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GARANTIEZERTIFIKATE: FUNKTIONSWEISE SOWIE VOR- UND NACHTEILE AUF EINEN BLICK

Garantiezertifikate garantieren dem Inhaber, dass er mindestens den Nennwert des Zertifikates wieder voll zurückerhält. Im Idealfall ist damit die gesamte Geldanlage geschützt. Doch Verluste können trotzdem drohen und es gibt weitere Vor- und Nachteile.

Das sollte man zu Garantiezertifikaten wissen:

    • Nennwert der Anlage ist garantiert
    • Oft Aktienindizes als Basiswerte
    • Im Gegenzug geringere Renditechancen
    • Kapitalgarantie nur am Laufzeitende
    • Emittentenrisiko

Garantiezertifikate: Funktionsweise verständlich erklärt

wissenDer Wert eines Garantiezertifikates ist im Regelfall von einem Basiswert abhängig, meistens einem Aktienindex oder einer Aktie. Steigt der Basiswert an, erhalten Kunden einen festgelegten Anteil des Gewinns. Fällt der Kurs dagegen, wird die Einlage ohne Zinsen zurückgezahlt, der Anleger kann also maximal den Ausgabeaufschlag verlieren.

Die Art und Weise wie der Gewinn berechnet wird, ist von Papier zu Papier unterschiedlich. Bei klassischen Garantiezertifikaten ist es ein fester Anteil am Kursgewinn, beispielsweise 90 Prozent. Die übrigen zehn Prozent erhält der Emittent als Gegenleistung dafür, dass er das Risiko eines Kursrückgangs übernimmt. Den Anteil, den der Kunde erhält, nennt man Partizipationsrate.


Bei Garantiezertifikaten übernimmt der Emittent das Verlustrisiko, dafür erhält er einen Teil des Gewinnes, wenn der Basiswert im Plus ist und berechnet meistens einen Ausgabeaufschlag.

Garantiezertifikat Funktionsweise an einem Beispiel erklärt

wissenMan stelle sich vor, ein Anleger investiert 10.000 Euro in ein Garantiezertifikat, bei dem er zu 90 Prozent vom Kursgewinn profitiert. Er zahlt beim Kauf einen Ausgabeaufschlag von 2,5 Prozent, also 250 Euro. Fällt der dem Zertifikat zugrunde liegende Index oder das Wertpapier, erhält er trotzdem die 10.000 Euro zurück, er hat also nur den Ausgabeaufschlag von 250 Euro verloren.

Steigt der Kurs des Basiswertes dagegen um 10 Prozent an, hätte er mit einer direkten Investition 1.000 Euro eingenommen. Bei einer Partizipationsrate von 90 Prozent erhält der Anleger 900 Euro, abzüglich der 250 Euro Ausgabegebühr hat er also 650 Euro Gewinn gemacht.

Gekauft werden können Garantiezertifikate entweder direkt beim Emittenten oder teilweise auch an der Börse.


An einem Beispiel lässt sich das Wesen eines Garantiezertifikats leicht erkennen.

Andere Arten von Garantiezertifikaten

FazitDie Gewinnberechnung über eine Partizipationsrate ist der üblichste, nicht aber der einzige Weg die Gewinne des Anlegers zu berechnen. Einige Garantiezertifikate berechnen den Gewinn nach komplizierteren Modellen, manche ziehen den durchschnittlichen Gewinn zu verschiedenen Zeitpunkten heran. Es wird dann beispielsweise bei einer Laufzeit von zwei Jahren die Kursveränderung nach einem halben, einem, eineinhalb und zwei Jahren ermittelt und deren Durchschnitt berechnet. Auch hier wieder ein Beispiel.

Entwicklung im Vergleich zum Wert bei Kauf des Zertifikats nach:

  • Einem halben Jahr: -2,0 Prozent
  • Einem Jahr: +0,5 Prozent
  • Eineinhalb Jahren: +3,0 Prozent
  • Zwei Jahren: +2,5 Prozent.
  • Durchschnitt: (-2,0+0,5+3,0+2,5)/4=1,0

Der Kurs ist also erst gefallen, dann deutlich angestiegen, hat aber am Ende der Laufzeit noch einmal nachgegeben. Obwohl er aber 2,5 Prozent im Plus liegt, erhält der Anleger nur einen Gewinn von 1,0 Prozent. Wäre der Kurs konstant angestiegen, so wäre das Verhältnis zwischen Kursgewinn des Basiswertes und des Zertifikates noch ungünstiger. Zertifikate mit dieser Berechnungsmethode schneiden fast immer schlechter ab als solche mit einer festen Partizipationsrate.

Einige Zertifikate bieten sogar eine Partizipationsrate von 100 Prozent, sie finanzieren sich ausschließlich aus dem Ausgabeaufschlag und dem Einbehalten der Dividenden.

Neben der festen Partizipationsrate gibt es auch andere Modelle, nach denen die Gewinne berechnet werden.

Index Griechenland

An den Börsen kann es auch mal abwärts gehen, Garantiezertifikate bieten hier Sicherheit.

Wichtig: Kapitalgarantie nur bei dauerhaftem Besitz

TradingOft liest man in Internetforen, Garantieanleihen böten einen Schutz des eingesetzten Kapitals. Das ist allerdings etwas zu einfach formuliert. Die Kapitalgarantie gilt nämlich nur dann, wenn das Papier vom Beginn bis zum Ende gehalten wird. Ist der Basiswert eines Garantiezertifikates mit einem Jahr Restlaufzeit beispielsweise 20 Prozent im Minus, besteht wenig Hoffnung, dass es noch in die Gewinnzone kommt. Niemand hat deshalb ein Interesse daran, dass Papier zu kaufen, wenn der Verkaufspreis nicht unter dem Rückzahlungswert liegt. Das gilt auch, wenn das Zertifikat nicht börsengehandelt ist, sondern an den Emittenten zurückgegeben werden kann. Auch dieser legt die Rückkaufpreise nach ähnlichen Kriterien fest.

Wer ein Zertifikat über die Börse kauft, muss eventuell deutlich mehr als den Nennwert bezahlen, wenn es aktuell viele Käufer und nur wenige Verkäufer gibt. Garantiert ist aber nur der Nennwert. Wird ein Garantiezertifikat mit einem Ausgabepreis von 100 Euro für 120 Euro gekauft, sind trotzdem nur 100 Euro garantiert.


Der Kapitalerhalten ist nur gewährleistet, wenn das Papier über die gesamte Laufzeit gehalten wird.

Nicht zu unterschätzen: Das Emittentenrisiko

ausrufezeichenEines Risikos sollten sich Anleger aber in jedem Fall bewusst sein, nämlich des Emittentenrisikos. Zertifikate werden meist von Banken oder Fondsgesellschaften herausgegeben. Im Falle von deren Insolvenz sind auch Garantiezertifikate wertlos. Das gilt sogar dann, wenn die zugrundeliegenden Basiswerte sich gut entwickelt haben. Anders als Einlagen auf Konten werden diese Wertpapiere auch nicht über die entsprechenden Entschädigungseinrichtungen abgesichert.

Dass große Banken pleitegehen, kommt selten vor, ist aber durchaus möglich, wie der Fall Lehman Brothers zeigt. Die Wahl einer zuverlässigen Bank als Emittent ist deshalb sehr wichtig. Entscheidend ist dabei nicht, über welches Geldinstitut das Zertifikat gekauft, sondern von wem es herausgegeben wurde.


Garantiert ist der Schutz vor einem Kursverlust des Basiswertes, nicht aber vor einer Insolvenz des Emittenten.

Alternativen zu Garantiezertifikaten

VerbrauchertippsEinen Kapitalschutz mit geringerem Emittentenrisiko bieten Garantiefonds. Hier werden die Einlagen in einem Sondervermögen verwahrt, das auch im Fall einer Bankenpleite unangetastet bleibt. Bestehen bleibt natürlich das Risiko, dass der Kapitalschutz nicht gewährt werden kann, wenn das Fondsvermögen an Wert verloren hat. Die Gefahr eines Totalverlustes ist aber deutlich geringer.

Daneben sind Festgeldangebote eine weitere Alternative für sicherheitsbewusste Investoren, aufgrund der niedrigen Zinsen aber aktuell nur eingeschränkt attraktiv. Etwas risikoreicher ist die Anlage in börsengehandelte Indexfonds, sogenannte passive ETFs. Hier gibt es zwar keine Absicherung, weil nicht nur einzelne Werte, sondern alle Papiere eines Index gekauft werden, ist das Risiko aber geringer als bei einer Investition in einzelne Aktien.

Versierte Anleger können auch selbst für eine Absicherung sorgen, indem sie eine Verkaufsoption erwerben, die einen Verkauf mindestens zum Kaufpreis garantiert. Generell gilt: Je höher die Sicherheit, desto niedriger die möglichen Gewinne.


Festgeld, Garantiefonds und Indexfond sind Alternativen mit unterschiedlich hoher Sicherheit.

Die wichtigsten Vor- und Nachteile zusammengefasst!

Fasst man die Vorteile des Garantiefonds zusammen, erhält man diese Punkte:

  • Absicherung gegen Verluste
  • Chance, an Gewinnen am Aktienmarkt teilzuhaben
  • Risikoloser Einblick in den Wertpapiermarkt

Dem stehen diese Nachteile gegenüber:

  • Nur eingeschränkte Auszahlung von Gewinnen
  • Oft keine Dividende
  • Ausgabeaufschlag
  • Emittentenrisiko

Käufer von Garantiezertifikaten sollten die Berechnung der Auszahlung verstanden haben. Am einfachsten sind deshalb Papiere mit einer festen Partizipationsrate. Je höher die Rate und je niedriger der Ausgabeaufschlag, desto besser ist das Zertifikat.

Fazit – Garantiezertifikate: Für wen die richtige Geldanlage?

Garantiezertifikate bieten sich vor allem für sicherheitsbewusste Anleger an, die von den Chancen am Aktienmarkt profitieren wollen. Sie sind ein gutes Papier, wenn die Funktionsweise der Börse erst einmal erkundet werden soll. Bedingung ist aber, dass sie über die gesamte Laufzeit gehalten werden. Sehr ängstliche Investoren sollten das Emittentenrisikos beachten, für erfahrene langfristige Anleger ist ein Mix aus Aktien, ETFs und sicheren Geldanlagen oft besser als Garantiezertifikate.

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