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Fonds kaufen oder in Einzelwerte investieren – Was ist besser?

Fonds gelten als Königsweg um als Sparer ohne viel Aufwand an der Börse Geld zu verdienen. Sie sind aber auch teuer und schneiden meist nicht besser ab als der Markt. Sind also Einzelwerte die bessere Alternative oder gibt es sogar noch einen dritten Weg?

Fonds kaufen

Fonds ersparen die Suche nach einzelnen Aktien. Vor allem aktiv gemanagte Fonds sind aber oft teuer. Foto: Flickr @ Gipsmuseum Walkenried

Aktien oder Fonds kaufen?

  • Streuung bei Fonds
  • Manager suchen beste Werte
  • Kein Depot nötig

  • Hohe Kosten für Fonds
  • Oft unterdurchschnittliches Ergebnis
  • Principal Agent Problem

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Was sind Fonds?

ausrufezeichenIn Fonds bündeln Kapitalverwaltungsgesellschaften die Gelder verschiedener Anleger. Diese erhalten dafür Anteile am Fonds. Anders als bei einem Zertifikat wird das Geld als Sondervermögen verwaltet. Dazu wird, vor allem bei geschlossenen Fonds, teilweise sogar eine GmbH gegründet. Bei offenen Investmentfonds ist das nicht üblich, auch hier wird das Geld aber getrennt vom Guthaben der Fondsgesellschaft verwaltet. Im Fall einer Pleite des Herausgebers besteht der Fonds deshalb weiter, während ein Zertifikat dann wertlos wäre.

Geschlossene Fonds haben einen eingegrenzten Zweck, sie sammeln beispielsweise Geld für den Bau eines Bürogebäudes, eines Containerschiffs oder eines Windparks und werden geschlossen, wenn ausreichend Geld eingezahlt wurde.

Funktionsweise eines Investmentfonds. Quelle: BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V. Lizensiert unter Creative Commons 3.0

Funktionsweise eines Investmentfonds. Quelle: BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V. Lizensiert unter Creative Commons 3.0

Aktienfonds sind dagegen im Regelfall offene Fonds, bei denen ständig ein- und ausgezahlt werden kann. Wird von Investmentfonds gesprochen, sind damit im Regelfall offene Fonds gemeint.

Ein Sonderfall sind börsengehandelte Fonds, vom englischen Exchange Traded Fund als ETF abgekürzt. Sie können wie Aktien über die Börse ge- und verkauft werden.

In Fonds wird das Geld mehrere Anleger gebündelt und getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwaltet.

Vorteile von Fonds

VorteileAktienfonds bieten sowohl gegenüber Aktien als auch anderen Produkten wie Zertifikaten einige Vorteile. Weil sie ein Sondervermögen sind, ist das Vermögen bei einer Pleite der Fondsgesellschaft nicht verloren, anders als bei Zertifikaten.

Im Gegensatz zum Kauf von Einzelaktien ist das Risiko bei Fonds breiter gestreut. Denn jeder Fonds enthält eine Vielzahl von Einzelwerten. Ähnlich viele Aktien zu kaufen wäre für einen Kleinaktionär selbst bei einem günstigen Broker sehr teuer.

Außerdem ist die Investition in einen Fonds schlicht bequem. Denn als Anleger muss man sich dann nicht um die Auswahl der einzelnen Aktien kümmern, das erledigen professionelle Fondsmanager. Diese verfügen über lange Erfahrung und haben Zugang zu zahlreichen Quellen, die Normalanlegern nicht zur Verfügung stehen. Beispielsweise unterhält die Deutsche Bank eine große und angesehene Forschungsabteilung.

Anleger können in Fonds auch mit Hilfe von Sparplänen einzahlen. Das hat mehrere Vorteile, so muss das Geld nicht erst geparkt werden, bevor es investiert wird. Außerdem sorgt die regelmäßige, oft monatliche, Einzahlung dafür, dass zu unterschiedlichen Zeitpunkten investiert wird. Das senkt das Risiko ausgerechnet zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt zu kaufen. Bei einer Investition in Einzelaktien würden bei monatlichen Sparraten von 100 oder 200 Euro sehr hohe Gebühren fällig, für Fondssparpläne gelten dagegen besondere Konditionen.

Ein großer Vorteil von Aktienfonds ist für viele Anleger das professionelle Fondsmanagement.

Nachteile von Fonds

geldboerseDas professionelle Fondsmanagement wird als großer Vorteil von Aktienfonds gesehen, allerdings schaffen es viele Profis nicht den Markt zu schlagen. Das ist auch kein Wunder, schließlich beschäftigen die anderen Akteure meist ebenso gute Mitarbeiter, private Kleinanleger sind nur für einen geringen Teil des Aktienhandels verantwortlich. Außerdem sind die Interessen des Fondsmanagers nicht immer mit denen der Anleger deckungsgleich. Womöglich geht er unnötige Risiken ein um einen Bonus zu erhalten.

Hohe Gebühren sorgen schließlich dafür, dass die Mehrzahl der Aktienfonds schlechter abschneidet als der Index. Schuld daran sind nicht nur die Verwaltungsgebühren, sondern auch die Ausgabeaufschläge von teilweise bis zu 5,0 Prozent.

Zudem haben Anleger bei Fonds weniger Einfluss auf ihr Portfolio. Wer sich für den Aktienhandel begeistern kann, der hat zweifelsohne mehr Spaß mit dem Direktinvestment in Aktien.

Fonds verlangen hohe Gebühren und schneiden auch deshalb oft schlechter ab als der Markt.

Alternativen zu Fonds

FazitEine beliebte Alternative zu Fonds sind ETFs. Fairerweise müsste man von einer Alternativen zu klassischen Investmentfonds sprechen, denn auch ETFs sind Fonds. Allerdings werden sie über die Börse gehandelt, das erspart teure Ausgabeaufschläge. Wer passive Fonds kauft, beispielsweise auf den DAX oder den Euro Stoxx, der umgeht auch die hohen Managementgebühren. Bei diesen Indexfonds wird nämlich ein Aktienindex nachgebildet, der ETF macht daher die gleichen Gewinne wie dieser – und das ist meistens mehr als aktiv gemanagte Aktienfonds bieten. Außerdem bieten ETFs eine stärkere Möglichkeit eigene Akzente zu setzen. Wer sich mit der Geldanlage wenig beschäftigen will, der kann aber auch eine sinnvolle Kombination aus einigen wenigen ETFs kaufen, so dass verschiedene Regionen im Depot vertreten sind. Das ist ganz einfach und mit wenig Aufwand verbunden.

Beispielbild ETF Sparplan Test

Viele ETFs konzentrieren sich auf bestimmte Regionen oder Branchen, zum Beispiel auf die sogenannten Tigerstaaten. Im Bild ein Wohnhochhaus im Stadtstaat Singapur. Foto: Flickr @ Jérémy Binard

Alternativ bieten einige Broker wie quirion auch eine Vermögensverwaltung. Diese Variante ist günstiger als die meisten Fonds und auch flexibler, allerdings müssen mindestens 10.000 Euro investiert werden und Einzahlungen sind nur ab 2.000 Euro möglich. Daneben bietet der Broker auch eine telefonische Honorarberatung, wer will kann sich dort beraten lassen, mit welchen ETFs eine breite Absicherung möglich ist. Das ist meist immer noch günstiger als ein aktiv gemanagter Fonds.

Für die meisten Anleger dürften passive ETFs eine günstige Alternative zu aktiv verwalteten klassischen Aktienfonds sein.

Fazit

Der Kauf von Einzelwerten und Fonds schließt sich nicht aus. Insbesondere die Kombination von Indexfonds und Einzelwerten kann dazu beitragen, ein breit gestreutes Portfolio zu bekommen und trotzdem noch Spaß am Geldanlegen und Investieren zu haben.

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