ETFs auf Aktien: Interessante neue Zahlen!

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 12.10.2019


Für den europäischen ETF-Markt sind die frischen Zahlen für September eingetroffen. Ich habe mir zunächst angeschaut, wie sich die Netto-Zuflüsse bei den ETFs auf europäische Aktien entwickelt haben. In diese Anlagekategorie flossen zwar weiterhin netto Milliardenbeträge – doch die Zuflüsse sind bedeutend geringer ausgefallen als noch im August. Hier der Blick auf die Details:

Es geht bei den folgenden Zahlen um den europäischen ETF Markt (Quelle der Zahlen ist Lyxor ETF). Mit „Netto-Zuflüssen“ sind die Höhe der Zuflüsse abzüglich der Abflüsse gemeint – mithin das, was „unter dem Strich“ netto in die genannten ETFs geflossen ist. Hier nun die konkreten Zahlen dazu:

In ETFs auf europäische Aktien flossen im September 2,7 Mrd. Euro. Das klingt beeindruckend und es ist natürlich auch eine ordentliche Hausmarke – allerdings sollte dies in Relation zum Vormonat gesehen werden. Und da hatte es Netto-Zuflüsse von rund 7 Mrd. Euro gegeben. Es gab also durchaus einen signifikanten relativen Rückgang bei den Netto-Zuflüssen in europäische Aktien ETFs im September.

Diese „europäischen Aktien“ lassen sich weiter aufschlüsseln. So gab es bei ETFs auf deutsche Aktien erneut Netto-Zuflüsse (und damit 5 Monate in Folge). Diese lagen bei 452 Mio. Euro netto. Auch dieser Werte verzeichnete allerdings einen relativen Rückgang im Vergleich zum August, als rund das Doppelte dieses Wertes erreicht worden war.

In ETFs auf spanische und italienische Aktien (die von Lyxor ETF als „Peripheriestaaten“ bezeichnet werden) flossen im September netto 182 Mio. Euro. Das war ebenfalls weniger als im August, als gut 300 Mio. Euro in diese Anlagekategorie geflossen waren. Doch die Entwicklung verlief da in den letzten Monaten durchaus sprunghafter – so hatte es im Juli Netto-Abflüsse von ca. 180 Mio. Euro gegeben.

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Hohe Zuflüsse in ETFs auf Aktien europäischer Regionen

Erneut hohe Zuflüsse gab es dafür in ETFs auf Aktien europäischer Regionen. Da dachten die Anleger offensichtlich „supra-national“, indem sie ihre Anlage nicht auf die Aktien eines einzigen Landes beschränkten. In diesem Sektor lagen die Netto-Zuflüsse den Zahlen zufolge bei 1,7 Mrd. Euro. Damit verzeichnete diese Kategorie – wie die ETFs auf deutsche Aktien – fünf Monate in Folge Netto-Zuflüsse.

Es sieht demnach so aus, als ob die Anleger(innen) weiterhin frisches Geld in ETFs auf europäische Aktien gesteckt haben. Freilich nicht mehr in dem Ausmaß, in dem das noch im August der Fall gewesen war. Ist das ein Zeichen dafür, dass die Stimmung negativer geworden ist? Oder war der August zuvor ein „positiver Ausreißer“ gewesen? Für Letzteres spricht die Tatsache, dass die Netto-Zuflüsse im August auf einen Mehrmonats-Rekord gestiegen waren. Und wenn die Einkommen der Anleger(inne)n kaum steigen, dann ist es schließlich nur eine natürliche Entwicklung, dass die Netto-Zuflüsse in ETFs nicht in den Himmel wachsen können. Es sei denn, es wird aus anderen Anlageklassen umgeschichtet.

Interessant finde ich noch diese Zahlen: Lyxor ETF zufolge erhöhte sich das insgesamt in ETFs verwaltete Vermögen auf 414 Mrd. Euro – gegenüber dem 31.12.2014 ist das ein Anstieg von rund 14%. Dem positiven Markteinfluss waren davon 2,15 Prozentpunkte zu verdanken – der Großteil des Anstiegs kam also durch Netto-Zuflüsse = frisches Kapital zustande.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.