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EZB akzeptiert ab 11.2. keine griechischen Anleihen mehr!

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mitgeteilt, dass sie ab kommenden Mittwoch (11. Februar) griechische Staatsanleihen nicht mehr als Sicherheit für neues Zentralbankgeld akzeptieren wird.

Griechische Anleihen als Sicherheit? Es verwundert eher, dass diese zuvor als Sicherheit von der EZB akzeptiert worden sind. Denn eigentlich waren griechische Anleihen aufgrund des hohen Ausfallrisikos (Stichwort „Schuldenschnitt“) ohnehin nur sehr begrenzt bis gar nicht als Sicherheit akzeptabel. Sicherheit im Sinne von Sicherheit für neues Zentralbankgeld. Es gab aber eine Ausnahme der EZB:

Die Europäische Zentralbank hatte griechische Anleihen als Sicherheit akzeptiert, was als Ausnahme galt. So wurde dies mit der Tatsache begründet, dass Griechenland unter den Euro-Rettungsschirm getreten war.

Nun war es der EZB aber offensichtlich zuviel: Nachdem die neue griechische Regierung die sogenannte „Troika“ aus Athen herausgeschmissen hatte, vermehrten sich die Zweifel an der Sicherheit griechischer Anleihen. Als dann auch noch glaubhaft aus Athen verkündet wurde, den bisherigen Sparkurs nicht mehr beachten zu wollen, zog die EZB die Konsequenz und verkündete die Entscheidung, ab kommenden Mittwoch die griechischen Staatsanleihen nicht mehr als Sicherzeit für neues Geld der EZB zu akzeptieren.

Das griechische Finanzministerium gibt sich gelassen

Zweckoptimismus oder wirkliche Gelassenheit? Von Seiten des griechischen Finanzministeriums gab es nach der Entscheidung der EZB die Aussage, dass dies „keine negativen Auswirkungen“ auf den Finanzsektor des Landes haben werde. Es würde noch andere Finanzkanäle geben, wodurch der Finanzsektor Griechenlands geschützt bleibe. So zitiert jedenfalls tagesschau.de das griechische Finanzministerium.

Quelle: Keine Sonderregeln für Griechen-Bonds

Und was sagten die Teilnehmer(innen) an den Finanzmärkten zu der Entscheidung der EZB? Wie es im Grunde nicht anders zu erwarten war sackten die Kurse der griechischen Staatsanleihen nach der Entscheidung der EZB nach unten durch. Denn ceteris paribus (wenn die sonstigen Umstände konstant bleiben) hat die Entscheidung der EZB die Attraktivität der griechischen Staatsanleihen verringert.

Die Rendite der 10jährigen Anleihen Griechenlands stieg deshalb nach der Entscheidung der EZB auf 10,28%.

2012 war einiges ähnlich – doch vieles anders!

Diese Situation erinnert kurzfristig durchaus an das Jahr 2012 – als griechische Staatsanleihen ebenfalls im Zuge der Staatsschuldenkrise unter Druck gerieten.

Doch gibt es einige signifikante Unterschiede. Damals waren die Rendite griechischer Staatsanleihen auf über 30% nach oben geschossen – die aktuell rund 10% sind da doch deutlich darunter. Zudem dürfte damals ein Großteil der griechischen Staatsanleihen von europäischen Banken gehalten worden sein.

Diese haben sich inzwischen weitgehend von ihren entsprechenden Beständen getrennt – ein bedeutender Teil davon soll bei der EZB gelandet sein.

Griechischer Schuldenschnitt: Wer soll das bezahlen?

Damit dürften anstehende Verluste bei einem weiteren „Schuldenschnitt“ eher die europäischen Steuerzahler als die Banken treffen. Und genau das führt dazu, dass ein solcher Schuldenschnitt für die Finanzmärkte wohl keine „Katastrophe“ mehr wäre. Es würde ja voraussichtlich hauptsächlich die Steuerzahler treffen…und kaum die Quartalszahlen von Bankinstituten betreffen. 2012 sah die Situation noch ganz anders aus.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

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