Hapag-Lloyd kommt gut durch die Krise

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 19.10.2020


Hapag-Lloyd kommt bisher gut durch die Corona-Krise und kann seine Prognose sogar erhöhen. Das dritte Quartal 2020 fiel sehr gut aus und die Nachfrage steigt. Daher geht das Unternehmen nun auch von einem stärkeren Gesamtjahr aus und erhöht daher die Jahresziele. Zahlreiche interessante Aktien, die die Krise bisher gut überstanden haben, finden Trader auch bei eToro.

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Höheres Ebitda erwartet

Für 2020 erwartet Hapag-Lloyd nun ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zwischen 2,4 und 2,6 Milliarden Euro. Bisher ging das Unternehmen nur von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro aus. Nach ersten Berechnungen stieg das Ebitda im dritten Quartal auf etwa 650 Millionen Dollar. Im gleichen Zeitraum im letzten Jahr betrug das Ebitda 554 Millionen Euro. Die Gründe für den Anstieg im dritten Quartal sei eine deutlich höhere Nachfrage und ein strenges Kostenmanagement gewesen. Schon im ersten Quartal hatte sich das Unternehmen ein striktes Sparprogramm aufgelegt. Laut Konzernchef Rolf Habben Jansen stieg die Nachfrage, insbesondere bei Exporten aus Asien.

Das operative Ergebnis (Ebit) stieg nach ersten Zahlen von 643 Millionen Euro im letzten Jahr auf etwa 850 Millionen Euro. Für das gesamte Jahr ist nun eine Spanne von 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro anvisiert. Dieser Wert stieg im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel. Bisher ging das Unternehmen von einer Spanne zwischen einer halbe und einer Milliarde aus.

Hapag-Lloyd kommt gut durch die Krise

Weiter hohe Risiken durch Corona-Pandemie

Hapag-Lloyd erhöhte zwar seine Gewinnprognose, aber für die Konzernführung ist die Corona-Pandemie weiter ein hohes Risiko. Auch die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie schätzt das Unternehmen weiter als gefährlich ein. Die Pandemie ist für die gesamte Logistikbranche eine große Herausforderung. Die neue Gewinnprognose ist damit weiter mit Unsicherheiten verbunden. Die endgültigen Geschäftszahlen für die ersten neun Monate des Jahres sollen am 13. November veröffentlicht werden.

Die Anleger reagierten allerdings trotz der guten Nachrichten eher zurückhaltend. Dennoch erhöhten Analysten ihre Kursziele für die Hapag-Lloyd-Aktie. Zudem sei der Ausblick für Frachtraten bei der Rederei besser als bisher erwartet. Die positiven Aussagen über Hapag-Lloyd kamen an der Börse zunächst gut an und die Aktie stieg um drei Prozent. Danach ging der Aktienkurs allerdings wieder nach unten. Darüber hinaus ging der Börsenwert von Hapag-Lloyd in den letzten fünf Monaten um ein Fünftel nach unten.

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Aktie schwankt seit Monaten

Die Hapag-Lloyd-Aktie schwankte während der Corona-Krise enorm. Von Anfang des Jahres bis März sank die Aktie von 76 Euro auf 56 Euro. Bis Mitte Mai stieg die Aktie dann stark auf 186,60 Euro. Danach ging es aber bis Mitte September wieder deutlich auf 40,90 Euro nach unten.  Laut Experten haben die Schwankungen den Hintergrund, dass lediglich 3,6 Prozent der Hapag-Lloyd-Aktien im Streubesitz sind. Die Großaktionäre Kühne, CSAV, die Stadt Hamburg und die Staatsfonds Katars und Saudi-Arabiens besitzen 96,4 Prozent der Aktien, die aber nicht an der Börse gehandelt werden können. Klaus-Michael Kühne hält gemeinsam mit der Kühne Holding AF und der Kühne Maritime AG ebenso wie die CSAV Germany Container Holding GmbH je 30 Prozent der Anteile.

Hapag-Lloyd Aktie

Hapag-Lloyd feierte 2020 50. Jubiläum

Das Transport- und Logistikunternehmen hat seinen Sitz in Hamburg und wurde 1970 gegründet. Das Unternehmen ging aus einer Fusion der beiden Reedereien Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG) und Norddeutscher Lloyd (NDL) hervor. Im letzten Jahr waren 13.000 Menschen in 129 Ländern für das Unternehmen tätig. Ende letzten Jahres verfügte die Reederei über 231 Schiffe.

Der Zusammenschluss der beiden traditionsreichen Reedereien HAPAG und NDL liegt in diesem Jahr genau 50 Jahre zurück. Heute ist Hapag-Lloyd die führende Reederei in Deutschland und weltweit die Nummer 5 der Branche. Schon im September war klar, dass das Unternehmen besser durch die Krise kommt, als viele Konkurrenten.

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Fusion zweier bedeutender Reedereien

Hapag war schon vor einem Jahrhundert ein wichtiges Unternehmen für die Schifffahrt in Deutschland. Mit den Schiffen der Reederei kamen viele Auswanderer von Deutschland in die USA und um 1900 war Hapag die größte Reederei der Welt. Vor dem Ersten Weltkrieg gehörten dem Unternehmen 190 Schiffe. Die Norddeutsche Lloyd auf Bremen war viele Jahrzehnte lang der größte Konkurrent und konnte vor dem Ersten Weltkrieg die größte Passagierzahl der Welt vorweisen.

In den 1960er Jahren verdrängt aber das Flugzeug die Schifffahrt. Hapag setzte fortan stärker auf die Container-Schifffahrt und verlud 1966 in Bremen den ersten Container. Zuvor musste noch jede Kiste einzeln auf das Schiff gebracht werden. Der Container-Verkehr war deutlich günstiger und ersetzte mehr und mehr den Stückguttransport. Doch der Kostendruck stieg und die beiden einstigen Rivalen Hapag und Lloyd schlossen sich zu einem neuen Konzern zusammen. Die beiden Unternehmen kamen zu der Überzeugung, dass man nur gemeinsam auf dem Weltmarkt bestehen könnte.

Hapag-Lloyd kommt gut durch die Krise

Seit 15 Jahren stabile Entwicklung

Schon in den 1980er Jahren durchlebte das Unternehmen eine schwere Krise und wurde 1997 durch die Preussag, dem späteren TUI-Konzern, übernommen. Danach wurde Hapag-Lloyd allerdings einer der profitabelsten Reedereien, verlor aber durch Fusionen anderer Reedereien international den Anschluss. Die Situation änderte sich jedoch nach der Übernahme des kanadischen Unternehmens CP Ships 2005.

Dieses Level kann das Unternehmen bis heute verteidigen. Auf dem Markt sind mit dem dänischen Unternehmen Møller Mærsk, der Schweizer Mediterranean Shipping Company (MSC), dem französischen Unternehmen CMA-GGM und der chinesischen Cosco vier Unternehmen führend. Die größten Unternehmen der Branche bilden unter sich drei Allianzen:

  • die 2M-Allianz mit Maersk und MSC
  • die Ocean Alliance mit CMA-CGM und Cosco und
  • The Alliance mit Hapag-Lloyd

Diese Aufteilung des Markts könnte auch in Zukunft unverändert bleiben.

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Boom durch Globalisierung

Die Globalisierung hatte über Jahre zur Folge, dass der Container-Handel boomte. Diese Entwicklung wurde durch die Finanzkrise 2008/09 gestoppt. Zudem hatten Überkapazitäten und niedrige Frachtpreise Verluste in Milliardenhöhe in der gesamten Branche zur Folge. Die Folge war ein starker Preiskampf und eine Konsolidierungswelle. Viele Reedereien waren zu Fusionen gezwungen. Hapag-Lloyd musste sich mit der United Arab Shipping Company und der chilenischen CSAV zusammenschließen.

Nun kam in diesem Jahr mit der Corona-Krise eine neue Herausforderung auf die Branche zu. Zunächst entfiel das Angebot in China, dann sank die Nachfrage in Europa. Laut der WTO wird der Welthandel in diesem Jahr um 13 bis 32 Prozent zurückgehen. Über 520 Containerschiffe – jedes zehnte der Weltflotte – blieb zeitweise im Hafen.

Hapag-Lloyd Krise

Hapag-Lloyd trotz Krise erfolgreich

Hapag-Lloyd konnte dennoch von der Krise profitieren und den Gewinn im ersten Halbjahr sogar auf 285 Millionen Euro verdoppeln. Laut Vorstandschef Rolf Habben Jansen profitierte das Unternehmen von plötzlich fallenden Bunkerpreisen und hat die Kapazität frühzeitig an die Nachfrage angepasst. Dazu kamen Maßnahmen zur Kostensenkung.

Abfahrten wurden gestrichen oder andere Schiffe eingesetzt. Beispielsweise sankt die angebotene Kapazität im Ost-West-Verkehr im zweiten Quartal um 15 bis 20 Prozent. Auf diesem Weg stiegen die Frachtraten bei Hapag-Lloyd. Niedrigere Kosten für Treibstoffe waren ebenfalls ein Vorteil für die Reederei. Hapag-Lloyd benötigte daher bisher keine Staatshilfen. Dies war beim französischen Konkurrenten CMA-CGM allerdings der Fall.

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Erfolgreiche Unternehmen auch bei eToro

Wie das Beispiel Hapag-Lloyd zeigt, sind einige Unternehmen bisher gut durch die Corona-Krise gekommen. Die Aktien solcher Unternehmen sind auch bei eToro zu finden. Trader sollten jedoch insbesondere in diesen weit unsicheren Zeiten weiter genau die Märkte verfolgen, da aktuelle Nachrichten rasch zu steigenden oder fallenden Kursen führen können.

Etoro unterstützt seine Trader beim Verfolgen der Märkte mit aktuellen Nachrichten und Analysen, darunter den Analysen der Experten von TipRanks. Auch moderne Analyse-Tools helfen Tradern dabei, die Entwicklung einer Aktie besser einschätzen zu können. Dazu gehört auch das Tool ProCharts, dass den Vergleich mehrerer Anlagen ermöglicht. Das Tool kann auch aus der Watchlist heraus genutzt werden.

Hapag-Lloyd News

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Fazit: Hapag-Lloyd mit stabilen Geschäftszahlen

Hapag-Lloyd kommt bisher sehr gut durch die Corona-Krise, obwohl die Logistikbranche noch immer vor großen Herausforderungen steht. Im dritten Quartal stieg die Nachfrage wieder. Dazu legte das Unternehmen schon zu Beginn der Krise ein strenges Sparprogramm auf. Auf der Basis der aktuell guten Zahlen erhöhte Hapag-Lloyd auch seine Prognose für das Gesamtjahr. Die Aktie des Unternehmens schwankt jedoch seit Monaten.

Aktien von Unternehmen, die bisher gut durch die Krise gekommen sind, sind auch bei eToro zu finden. Damit Trader jederzeit den Überblick über die Märkte behalten, bietet der Broker zahlreiche News, Analyse-Tools und Marktanalysen von Experten an. Die breite Auswahl an internationalen Aktien ermöglicht zudem eine breite Diversifikation des eigenen Portfolios.

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