Haftpflichtversicherung Pflicht – Schäden in Millionenhöhe können schnell entstehehen!

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 25.06.2020


Eine private Haftpflichtversicherung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Dennoch ist sie sehr sinnvoll, denn im Schadensfall können Schäden in Millionenhöhe entstehen, die ohne Haftpflichtversicherung dafür sorgen können, dass die Existenz des Schadensverursachers zerstört wird. In anderen Bereichen ist eine Haftpflichtversicherung dagegen vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Zu den verpflichtenden Versicherungen zählen unter anderem die KFZ-Haftpflicht und eine Berufshaftpflichtversicherung für bestimmte Berufsgruppen.

Im folgenden Ratgeber werden wir wichtige Fragen zur Haftpflichtversicherung klären und zeigen, wann eine Haftpflichtversicherung Pflicht ist, wann sie zu empfehlen ist und welche Versicherungen überflüssig sind.

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Der Schadensverursacher haftet mit seinem gesamten Vermögen

Die Frage, ob eine private Haftpflichtversicherung Pflicht ist, kann zwar mit nein beantwortet werden, sinnvoll ist eine solche Versicherung jedoch allemal. Nach § 823 BGB muss der Verursacher nämlich für sämtliche Schäden aufkommen, die durch ihn entstanden sind. Besteht keine Haftpflichtversicherung, so haftet er mit seinem kompletten Privatvermögen, und das solange, bis der Schaden beglichen ist.

Da es vor allem bei Personenschäden um Millionenbeträge gehen kann, können durch einen unerwarteten Schaden schnell ganze Existenzen zerstört werden. Unter Umständen ist grade bei Personenschäden außerdem eine jahrelange Zahlung erforderlich, zum Beispiel wenn Schäden entstanden sind, die eine dauerhafte Behandlung oder Pflege nötig machen.

Aus diesem Grund sollte auf eine Privathaftpflichtversicherung nicht verzichtet werden. Sie kostet meist nur wenige Euro im Monat und sorgt dafür, dass im Schadensfall nicht das eigene Vermögen für die Regulierung herhalten muss.

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Eine Haftpflichtversicherung leistet mehr als nur Schadensregulierung

Eine Haftpflichtversicherung wird in erster Linie abgeschlossen, damit ein potentieller Schaden nicht aus dem Privatvermögen beglichen werden muss. Eine Haftpflichtversicherung macht aber mehr, als nur die durch den Versicherungsnehmer verursachten Schäden zu bezahlen.

Ist beispielsweise nicht abschließend geklärt, ob eine Schadensersatzforderung Dritter berechtigt ist, so prüft die Versicherung dies genau und stellt sich auch einem möglichen Rechtsstreit, der ohne Haftpflichtversicherung vom angeblichen Schadensverursacher selber ausgetragen werden müsste. Die Versicherung vertritt ihre Interessen und damit in der Regel auch die Interessen des Versicherten vor Gericht, so dass dieser sich nicht selber darum kümmern muss und deutlich entlastet wird.

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In einigen Bereichen ist eine Haftpflichtversicherung Pflicht in Deutschland

Die private Haftpflichtversicherung ist zwar nicht verpflichtend, in anderen Bereichen schreibt der Gesetzgeber dagegen eine Versicherung vor. So muss zum Beispiel für ein angemeldetes Kraftfahrzeug zwingend eine Haftpflichtversicherung vorhanden sein. Auch bestimmte Berufsgruppen wie zum Beispiel Ärzte, Hebammen und Anwälte dürfen nur praktizieren, wenn sie über eine Berufshaftpflichtversicherung verfügen. Inhaber eines Waffenscheins benötigen ebenfalls eine entsprechende Haftpflichtversicherung.

Durch die Versicherungspflicht soll verhindert werden, dass in besonders riskanten Bereichen Schäden entstehen, die durch den Verursacher nicht beglichen werden können. Kommt eine zur Versicherung verpflichtete Person dieser Pflicht nicht nach, so droht beispielsweise beim KZF nicht nur ein Entzug der Zulassung. Der Verstoß gegen die Versicherungspflicht stellt außerdem eine Straftat dar und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 6 Monaten geahndet werden.

Haftpflichtversicherungen von der Steuer absetzen

Die meisten Haftpflichtversicherungen können bei der Steuererklärung angegeben und abgesetzt werden, unabhängig davon, ob sie verpflichtend sind oder nicht. So gilt beispielsweise die Privathaftpflichtversicherung als Vorsorgeaufwand, der in der entsprechenden Spalte der Steuererklärung angegeben werden kann. Auch eine KFZ-Haftpflichtversicherung kann unter bestimmten Umständen ganz oder teilweise von der Steuer abgesetzt werden.

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Was muss die Haftpflichtversicherung abdecken?

Vor dem Abschluss eine Haftpflichtversicherung sollte die Police genau studiert werden. Eine hohe Deckungssumme ist ratsam, da im schlimmsten Fall schnell Schäden von mehreren Millionen Euro entstehen können. Vor allem wenn Menschen zu Schaden kommen, sind oft sogar jahrelange Zahlungen erforderlich. Im Idealfall deckt die Versicherung Schäden in unbegrenzter Höhe ab. Wer in einem Mietshaus mit einer teuren Schließanlage wohnt, sollte außerdem darauf achten, dass der Verlust von privaten Schlüsseln abgedeckt ist. Dies ist nämlich nicht bei allen Haftpflichtversicherungen der Fall. Der Austausch einer teuren Schließanlage kann durchaus 10.000 Euro kosten. Bestehen weitere individuelle Risiken, so sollte vor der Unterschrift des Versicherungsvertrags sichergestellt werden, dass auch die hierdurch möglichen Schäden abgedeckt sind.

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Private Haftpflichtversicherung für die ganze Familie

Ein Privathaftpflichtversicherung ist nicht nur für Einzelpersonen verfügbar. In vielen Fällen werden alle im Haushalt lebenden Personen mitversichert. Somit muss sich in einer Familie nicht jeder Partner einzeln versichern, und auch eine separate Versicherung für die Kinder ist nicht erforderlich. Von Haustieren verursachte Schäden werden dagegen nicht durch die Versicherung abgedeckt. Die Beiträge für eine Familienhaftpflichtversicherung sind etwas höher, als wenn es sich beim Versicherungsnehmer nur um eine Einzelperson handelt. Insgesamt ist diese Variante aber günstiger, als alle Beteiligten einzeln zu versichern.

Schäden, die einem Familienmitglied durch ein anderes entstehen, werden durch die Familienhaftpflichtversicherung allerdings nicht abgedeckt. Sie gilt nur, wenn Außenstehende durch die in der Versicherung berücksichtigten Personen zu Schaden kommen.

Auch für Familien besteht keine Pflicht zur privaten Haftpflichtversicherung. Angesichts der Höhe möglicher Schäden wird aber unbedingt dazu geraten, eine solche Versicherung abzuschließen.

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Schäden durch Kinder

Eine private Haftpflichtversicherung deckt auch Schäden durch im Haushalt lebende Kinder ab 7 Jahren ab. Kinder unterhalb dieser Altersgrenze gelten als deliktunfähig und werden nicht automatisch von jeder Versicherung berücksichtigt. Eltern sollten beim Vergleich verschiedener Haftpflichtversicherungen daher darauf achten, dass auch von jüngeren Kindern verursachte Schäden vom Versicherer reguliert werden.

Schäden, die durch Fehler des Versicherungsnehmers bei der Beaufsichtigung von fremden Kindern entstehen, sind ohnehin über die Haftpflichtversicherung abgedeckt. Anders verhält es sich allerdings, wenn die Beaufsichtigung gewerblich erfolgt, beispielsweise als Tagesmutter. Hier ist eine zusätzliche Haftpflichtversicherung erforderlich. Ob diese Haftpflichtversicherung Pflicht ist, hängt von den Vorschriften des zuständigen Bundeslandes und der zuständigen Gemeine ab. Normalerweise wird aber keine Zulassung zur gewerblichen Kinderpflege erteilt, wenn keine entsprechende Haftpflichtversicherung vorhanden ist.

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Einige Haftpflichtversicherungen sind unnötig

Auch wenn es richtig ist, sich gegen hohe Ansprüche von potentiellen Geschädigten durch eine Haftpflichtversicherung zu schützen, gibt es doch Versicherungen, die nicht erforderlich sind. In manchen Fällen werden beispielsweise unnötige Zusatzversicherungen verkauft, die Schäden abdecken, welche bereits in der regulären Haftpflichtversicherung enthalten sind. Hier zahlen die Versicherungsnehmer dann unnötig einen zusätzlichen Beitrag.

So deckt die reguläre Privathaftpflichtversicherung normalerweise auch Schäden an gemieteten Wohnungen ab. Eine zusätzliche Miethaftpflichtversicherung ist daher in den meisten Fällen nicht nötig. Gelegentlich liest man sogar, dass eine Haftpflichtversicherung Pflicht für Mieter sei. Dies ist jedoch falsch. Weder die private Haftpflichtversicherung, noch eine spezielle Versicherung für Mieter ist in Deutschland verpflichtend. Eine private Haftpflicht wird aber für jeden Mieter empfohlen, da durch unglückliche Umstände am Mietobjekt schnell hohe Schäden entstehen können.

Eine Insassenunfallversicherung für KFZ-Besitzer ist ebenfalls überflüssig. Kommen Mitfahrer zu Schaden, so ist die reguläre KFZ-Haftpflichtversicherung für die Regulierung zuständig. Lediglich für den Fahrer selber kann eine Unfallversicherung sinnvoll sein, denn seine eigenen Schäden sind nicht durch die Haftpflichtversicherung abgedeckt.

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Haftpflichtversicherungen für Tierhalter

Schäden durch Haustiere werden normalerweise nicht durch die private Haftpflichtversicherung abgedeckt. Hier ist eine zusätzliche Versicherung erforderlich. Es ist zwar nicht der Fall, dass für die Haltung von Tieren eine Haftpflichtversicherung Pflicht ist, da aber auch hier schnell Schäden in Millionenhöhe entstehen können, sollte eine solche Versicherung trotzdem abgeschlossen werden. Durch einen unkontrolliert über die Straße laufenden Hund kann beispielsweise ein Verkehrsunfall mit hohem Personenschaden verursacht werden. Besteht keine Haftpflichtversicherung, haftet auch hier der Tierhalter mit seinem Privatvermögen.

Auch für Pferde gibt es keine Versicherungspflicht. Abgesehen von dem ebenfalls hohen Schadenspotential ist hier eine Versicherung auch deswegen sinnvoll, weil viele öffentliche Reitwege mittlerweile nur noch mit versicherten Pferden benutzt werden dürfen. Der Pferdehalter bekommt von der Versicherung eine Marke, die am Zaumzeug befestigt werden kann und zeigt, dass dieses Pferd versichert ist. Außerdem kann so bei Schäden der Halter schnell und unkompliziert identifiziert werden.

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Die Versicherung kann jederzeit gekündigt werden

Die Kündigungsfrist beträgt bei der privaten Haftpflichtversicherung in der Regel 3 Monate. Der Kunde kann seine Versicherung jederzeit unter Einhaltung dieser Frist kündigen. Bei einer Beitragserhöhung oder nach einem regulierten Schaden besteht außerdem ein Sonderkündigungsrecht, so dass hier auch ohne Einhaltung der Frist gekündigt werden kann.

Eine Kündigung der Versicherung und ein Wechsel zu einem anderen Versicherer macht vor allem dann Sinn, wenn der Kunde anderswo ein deutlich besseres Angebot bekommt. Grade ältere Verträge sollten nicht nur hinsichtlich der Kosten überprüft werden. Oft ist hier die Deckungssumme noch vergleichsweise gering, so dass es ratsam ist, die Versicherung an die heutigen Standards anzupassen und dadurch die Deckung zu erhöhen. Schließlich sind viele Szenarien denkbar, bei denen der Schaden sehr hoch sein kann. Tritt ein solches Ereignis ein, sollte dieser Schaden auch zuverlässig abgedeckt sein.

Im Gegensatz zur Privathaftpflichtversicherung kann die KFZ-Haftpflichtversicherung nur zum Ende des Jahres gekündigt werden. Die vertragsgemäße Kündigung muss dabei in der Regel bis zu 30. November beim Versicherer eingehen. Wird das Fahrzeug nicht abgemeldet, ist es zwingend erforderlich, dass bei Versicherungsende der Schutz durch eine andere Versicherung vorhanden ist.

Zwar ist es nicht der Fall, dass eine private Haftpflichtversicherung Pflicht ist, auch hier sollte aber nach Möglichkeit keine Versicherungslücke entstehen. Schließlich wäre das Risiko zu groß, dass grade im nicht abgedeckten Zeitraum ein Schaden verursacht wird, dessen Regulierung die Existenz des Versicherungsnehmers zerstören kann.

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Auch der Versicherer ist nicht verpflichtet

Eine Versicherungspflicht für Privatpersonen gibt es in Deutschland nicht. Jeder entscheidet selber, ob er eine Privathaftpflichtversicherung abschließt und in welcher Form er dies tut. Weder ist die private Haftpflichtversicherung Pflicht, noch ist der Versicherer verpflichtet, jedem Interessenten eine Versicherung anzubieten oder einem Kunden dauerhaft zu behalten. Das bedeutet, dass die Versicherung unter Einhaltung der Kündigungsfrist das Vertragsverhältnis jederzeit beenden kann.

Besondere Gründe müssen dabei nicht vorliegen. Ein häufig angegebener Grund, wenn die Versicherung die Police kündigt ist eine zu häufige Schadensregulierung. In einem solchen Fall lohnt sich das Vertragsverhältnis für den Versicherer nicht mehr, da er auf Grund der vorherigen Erfahrungen mit dem Kunden vermutet, auch in Zukunft mehr zahlen zu müssen, als er an Beiträgen erhält.

Versicherungsnehmer sollten daher vorsichtig sein und den Versicherungsschutz nicht ausnutzen. Vor allem, wenn die Versicherung den Verdacht hat, dass der Kunde seinen Schutz missbraucht und möglicherweise sogar in betrügerischer Absicht handelt, hat dieser schnell die Kündigung im Briefkasten. Dafür muss ein Betrug noch nicht einmal nachgewiesen sein. Es reicht, dass die Versicherung ihr finanzielles Risiko als zu hoch einstuft, um den Vertrag fortzuführen.

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Weniger Kosten durch Selbstbeteiligung

Ein häufiges Argument gegen eine Haftpflichtversicherung sind die Kosten. Während eine private Haftpflichtversicherung in der Regel recht günstig erhältlich ist, ist der Preis für eine KFZ-Versicherung deutlich höher. Da eine solche Haftpflichtversicherung Pflicht in Deutschland ist, kann aber nicht darauf verzichtet werden. Eine gute Möglichkeit, um die Kosten zu senken ist die Selbstbeteiligung.

Je höher diese gewählt wird, desto günstiger wird die Versicherung. Der Versicherte verpflichtet sich dadurch, einen Schaden bis zu einem gewissen Betrag selber zu regulieren und sich bei höheren Schäden mit diesem Betrag an der Regulierung zu beteiligen. So entsteht eine Win-Win-Situation: Die Versicherung hat keine oder geringere Kosten bei kleinen Schäden und muss nicht befürchten, für kleine Reparaturen ausgenutzt zu werden. Der Versicherungsnehmer hat geringere Kosten und ist trotzdem gegen hohe, existenzbedrohende Schäden abgesichert.

Auch bei anderen Formen der Haftpflichtversicherung ist eine Selbstbeteiligung möglich. Ob sich diese lohnt, muss für jeden einzelnen Fall individuell entschieden werden.

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Fazit: Nur unter bestimmten Umständen ist eine Haftpflichtversicherung Pflicht

Für Privatpersonen besteht nicht die Verpflichtung, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Trotzdem ist eine solche Versicherung dringend zu empfehlen, da ansonsten im Schadensfall mit dem kompletten Privatvermögen gehaftet wird, und zwar so lange, bis der komplette Schaden beglichen wurde. Stellt man sich nun einen Schadensfall vor, bei dem ein hoher Sach- oder Personenschaden entstanden ist wird schnell klar, dass ein solcher Schaden den Verursacher finanziell ruinieren kann.

Im Gegensatz zur privaten Haftpflicht ist die KFZ-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Ein Verzicht auf diese Versicherung stellt eine Straftat dar und kann eine Freiheitsstrafe von bis zu 6 Monaten zur Folge haben. Ähnlich sieht es auch für die Berufshaftpflichtversicherung für Selbstständige und Freiberufler in bestimmten Bereichen aus. Hier betrifft die Versicherungspflicht zum Beispiel Anwälte, Ärzte und auch verschiedene beratende Berufsgruppen.

Letztendlich muss jeder Mensch selber entscheiden, welche Versicherung für ihn sinnvoll ist, und auf welche er verzichten kann. Eine private Haftpflichtversicherung ist aber für alle Personengruppen ratsam. Beim Leistungsvergleich sollte dann darauf geachtet werden, welche Schäden auf Grund der individuellen Gegebenheiten abgedeckt werden müssen, und auf welche Zusatzleistungen zu Gunsten des Preises verzichtet werden kann. Eine möglichst hohe Deckungssumme oder die unbegrenzte Deckung ist vor allem bei Personenschäden zu empfehlen.

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