Die Lufthansa fliegt aus dem DAX

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 26.06.2020


Die Lufthansa verliert zu allem Überfluss nach den Schwierigkeiten der letzten Wochen nun auch noch ihren Platz im DAX. Ab dem 22. Juni ist das Unternehmen nur noch im MDax vertreten. Nachfolger im DAX wird der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen. Die Aktien beider Unternehmen lassen sich auch über CFDs handeln.

Mittelgroße Werte im MDax

Im MDax sind mittelgroße Werte vorhanden, die an der deutschen Börse notiert sind. Das M in MDax steht für Mid-Cap, also für mittelgroße Börsenwerte. Im Index sind 60 Unternehmen vertreten, die in Marktkapitalisierung und Handelsvolumen kleiner sind als die Werte im DAX. Der MDax wurde 1996 eingeführt, kann aber bis ins Jahr 1987 zurückgerechnet werden. Der MDax wird zwar als Performance- und Kursindex berechnet, meist wird sich aber auf den Performanceinidex bezogen. Dieser wird so berechnet, als wenn alle Zahlungen wie Dividenden direkt wieder in die Aktie investiert würden.

Der MDax lässt sich übrigens auch über einige Index-CFDs handeln. Was Index-CFDs sind und wie diese gehandelt werden, erfahren Sie in unseren Ratgebern. Der Entscheidung, dass die Lufthansa in den MDax absteigen muss, ging eine turnusgemäße Überprüfung der Aktienindizes durch die Deutsche Börse voraus.

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Deutsche Börse entscheidet über Zusammensetzung

Die Entscheidung, welche 30 Werte im DAX vertreten sind, wird maßgeblich von Börsenumsatz bzw. dem Handelsvolumen und dem Börsenwert bzw. der Marktkapitalisierung bestimmt. Die Lufthansa-Aktie verlor im Zuge der Schwierigkeiten, die durch die Corona-Pandemie ausgelöst wurden, massiv an Wert und verliert daher nun nach 32 Jahren ihren Platz im DAX. Damals gehörte das Unternehmen zu den Gründungsmitgliedern des Leitindexes.

Auch ein milliardenschweres Hilfspaket der Bundesregierung konnte diese Maßnahme nicht verhindern. Nach sechs anderen Gründungsmitgliedern wie ThyssenKrupp oder der Commerzbank muss damit das siebte Unternehmen, dass 1988 bei der Gründung des DAX dabei war, den Leitindex verlassen. Weitere Unternehmen wurden wegen Fusionen aus dem DAX herausgenommen.

Herausnahme aus dem DAX durch Fast-Exit-Regel

Der Grund für das Ausschieden der Lufthansa aus dem DAX ist die Fast-Exit-Regel der Deutschen Börse. Der Kurs der Lufthansa-Aktie ging in der Corona-Krise um rund 38 Prozent nach unten. Zudem verringerte sich der Börsenwert auf nur noch etwa 4,9 Milliarden Euro. Die Lufthansa gehört damit nicht mehr zu den 30 wertvollsten Unternehmen in Deutschland und erfüllt nicht mehr die Vorgaben für den DAX.

Im Rahmen der Fast-Exit-Regel kann ein Aktienwert aus dem DAX fallen, wenn er mit Blick auf die Marktkapitalisierung oder den Börsenumsatz nicht mehr zu den 45 wertvollsten Unternehmen in Deutschland gehört. In diesem Fall erhält eine Aktie aus dem MDax den frei gewordenen Platz, wenn dieser beim Börsenwert zu den 35 wertvollsten Unternehmen in Deutschland gehört.

Die Lufthansa fliegt aus dem DAX

Lufthansa ohnehin in der Krise

Das Herausfliegen aus dem DAX dürfte die Lufthansa weiter belasten. Nach Umsatzverlusten in der Corona-Krise sind mittlerweile auch tausende Arbeitsplätze in Gefahr. Unter Umständen trennen sich nun viele Anleger von ihren Lufthansa-Aktien – wenn sie dies nicht schon getan haben. Wer jedoch weiter Lufthansa-Aktien handeln möchte, könnte CFDs als Alternative wählen. CFDs haben den Vorteil, dass Trader hierüber auch auf fallende Kurse setzen können. Dass der Kurs der Lufthansa-Aktie weiter fällt, ist aktuell nicht ausgeschlossen. Wie Trader am besten über CFDs auf fallende Kurse setzen, wird in unserem Ratgeber genauer erklärt.

Nachfolger der Lufthansa im DAX wird der zweitgrößte private Vermieter in Deutschland, die Deutsche Wohnen. Das Unternehmen vermietet bundesweit insgesamt 160.000 Wohnungen. Der größte deutsche Vermieter Vonovia ist schon seit fünf Jahren im DAX vertreten. Die Deutsche Wohnen hat ihren Sitz in Berlin. Damit steigt zum ersten Mal seit 14 Jahren wieder ein Hauptstadt-Unternehmen in den DAX auf.

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Branchengewichtung im DAX denkbar

Der Aufstieg der Deutschen Wohnen verschiebt auch die Branchengewichtung im DAX leicht, da nun der zweite Immobilien-Konzern in den Leitindex aufsteigt. Allerdings ist das Unternehmen derzeit eines der eher kleineren Werte im DAX, was die Branchenstruktur nicht massiv verändern wird. Es ist zudem derzeit nicht zu erwarten, dass Immobilienunternehmen mehr Gewicht im DAX bekommen werden, da der Leitindex weiter von großen Technologie- und Industrie-Unternehmen wie SAP oder Siemens dominiert wird.

Allerdings könnte sich die Situation mittelfristig verändern, denn auch das Unternehmen Arounttown steht derzeit im MDax nicht schlecht da und könnte bald in den DAX aufsteigen. Der Schwerpunkt von Aroundtown liegt allerdings auf gewerblichen Immobilien. Mit dann drei Immobilienunternehmen im DAX würde auch diese für die deutsche Wirtschaft wichtige Branche im Leitindex gut abgebildet werden.

Kritik an der Deutsche Wohnen

Kritik am Aufstieg der Deutsche Wohnen in den DAX kommt aber von Mietern. Sie befürchten, dass es letztendlich zu weiteren Mietsteigerungen kommen wird und der Wohnungsmarkt insbesondere in Berlin noch weiter in den Fokus internationaler Investoren rückt. Vor allem in Berlin wird seit langem über den sogenannten Mietendeckel diskutiert. Von diesen Diskussion ist die Deutsche Wohnen seit Mitte letzten Jahres besonders stark betroffen, denn die meisten Immobilien des Unternehmens befinden sich in Berlin.

Dem Unternehmen wird vorgeworfen, für die weiter steigenden Mietpreisen in Berlin maßgeblich verantwortlich zu sein. Das Unternehmen hat diese Vorwürde stets bestritten. Zudem hält die Deutsche Wohnen den Mietendeckel für verfassungswidrig. Dennoch geht die Deutsche Wohnen davon aus, dass der Mietendeckel für Gewinneinbußen sorgen wird. Allerdings stiegen die Mieteinnahmen für das Unternehmen in Berlin im ersten Quartal um 2,3 Prozent.

Lufthansa DAX

Einer der wichtigsten Indizes der Welt

Der DAX ist wohl einer der bekanntesten Indizes der Welt und gilt in Deutschland auch als Indikator für die gesamte Wirtschaft und den Aktienmarkt. DAX-Aktien werden von vielen Anlegern sehr gerne gehandelt. Daher sollten Anleger auch stets Veränderungen im Leitindex verfolgen. Diese wirken sich übrigens auch auf DAX-ETFs auf, da sich bei Veränderungen im DAX aus die Zusammensetzung der börsengehandelten Fonds verändert.

Insbesondere in unsicheren Zeiten, wie wir sie im Moment erleben, können aber CFDs eine interessante Alternative zum direkten Kauf von Aktien sein. Über Aktien erwirbt ein Aktionär einen Anteil am Eigenkapital eines Unternehmens. Dies ist bei CFDs nicht der Fall. Trader erwerben mit CFDs lediglich eine Forderung. Der Kurs eines CFDs bildet den Kurs der Aktien genau ab. Neben Aktien können aber auch aber Basiswerte über CFDs gehandelt werden.

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Flexibilität mit CFDs

Trader, die damit ein Konto bei einem CFD-Broker eröffnen, sind damit in vielen Fällen sehr flexibel. Beispielsweise kann es je nach Anlagestrategie sinnvoller sein, mit einem Index-CFD gleich auf mehrere Aktien zu setzen. Kommt es wie derzeit zu Veränderungen im DAX, muss sich der Anleger jedoch um nichts kümmern. Die Veränderung im Index-CFD erfolgt automatisch vonseiten des Brokers. Insbesondere DAX-CFDs werden von vielen Brokern angeboten. Wer bisher noch kein Konto bei einem CFD-Broker besitzt, sollte zunächst einen gründlichen Brokervergleich vornehmen und dabei nicht nur die Kosten des Anbieters, sondern auch die handelbaren Finanzinstrumente gut prüfen. Gilt das Interesse vor allem deutschen Aktien und Indizes, sollte der gewählte Broker diese Auswahl auch anbieten.

Auch bei CFDs Anleger erhalten übrigens Dividenden, wenn sie am Tag der Dividendenausschüttung einen CFD auf die jeweilige Aktie halten. Die Dividendenausschüttung übernimmt in diesem Fall allerdings der Broker. CFDs könnten zudem auch außerbörslich gehandelt werden. Damit sind Trader nicht an die Börsenöffnungszeiten gebunden, obwohl sie diese kennen sollten. Zu den Haupthandelszeiten ist der CFD-Handel bei vielen Broker günstiger.

CFD-Handel oft günstiger

Insgesamt ist der Handel mit CFDs oftmals günstiger als der direkte Handel mit Aktien. Bei Aktien müssen Anleger den vollen Betrag bezahlen, oft im Voraus. CFDs kosten meist nur einen bestimmten Prozentsatz. Oft eignen sich CFDs auch aufgrund der geringen Kosten, um kurzfristige Volatilitäten am Markt abzusichern. Halten Anleger beispielsweise langfristig eine bestimmte Aktie, können sie mit CFDs kurzfristig in die Gegenrichtung investieren, um Verluste aufzufangen. Dies könnte derzeit auch mit Blick auf die Lufthansa-Aktie, aber auch bei anderen Aktien aus dem DAX sinnvoll sein.

CFDs geben Anlegern viel Flexibilität. Da viele Broker eine große Auswahl an Aktien und Indizes als Basiswerte anbieten, ist der Wechsel von einer Aktie zur anderen oft auch gut möglich. Allerdings sollten Anleger sich vorab gut über den CFD-Handel und die Märkte informieren und auch eine gründliche Analyse nicht unterschätzen. Mehr zu den einzelnen Analysemethoden erfahren Sie ebenfalls in unseren Ratgebern. Bei Aktien empfiehlt sich oftmals die Fundamentalanalyse, die sich auf verschiedene betriebs- und volkswirtschaftliche Kennzahlen stützt.

CFD-Handel

Fazit: Bei DAX-Veränderung mit CFDs flexibler

Die Lufthansa ist nach allen Schwierigkeiten der letzten Wochen nun auch aus dem DAX herausgefallen. Nachfolger wird der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen. Die Lufthansa-Aktie wird ab dem 22. Juni nur noch im MDax der mittelgroßen Werte handelbar sein. Die Deutsche Wohnen ist nach der Vonovia bald das zweite Immobilienunternehmen im DAX.

Unter Umständen trennen sich nun immer mehr Anleger von ihren Lufthansa-Aktien. Eine Alternative sind allerdings CFDs. Da nicht auszuschließen ist, dass der Aktienkurs weiter fällt, können Anleger mit diesem Finanzinstrument auch auf fallende Kurse setzen. Natürlich ist die Aktie der Deutschen Wohnen, bei der Kurssteigerungen denkbar sind, auch über CFDs handelbar. Nach einem gründlichen Brokervergleich haben Anleger daher bei CFDs viel Flexibilität. Alternativ können CFDs auch auf Indizes wie den DAX gehandelt werden. Hier können Anleger gleich mehrere Aktien über nur ein Finanzinstrument handeln.

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