Haftpflichtversicherung absetzen: Mit diesen Informationen können Sie Steuern sparen

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 25.06.2020


Eine private Haftpflichtversicherung gehört zwar nicht zu den Pflichtversicherungen, ist aber unbedingt zu empfehlen. Ein Schaden ist schnell entstanden, und ohne Versicherung können damit verbundene Zahlungen den Verursacher in den finanziellen Ruin treiben. Die Police ist in der Regel nicht teuer, und außerdem lässt sich die Haftpflichtversicherung steuerlich absetzen. Versicherungsnehmer sollten daher nicht vergessen, die Zahlung der Beiträge in ihrer Steuererklärung geltend zu machen. Wir zeigen in diesem Ratgeber, unter welchen Umständen die Versicherungsbeiträge von der Steuer abgesetzt werden können und was Sie dabei beachten müssen.

Weiter zu Helvetia: www.helvetia.comInvestitionen bergen das Risiko von Verlusten

Versicherungsbeiträge werden als Vorsorgeaufwand anerkannt

Durch eine private Haftpflichtversicherung schützen sich die Versicherungsnehmer davor, ihr Leben lang große finanzielle Einschränkungen hinnehmen zu müssen, wenn sie einmal versehentlich einen großen Schaden verursachen. Dies erkennt der Gesetzgeber an und erlaubt den Versicherten, ihre Beiträge als Vorsorgeaufwand in der Steuererklärung geltend zu machen. So werden die Bürger dabei unterstützt, sich gegen das finanzielle Risiko bei einem von ihnen verursachten Schaden abzusichern.

Steuerzahler können aber nicht nur ihre private Haftpflichtversicherung absetzen. Auch weitere Haftpflichtversicherungen, wie zum Beispiel die KFZ-Haftpflichtversicherung oder eine Hundehaftpflichtversicherung, können in der Regel in der Steuererklärung angegeben und abgesetzt werden. Für den absetzbaren Vorsorgeaufwand gilt ein Höchstbetrag. Dieser liegt für Arbeitnehmer bei 1.900 Euro. Selbstständige können dagegen einen höheren Betrag von der Steuer absetzen.

haftpflicht testsieger

KFZ-Haftpflichtversicherung von der Steuer absetzen

Für Fahrzeughalter ist eine KFZ-Haftpflichtversicherung zwingend vorgeschrieben. Ein Verstoß gegen die Versicherungspflicht stellt eine Straftat dar und kann eine Freiheitsstrafe von bis zu 6 Monaten nach sich ziehen. Auch aus diesem Grund sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass für ein Fahrzeug zu jedem Zeitpunkt ein gültiger Versicherungsschutz vorhanden ist.

Der Gesetzgeber kommt den Versicherten entgegen, indem sie die KFZ-Haftpflichtversicherung bei der Steuererklärung geltend machen können. Das ist sogar gleich an mehreren Stellen möglich:

  • Vorsorgeaufwand: Private KFZ-Halter können die Versicherung ihres Fahrzeugs als Vorsorge von der Steuer absetzen.
  • Entfernungspauschale: Wer sein Fahrzeug für die Fahrt zur Arbeit nutzt, kann eine Entfernungspauschale absetzen. Hierbei handelt es sich um sogenannte Werbungskosten. Der maximal jährlich auf diesem Wege absetzbare Betrag liegt bei 4.500 Euro. Bei Veranschlagung einer Entfernungspauschale kann der Versicherungsbeitrag allerdings nicht mehr zusätzlich als Vorsorgeaufwand abgesetzt werden.
  • Betriebskosten: Handelt es sich um ein Firmenfahrzeug, so werden die Beiträge zur Versicherung zu den Betriebskosten gezählt.
Weiter zu Helvetia: www.helvetia.comInvestitionen bergen das Risiko von Verlusten

Damit Fahrzeughalter die Haftpflichtversicherung absetzen können, benötigen sie einen Beitragsnachweis ihrer KFZ-Versicherung. Dieser wird entweder automatisch zugesendet oder kann angefordert werden. Alternativ ist es in der Regel auch möglich, die Zahlung über eine Kopie der Kontoauszüge nachzuweisen und eine Kopie des Versicherungsvertrags beizufügen. Die Belege müssen nicht mehr automatisch mit der Steuererklärung eingereicht werden. Es besteht aber eine sogenannte Belegvorhaltepflicht. Dies bedeutet, dass der Steuerpflichtige die Belege dem Finanzamt auf Verlangen vorlegen können muss. Daher müssen die Nachweise auf jeden Fall gesammelt und aufbewahrt werden.

Im Gegensatz zur KFZ-Haftpflichtversicherung können Voll- oder Teilkaskoversicherungen nicht von der Steuer abgesetzt werden. Ob eine solche Versicherung im Einzelfall sinnvoll ist, muss individuell entschieden werden.

haftpflichtversicherung in der steuererklärung angeben

Weitere Haftpflichtversicherungen von der Steuer absetzen

Versicherungsnehmer können nicht nur ihre private Haftpflichtversicherung von der Steuer absetzen. Auch die Haftpflichtversicherung für das Auto und weitere Haftpflichtversicherungen werden vom Gesetzgeber berücksichtigt. Wenn solche Versicherungen vorhanden sind, können diese daher ebenfalls angegeben werden. Unter anderem können folgende Versicherungen berücksichtigt werden:

  • Hundehaftpflichtversicherung: Hundehalter sind zwar nicht verpflichtet, für ihren Vierbeiner eine Haftpflichtversicherung abzuschließen, es ist aber dringend zu empfehlen. Tiere sind nicht zu 100 Prozent berechenbar, und schnell kann durch eine Unachtsamkeit oder durch unglückliche Umstände ein hoher Schaden entstehen, für den der Tierhalter mit seinem kompletten Vermögen haftbar gemacht werden kann, wenn keine entsprechende Versicherung vorhanden ist.
  • Pferdehaftpflichtversicherung: Auch Pferdehalter sollten sich gegen Schäden versichern, die ihr Tier verursacht. Dazu sind sie zwar nicht verpflichtet, aber wenn ein Pferd beispielsweise einen Unfall mit Personenschaden verursacht, können die Schäden schnell in die Millionenhöhe gehen, was für den Halter den finanziellen Ruin bedeuten würde, wenn er diese aus eigener Tasche bezahlen müsste.
  • Jagdhaftpflichtversicherung: Aktive Jäger sind nach dem Bundesjagdgesetz in Deutschland verpflichtet, eine Jagdhaftpflichtversicherung abzuschließen. Durch ein erhöhtes Risiko können bei der Ausübung der Jagd schnell hohe Schäden entstehen, die eine entsprechende Absicherung erforderlich machen. Die Kosten für die Jagdhaftpflichtversicherung können bei der Steuererklärung als Vorsorgeaufwand geltend gemacht und abgesetzt werden.
Weiter zu Helvetia: www.helvetia.comInvestitionen bergen das Risiko von Verlusten
  • Bauherrenhaftpflichtversicherung: Wer ein Haus baut oder ein anderes Bauvorhaben realisieren möchte, trägt bereits für die Baustelle die volle Verantwortung. Wenn hier etwas passiert, haftet der Bauherr mit seinem vollen Vermögen. Die private Haftpflichtversicherung deckt solche Schäden in der Regel nicht ab, weshalb eine zusätzliche Haftpflichtversicherung absolut zu empfehlen ist. Bauherren können in ihrer Steuererklärung auch diese Haftpflichtversicherung absetzen.
  • Bootshaftpflichtversicherung: Im Gegensatz zur KFZ-Haftpflichtversicherung ist die Haftpflichtversicherung für Bootsbesitzer in Deutschland nicht Pflicht. Dennoch sollte sie unbedingt abgeschlossen werden, denn auch durch das Führen eines Bootes können hohe schnell hohe Schäden entstehen. Hier haftet der Verursacher nach § 823 BGB mit seinem kompletten Vermögen, bis der Schaden vollständig beglichen ist. Mit einer Bootshaftpflichtversicherung wird das Risiko einer erheblichen finanziellen Belastung bis hin zum Verlust des vollständigen Vermögens verhindert.
  • Grundbesitzerhaftpflichtversicherung: Der Besitz von Eigentum verpflichtet auch zur Haftung, wenn anderen Personen auf dem Grundstück etwas zustößt oder ein Schaden entsteht. Genau wie bei anderen Haftpflichtschäden muss auch hier der Eigentümer in unbegrenzter Höhe mit seinem privaten Vermögen haften, bis der Schaden beglichen ist. Eine Grundbesitzerhaftpflichtversicherung gehört daher zu den wichtigen Versicherungen, die Grundstückseigentümer vor erheblichen finanziellen Problemen bewahren können.

haftpflichtversicherung vergleich

Bei den Beiträgen zur Berufshaftpflichtversicherung handelt es sich um Werbungskosten

Bestimmte Berufsgruppen sind verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen. Das trifft beispielsweise auf Ärzte, Rechtsanwälte und Hebammen zu. So werden diese Personen davor geschützt, einen finanziellen Schaden der bei ihrer Arbeit entsteht aus eigener Tasche begleichen zu müssen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Haftpflichtversicherungen werden die Beiträge dieser Versicherungen nicht als Vorsorgeaufwand von der Steuer abgesetzt. Es handelt sich stattdessen um Werbungskosten, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Berufs entstehen. Dies gilt auch für einige andere im Zusammenhang mit dem Beruf abgeschlossene Policen.

Für die Versicherten hat dies den Vorteil, dass die teilweise hohen Beiträge nicht dazu beitragen, dass die Höchstgrenze für absetzbare Vorsorgeaufwendungen schnell erreicht ist. Stattdessen können diese Steuerzahler andere Leistungen, wie zum Beispiel ihre private Haftpflichtversicherung absetzen, bis die für sie geltende Höchstgrenze erreicht ist.

Kann die Wohngebäudeversicherung abgesetzt werden?

Wer selber in seiner Immobilie wohnt, kann die Wohngebäudeversicherung nicht von der Steuer absetzen. Wir das Gebäude oder ein Teil davon dagegen vermietet, können jedoch Werbungskosten geltend gemacht werden. Zu diesen gehört auch die Versicherung für das Gebäude.

Beiträge können nicht in unbegrenzter Höhe abgesetzt werden

Vorsorgeaufwendungen können zwar steuerlich abgesetzt werden, allerdings hat der Gesetzgeber auch für diesen Bereich eine Höchstgrenze festgelegt. Diese wird durch den Beitrag zur privaten Haftpflichtversicherung zwar nicht erreicht, wer aber noch weitere Gelder für seine persönliche Vorsorge absetzen kann, muss dabei die Höchstgrenze beachten.

Weiter zu Helvetia: www.helvetia.comInvestitionen bergen das Risiko von Verlusten

Die Grenzen für das Absetzen von Vorsorgeleistungen sehen wie folgt aus:

  • Angestellte, Beamte und Rentner: Diese Personengruppen können bis zu einem Betrag von 1.900 Euro Vorsorgeleistungen wie die Haftpflichtversicherung absetzen.
  • Selbstständige: Da Selbstständige mehr private Vorsorge betreiben und unter anderem auch ihre Krankenkassenbeiträge selber bezahlten müssen, dürfen sie einen Vorsorgeaufwand bis zu 2.800 Euro von der Steuer absetzen.
  • Ehepaare: Für Ehepaare gilt ein Höchstbetrag, der sich aus der Summe der Grenzen für jeden einzelnen Partner ergibt. Ist beispielsweise ein Partner Angestellter und der andere Selbstständig, so ergibt sich ein gemeinsam steuerlich absetzbarer Betrag von 4.700 Euro.

Wer bereits einen hohen Vorsorgeaufwand betreibt und dadurch die Grenze der steuerlich absetzbaren Beträge bereits erreicht hat, kann nicht auch noch die Haftpflichtversicherung steuerlich absetzen. Wer dagegen nur wenige oder gar keine anderen Vorsorgeleistungen angibt, sollte seine Haftpflichtversicherung bei der Steuererklärung unbedingt berücksichtigen.

versicherungsempfehlung haftpflicht test

Im Zweifelsfall einen Steuerberater hinzuziehen

Es ist nicht kompliziert, die Beiträge für die private Haftpflichtversicherung von der Steuer abzusetzen. Da aber unter Umständen auch die Beiträge für andere Versicherungen und natürlich auch andere Ausgaben geltend gemacht werden können, kann es ratsam sein, sich bei der Steuererklärung von einem Fachmann helfen zu lassen. Ein Steuerberater kann die Steuererklärung entweder vollständig übernehmen oder in Teilbereichen helfen. Die Kosten für diese Leistung werden in vielen Fällen durch die erzielte Ersparnis wieder ausgeglichen. Oft lässt sich sogar noch deutlich mehr herausholen.

Wer sich nicht darüber im Klaren ist, ob er mehr als nur die private Haftpflichtversicherung absetzen kann, ist bei einem Steuerberater gut aufgehoben.

Wo werden die Kosten für die Haftpflichtversicherung in der Steuererklärung eingetragen?

Wer auf einen Steuerberater verzichtet und seine Steuererklärung selber erstellt, hat anfangs oft Schwierigkeiten, sich im Dschungel der unterschiedlichen Formulare und Anlagen zurechtzufinden. Daher haben wir die wir die beiden wichtigsten Angaben zu den absetzbaren Kosten für die Haftpflichtversicherung hier aufgelistet:

  • „Anlage Vorsorgeaufwand“: Hier werden die Kosten für die private Haftpflichtversicherung, die KFZ-Haftpflichtversicherung und weitere Haftpflichtversicherungen die von der Steuer abgesetzt werden können angegeben.
  • „Anlage N“: Werbungskosten werden in der Anlage N angegeben. Hierzu zählen auch die Kosten für die Berufshaftpflichtversicherung und die KFZ-Haftpflichtversicherung, wenn das Fahrzeug für die Fahrt zur Arbeit verwendet wird und die Versicherungsprämien im Rahmen einer Kilometerpauschale abgesetzt werden sollen.
Weiter zu Helvetia: www.helvetia.comInvestitionen bergen das Risiko von Verlusten

Wer profitiert von der Absetzbarkeit der Haftpflichtversicherung?

Vor allem für gering verdienende Arbeitnehmer und Rentner lohnt es sich, ihre Haftpflichtversicherungen bei der Steuererklärung anzugeben. Bei dieser Personengruppe können auf Grund der relativ geringen Sozialversicherungsbeiträge meistens auch noch weitere Versicherungen zur Senkung der Steuerlast berücksichtigt werden.

Wer dagegen gut verdient und bereits viele andere Vorsorgeaufwendungen absetzt, erreicht unter Umständen den gesetzlichen Höchstbetrag und kann diesbezüglich keine weiteren Kosten von der Steuer absetzen. Hier muss dann darauf verzichtet werden, die private Haftpflichtversicherung geltend zu machen.

Für die meisten Steuerzahler lohnt es sich, sich bei der Steuererklärung von einem Lohnsteuerhilfeverein oder einem Steuerberater helfen zu lassen. Oft können mehr Steuern abgesetzt werden als gedacht, was zu erheblichen finanziellen Vorteilen führen kann. Daher ist es sinnvoll, genau zu prüfen, ob die vorhandenen Haftpflichtversicherungen oder auch andere Kosten geltend gemacht werden können.

private haftpflichtversicherung kosten

Nicht alle Versicherungen können steuerlich abgesetzt werden

Die Absetzung von Versicherungsbeiträgen stellt für Steuerzahler einen erhebliche finanzielle Vorteil dar. Während die Versicherungsnehmer ihre Haftpflichtversicherung absetzen können, müssen sie aber bei anderen Versicherungen darauf verzichten. So können beispielsweise Kasko-Versicherungen für das KZF nicht abgesetzt werden.

Auch eine private Rechtsschutzversicherung zählt zu den Versicherungen, bei denen der Versicherungsnehmer vom Staat keine finanzielle Unterstützung in Form von steuerlicher Absetzbarkeit erhält. Das Gleiche gilt für die Hausratsversicherung und viele weitere individuelle Versicherungsleistungen. Ob eine Versicherung steuerlich absetzbar ist, können Versicherungsnehmer entweder direkt bei ihrer Versicherung oder aber beim Steuerberater in Erfahrung bringen.

Weiter zu Helvetia: www.helvetia.comInvestitionen bergen das Risiko von Verlusten

Fazit: Die Haftpflichtversicherung kann oft von der Steuer abgesetzt werden

Die Ausgaben für die Haftpflichtversicherung gelten als Vorsorgeaufwand und sind damit von der Steuer absetzbar. Allerdings ist dies nicht allen Versicherungsnehmern möglich. Wird beispielsweise durch andere Vorsorgeaufwendungen bereits die Höchstgrenze für den absetzbaren Betrag erreicht, so ist es nicht mehr möglich, zusätzliche Ausgaben geltend zu machen. Trotzdem sollte auch ein einem solchen Fall nicht auf eine Haftpflichtversicherung verzichtet werden.

Ein KFZ-Haftpflichtversicherung ist ohnehin Pflicht, und die private Haftpflichtversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Ein Verzicht auf diese Versicherung kann nachhaltige finanzielle Folgen haben, wenn durch Fahrlässigkeit oder unglücklicher Zufälle ein hoher Schaden verursacht wird.

Wer sich von einem Steuerberater helfen lässt, kann oft mehr aus seiner Steuererklärung herausholen. Daher lohnt sich diese zusätzliche Ausgabe häufig und erspart obendrein unnötigen Stress. So ist es beispielsweise möglich, die Kosten für die KFZ-Haftpflichtversicherung nicht als Vorsorgeaufwand abzusetzen, sondern im Rahmen von Werbungskosten, wenn das Fahrzeug für den Weg zur Arbeit genutzt wird. Dadurch kann unter Umständen das Erreichen des absetzbaren Höchstbetrags vermieden werden, und die Steuerzahlenden können nun doch auch noch ihre private Haftpflichtversicherung absetzen.

Bilderquelle:

  • shutterstock.com
  • fotolia.com