Europäische Airlines weiter in der Krise

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 22.06.2021


Viele Airlines haben weiter mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Die EU hat nun Hilfen für Air France genehmigt. Die französische Airline ist zuletzt tief ins Minus gerutscht und erhält nun staatliche Hilfen in Höhe von bis zu vier Milliarden Euro. Die EU legte jedoch Bedingungen fest, die mit den Hilfsgelder verbunden sind. Internationale Aktien vieler Branchen finden Trader, laut unserer XTB Depot Erfahrungen, auch bei XTB.

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Finanzschwierigkeiten überwinden

Aktiendepot.com Icon GebührenDas Geld soll Air France dabei helfen, das Eigenkapital zu stärken und die aktuellen Finanzschwierigkeiten zu überwinden. Die Fluggesellschaft muss jedoch bis zu 18 Start- und Landerechte am Flughafen Orly in Paris abgeben, damit Wettbewerber ihre Angebote an diesen Flughafen erweitern können. Laut EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager soll dies faire Preise und eine größere Auswahl für europäische Verbraucher sichern.

Laut dem französischen Wirtschaftsminister Bruno Le Maire erteilte die EU auch eine Genehmigung, dass es eine höhere Staatsbeteiligung geben darf. Derzeit hält der französische Staat 14,3 Prozent an der Holdinggesellschaft Air France-KLM. Dieser Anteil könnte nun auf fast 30 Prozent steigen. Schon im letzten Jahr hatte Air France drei Milliarden Euro vom Staat bekommen. Diese Summe wird nun in Eigenkapital der Holding verändert.

Europäische Airlines weiter in der Krise

KLM verhandelt separat

Die niederländische Fluggesellschaft KLM profitiert laut der EU zunächst nicht von den Hilfsgeldern. Die niederländische Regierung sagte, dass in Bezug auf die Airline eigene Verhandlungen mit den Verantwortlichen in Brüssel über eine finanzielle Hilfe laufen. Die EU-Kommission lockerte schon im letzten März die Vorgaben für Staatsbeihilfen, verschärfte aber im Mai die Vorgaben für einen direkten Staatseinstieg bei Unternehmen.

Air France verlor im letzten Jahr über sieben Milliarden Euro. Schon im ersten Quartal betrug das Minus zusammengerechnet mit dem Partnerunternehmen KLM 1,3 Milliarden Euro. Konzernchef Benjamin Smith sieht in der staatlichen Hilfe eine größere Stabilität, um nach der Krise wieder neu zu starten.

Ähnlich wie bei der Lufthansa ist es Air France nun jedoch verboten, Dividenden auszuschütten und die Übernahme von Wettbewerbern ist nur eingeschränkt erlaubt. Die staatlichen Hilfszahlungen für Air France werden von Ryanair deutlich kritisiert. Die Fluggesellschaft geht bereits gerichtlich gegen die Rettung der Lufthansa vor. Auch gegen vorherige Hilfen für Air France und Hilfspakete für Airline aus anderen europäischen Ländern geht Ryanair rechtlich vor.

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2004 Fusion mit KLM

Air France wurde 1933 gegründet. Die Airline hat ihren Sitz in Paris und ihre Basis auf dem dortigen Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle. Gemeinsam mit der KLM Royal Dutch Airlines aus den Niederlanden wird Air France von der Air France-KLM gehalten, die an der Börse notiert ist. Die Übernahme von KLM erfolgte 2004 im Zuge eines Aktientauschs. Bis 2008 wurden beide Airlines aus juristischen Gründen eigenständig weitergeführt.

Nach der Fusion war das Unternehmen das größte Luftfahrtunternehmen in Europa und nach dem Umsatz die größte Airline der Welt. Nach der Fusion ging die Holding Air France-KLM an die Börse. Damit ging der Anteil des französischen Staates auf weniger als 50 Prozent zurück. In der Wirtschaftskrise 2007 fiel die Airline jedoch zum ersten Mal seit der Übernahme von KLM in den Verlustbereich. Im Geschäftsjahr 2008 / 09 lag der Verlust bei 814 Millionen Euro.

Hilfe für Air France

Entspannung in den USA

In den USA scheint sich die Situation allerdings leicht zu entspannen und die Passagierzahlen steigen wieder. Zudem stellen einige Fluggesellschaften wieder neue Piloten ein. Nach Zahlen der Transportation Security Administration (TSA) liegen die Passagierzahlen seit dem 11. März wieder über einer Million am Tag.

So flogen beispielsweise am 4. April wieder über 1,5 Millionen Passagiere. Am 4. April 2020 waren es nur 122.000 Menschen. Die Zahlen sind aber noch weit vom Vorkrisenniveau entfernt. Zum Vergleich: Am 4. April 2019 waren in den USA über 2,4 Millionen Menschen mit dem Flugzeug unterwegs. Robert Rethfeld von Wellenreiter Invest geht davon aus, dass Ende Mai das Passagieraufkommen wieder bei 80 bis 90 Prozent des üblichen Werts liegt.

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Nachfrage nach Inlandsflügen in den USA steigt wieder

Aktiendepot.com Icon UmzugDie Beratungsfirma Oliver Wyman zeigt sich in einer aktuellen Studie aber weniger optimistisch. Auch die Marktbeobachter von Oliver Wyman gehen von einer rascheren Erholung aus als zuletzt gedacht. Dies geht auch auf die Hilfspakete der Regierung in Washington zurück. Zudem zeigt die Impfkampagne in den USA erste Wirkung. 2022 könnten die Inlandsflüge dann wieder auf dem Vorkrisenniveau liegen. Noch vor einem Jahr ging die Beratungsfirma davon aus, dass eine vollständige Erholung deutlich länger dauern wird. Einige Experten gingen damals sogar davon aus, dass es bis zu fünf Jahre dauern könnte, bis sich die Branche wieder erholt.

Auf eine verbesserte Situation deutet auch hin, dass wieder mehr Piloten eingestellt werden. So will United Airlines das während der Pandemie ausgesetzte Einstellungsprogramm für Piloten wieder starten und mit etwa 300 Piloten den Neustart wagen. Laut Bryan Quigley, Manager bei United Airlines, nimmt aufgrund steigender Impfungen die Nachfrage nach Reisen wieder zu.

 Airlines weiter in der Krise

Airlines optimistischer

Andere Airlines beginnen aber noch nicht wieder mit Neueinstellungen, obwohl sich auch diese optimistischer zeigen. So zeigte sich Ed Bastian, der Vorstandschef von Delta Air Lines, aufgrund von steigenden Buchungszahlen vorsichtig optimistisch. Ähnlich klingen auch Aussagen von Southwest Airlines und JetBlue Airways. Beide Airlines erwarten im nächsten Jahr etwas bessere Geschäftszahlen als zunächst gedacht. Zusammen erlitten alle amerikanischen Fluggesellschaften im letzten Jahr einen Verlust von 35 Milliarden Dollar.

Von dem Optimismus in den USA sind die Airlines in Europa noch weit entfernt. Hier ist eine Erholung bei den Passagierzahlen noch lange nicht in Sicht. Es werden weiter Negativrekorde gemeldet. Noch immer liegen die Passagierzahlen deutlich unter den Werten von 2019, was insbesondere mit den noch immer geltenden Reisebeschränkungen zusammenhängt. Veränderungen wie die Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca fallen dabei kaum ins Gewicht.

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Situation in Deutschland bis Sommer verbessert?

Aktiendepot.com Icon FAQsIn den USA gibt es zwar ebenfalls internationale Reisebeschränkungen, doch dort gibt es einen großen Markt für inländische Flugverbindungen. Viele Airlines verdienen ihr Geld vor allem mit Inlandsflügen. Für diese gibt es keine Beschränkungen. In Deutschland hofften die Airlines, dass sich bis Mai die Situation im Vergleich zum Vorjahr entspannt. Dies scheint derzeit nicht der Fall zu sein. Allerdings gibt es weiter die Hoffnung, dass in den Sommermonaten wieder mehr Reisen stattfinden können.

Allein die Lufthansa musste im letzten Jahr einen Verlust von 6,7 Milliarden Euro hinnehmen. Ein Thema, das hierzulande derzeit aufkommt, ist der sogenannte „Green Pass“, der das Touristikgeschäft wieder stärken könnte. Der Vorstoß dazu kommt von einer Initiative aus Brüssel. Dabei soll es sich um einen internationalen Nachweis mit allen notwendigen Dokumenten handeln, der sicheres Reisen garantieren soll. Allerdings handelt es sich beim „Green Pass“ nicht um einen europäischen Impfpass, da sich mit dem Pass auch Menschen, die negativ getestet wurden, ausweisen können.

Airlines in der Krise

Deutlich weniger Passagiere

Dieser Vorschlag gibt einigen Airlines neue Hoffnung. Allein die Passagierzahlen der Lufthansa liegen nur bei zehn Prozent des normalen Passagieraufkommens. 2020 lag der Nettoverlust trotz enormer Kostensenkungen bei 6,7 Milliarden Euro. 2019 erreichte die Lufthansa noch einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro. Viele Flugzeuge stehen weiter am Boden.

Die Lufthansa hat nur noch 110.000 Mitarbeiter. Vor der Krise waren es noch 140.000. Allein in Deutschland ging die Zahl der Mitarbeiter von 70.000 auf 62.000 zurück. Zudem ist bisher der Flugplan für Mai weiter unklar. Auch ein weiterer Stellenabbau ist denkbar. Schon vor einiger Zeit hatte die Lufthansa angekündigt, dass die Flotte verkleinert werden solle. Die Langstreckenflotte soll um über zwei Drittel kleiner werden. Mit modernen Flugzeugen will die Airline weitere Kosten sparen. Trotzdem möchte die Lufthansa versuchen die Staatshilfen bis zur nächsten Bundestagswahl zurückzuzahlen.

Zudem geht die Lufthansa davon aus, dass sich das Touristikgeschäft schneller erholen wird. Vor der Krise nahm die Airline viel Geld mit Geschäftsreisen ein. Diese machten etwa 30 Prozent aller Tickets aus. Die Kunden aus der First Class und der Business Class trugen zu fast 45 Prozent des Umsatzes bei.

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Neue Touristikangebote

Aktiendepot.com Icon KündigungKürzlich bestätigte die Lufthansa neue Reiseziele in Griechenland, Ägypten und auf den Balearen. Allerdings waren die Reisebuchungen zu Jahresbeginn deutlich geringer als üblich. Viele Kunden buchen derzeit eher kurzfristig eine Reise. Die Airlines hoffen weiter auf mehr Buchungen im Sommer.

Die Lufthansa will sich am Touristikgeschäft mit der neuen Billigmarke „Eurowings Discover“ beteiligen. Diese soll zunächst mit sieben Flugzeugen starten. Ursprünglich waren doppelt so viele eingeplant. Einige Experten gehen davon aus, dass es nun verstärkt z einer Konsolidierung in der Luftfahrtbranche kommen wird. Viele Airlines konnten die Pandemie nur mit staatlichen Hilfen überstehen. Sie müssen nun wohl Kosten senken, Kredite abzahlen und sich am Markt neu aufstellen. Dies kann mit sehr niedrigen Preise für Reisende einhergehen. Allerdings läuft beispielsweise am Frankfurter Flughafen derzeit das Frachtgeschäft sehr gut. Im Februar stieg das Fracht- und Luftpostaufkommen im Vergleich zum Vorjahr um 21,4 Prozent. Dies war der höchste Wert, der jemals in einem Februar erreicht wurde.

Hilfe für Air France

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Fazit: Weitere Staatshilfen für Air France

Aktiendepot.com Icon FazitAirlines machen weiter eine schwere Phase durch. Nun wurden nochmals Hilfszahlungen von bis zu vier Milliarden Euro für Air France genehmigt. KLM verhandelt separat mit der EU. Während in Europa weiter viele Airlines unter Druck stehen, verbessert sich die Situation in den USA. Dort zieht die Nachfrage nach Flugreisen wieder an.

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