Hochfrequenzhandel: Wenn eine Sekunde schon Probleme bereitet

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 22.05.2020


Als kleiner Trader kann ich über manche Dinge nur den Kopf schütteln. Das gilt bei mir für den Bereich „high-frequency-trading“, kurz HFT. Dank der verbesserten Rechnerleistungen geht es da um solche Dinge wie „flash orders“. Sofern das noch nicht durch Regulierungen verboten worden ist, ging es da z.B. darum, dass einige Marktteilnehmer die Orders um Millisekunden früher sehen können als andere.

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Richtig gelesen: Millisekunden!

Hochfrequenzhandel: Ist das wirklich nützlich?

Teilweise geht es darum, Liquidität vorzutäuschen, die gar nicht vorhanden ist. Nämlich dann, wenn z.B. Hunderte Order eingestellt werden, aber jeweils nur für Sekundenbruchteile. Ausgeführt werden soll nämlich gar nicht, es soll die Illusion von Liquidität gegeben werden.

Es gibt auch andere Fälle, in denen Börsen kleine Geldbeträge an diejenigen zahlen, welche „Liquidität spenden“. An gesunden Märkten mit hohen Umsätzen liefern die Marktteilnehmer eigentlich genug Liquidität. Offensichtlich gibt es aber auch Marktteilnehmer, welche es nur darauf abgesehen haben, diese kleinen Prämienzahlungen mitzunehmen.

Hier geht es um keine kleinen Randphänomene – gerade an Märkten wie der Nasdaq soll der Hochfrequenzhandel durchaus schon einen signifikanten Anteil am gesamten Handelsvolumen erreicht haben.

Die Nacht auf den 1. Juli soll eine Sekunde länger dauern

Das ist nicht meine Welt und mir ist das höchst suspekt. Und welchen Mehrwert für die Welt bzw. einen ehrlichen Handel liefert das schon? Das ist – natürlich – nur meine persönliche Meinung. Das Thema beschäftigte mich gerade, als ich einen Artikel der Süddeutschen Zeitung las.

Dem Artikel zufolge wird die Nacht auf den 1. Juli eine Sekunde länger sein. Ein internationaler Dienst für Erdrotation und Referenzsysteme (was es nicht alles gibt) füge alle ca. 1,5 Jahre eine zusätzliche Sekunde ein. Die Erde brauche demzufolge nämlich für eine Umdrehung minimal mehr als genau 24 Stunden. Das summiere sich alle 1,5 Jahre ca. auf besagte Sekunde.

Quelle: Artikel „Aus dem Takt“

Wenn eine Sekunde Anlass für „Angst“ sein soll

Soweit, so gut. Doch für die „hyperschnellen Börsenhändler“ sei dies ein Grund zur „Angst“, so die Süddeutsche Zeitung. Beim letzten Mal sei die Umstellung auf einen Samstag gefallen – dieses Mal nicht. Und nun ist es ernsthaft so, dass die Nasdaq an diesem Tag den Börsenhandel extra früher beendet, um „Verwirrungen zu vermeiden“.

Das sind sie also, die „modernen Zeiten“. Eine zusätzliche Sekunde wird als Grund für „Angst“ bezeichnet. Ich bin mir nicht so sicher, ob es an den Finanzmärkten ausschließlich Fortschritte gegeben hat durch die zunehmende Computerisierung.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.