der zunehmenden Popularität der recht einfach konstruierten Differenzkontrakte bieten immer mehr Broker ihre Dienste online an und wetteifern um Neukunden. Das erschwert es vor allem Einsteigern, den für ihre Zwecke am besten geeigneten Anbieter zu ermitteln.

Ein seriöser Broker trägt wesentlich zum Erfolg seiner Trader bei und muss einigen anspruchsvollen Kriterien entsprechen. Dazu gehört zunächst eine Lizenzierung und Regulierung durch eine Finanzaufsichtsbehörde, die als vertrauenswürdig gelten kann, wie die deutsche BaFin, die britische FCA oder die zypriotische CySEC. Außerdem sollte es sogar Anfängern ein leichtes sein, die Geschäftsbedingungen und Kostenstruktur des Brokers zu verstehen. Wünschenswert ist große Transparenz und der Verzicht auf versteckte Kosten, die später die Renditen schmälern könnten.

Eine Handelssoftware, die in Schnelligkeit und Zuverlässigkeit keine Wünsche offen lässt, gehört ebenfalls zu den wichtigen Qualitätskriterien, ebenso wie Kontomodelle, die für Einsteiger, aber auch für fortgeschrittene Trader Vorteile bergen. Besonders wichtig ist die Möglichkeit, zunächst ein kostenloses Demokonto zu nutzen. Mit der Demo haben Interessenten Gelegenheit, unverbindlich die Leistungen des Brokers kennenzulernen und sich eine Meinung zu bilden. Außerdem sind so erste Schritte im CFD-Trading möglich, die keinerlei Risiken mit sich bringen. Die nützlichen Übungskonten bieten zwar eine realistische Handelsumgebung, sind aber mit virtuellem Kapital bestückt. Kann der Broker außerdem ein gut strukturiertes Schulungsangebot vorweisen, das eine Einarbeitung in den Handel erlaubt, dann kann man ihn guten Gewissens empfehlen.

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Mit dem Brokervergleich schneller zum Ziel

Die Leistungen und Kosten verschiedener Broker eigenständig zu vergleichen, nimmt viel Zeit in Anspruch. Ein Brokervergleich nimmt Tradern diese Arbeit ab und beschleunigt die Entscheidung für den bestmöglichen Anbieter eines Aktiendepots oder CFD-Handelskontos. Anhand von festgelegten, immer gleichen Bewertungskriterien lassen sich die besten Broker in eine Rangliste einordnen, die auch für Leser nachvollziehbar ist. Bewertet werden Regulierung und Kosten, Handelsangebot und Software, aber auch die Leistungen des Kundensupports, weitere Angebote wie Bildungsressourcen und CFD Demokonto, und die bereits erhaltenen Auszeichnungen.

Auch die Meinungen in der Fachpresse und unter den Tradern können hier einfließen. Broker, die besonders im Gespräch sind, werden in Testberichten in allen Einzelheiten besprochen. So können Nutzer zunächst eine Anzahl von Anbietern in die engere Wahl nehmen und diese dann detaillierter betrachten. So fällt der Einstieg in den Handel leichter.

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