Deutschland will Vorreiterrolle beim autonomen Fahren

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 27.08.2021


Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, die Vorreiterrolle beim autonomen Fahren zu übernehmen. Schon ab kommendem Jahr sollen nach Auffassung des Bundestags Autos ohne Fahrer auf den Straßen unterwegs sein. Deutschland gibt sich damit als eines der ersten Länder eine umfassende Gesetzgebung für dieses Thema. XTB hat auch die Aktien großer Autobauer im Angebot, laut unseren XTB Depot Erfahrungen.

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Neues Gesetz auf den Weg gebracht

Laut des neuen Gesetzes sollen Autos der Stufe vier ohne Fahrer schon seit nächstem Jahr auf bestimmten Strecken im Regelbetrieb des öffentlichen Straßenverkehrs unterwegs sein dürfen. Das vollautomatisierte Fahren der Stufe vier erlaubt, dass Computer in bestimmten Situationen oder für eine festgelegte Zeit komplett die Kontrolle über das Auto übernehmen. Eine Überwachung durch den Fahrer ist dabei nicht notwendig, da das System die Führung des Fahrzeugs übernimmt. Die Insassen des Autos können währenddessen zum Beispiel telefonieren, am Smartphone aktiv sein oder sogar schlafen. Der Fahrer muss nun fahrtüchtig sein.

Selbstfahrende Autos der Stufe vier können sogar in komplizierten Verkehrssituationen, beispielsweise plötzlichen Baustellen, ohne Eingriffe des Fahrers zurechtkommen. Dieser Auffassung ist zumindest BMW. Falls nötig, wenn beispielsweise das System ausfällt, wird der Fahrer informiert. In Not kann die Computersteuerung demnach wohl sogar den Wagen am Straßenrand abstellen.

Deutschland will Vorreiterrolle beim autonomen Fahren

Bisher selbstfahrende Autos nur mit Sondergenehmigung unterwegs

Bisher durften dieser Autos nur mit Sondergenehmigung in Deutschland unterwegs sein. Viele Autobauer integrierten in den letzten Jahren nur bei einigen Modellen automatische Systeme, die beim Überholen, dem Spurwechsel oder beim Bremsen helfen. Nun könnten die Autobauer und die Politik den nächsten Schritt gehen und laut dem Verkehrsministerium zum Beispiel selbstfahrende Fahrzeuge für Shuttleverbindungen oder zur Beförderung von Gütern einsetzen.

Weitere Einsatzzwecke im öffentlichen Personenverkehr in Kommunen sind denkbar. Dies ist auch Teil des Gesetzentwurfs. Kleinere oder größere Fahrzeuge könnten den Bedarf auf verschiedenen Wegen abdecken. Die reaktionsschnellere Technik könnte laut des Gesetzentwurfes die Verkehrssicherheit verbessern. Bisher durften autonome Fahrzeuge, genannt „People Movers“ nur mit Sondergenehmigung auf Betriebsflächen fahren. Diese Fahrzeuge sind oft kleine, langsam fahrende Busse, die elektrisch betrieben werden und Menschen ohne Fahrer transportieren.

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Langfristig Revolution der Mobilität

Tankred Schipanski, der digitalpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sagte, dass autonomes Fahren langfristige die Mobilität revolutionieren wird, wofür Voraussetzungen und Rahmenbedingungen benötigt werden. Der Gesetzesentwurf wird auch vom Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) befürchtet. Neben Kunden und der Autoindustrie wird laut VDA-Präsidentin Hildegard Müller auch der Standort Deutschland profitieren und die deutschen Autobauer könnten in diesem Segment sogar weltweit führend werden. Allerdings müssen die Bundesländer im Bundesrat noch den neuen rechtlichen Vorgaben zustimmen.

Das Geschäft mit Auto-Software ist schon lange ein Milliardengeschäft und die Zeit für die deutschen Autobauer scheint knapp zu werden, den Google oder Tesla sind aus technologischer Sicht längst viel weiter. Auch Apple soll bereits an einem selbstfahrenden Auto arbeiten. Darüber hinaus ist die chinesische Konkurrenz auf dem Vormarsch. Die deutschen Autobauer sollten daher nicht den Anschluss verlieren.

Deutschland Vorreiterrolle beim autonomen Fahren

Digitalisierung wird immer wichtiger

Auch bei BMW, VW oder Daimler spielen Software und Digitalisierung eine immer größere Rolle. Dies ist allerdings mit sehr hohen Kosten verbunden. Die deutschen Autobauer haben zudem das Ziel, von US-Unternehmen unabhängiger zu werden. Das Geschäft mit Software für Autos könnte laut der Schweizer Bank UBS bis 2030 zwei Billionen Dollar wert sein.

Auch der Individualverkehr und die Städte werden sich in den nächsten Jahrzehnten wohl grundlegend verändern. Viele Städte und Kommunen gehen jetzt schob Schritte, um die Umweltbelastung und die Belastung durch Verkehr und Lärm zu reduzieren. Deutschland könnte mit dem neuen Gesetz nun einen weiteren Schritt gehen. Laut Verkehrsminister Andreas Scheuer gibt es bisher in keinem anderen Land vergleichbare Vorgaben zum autonomen Fahren. Das Gesetz schafft nun einen Rechtsrahmen für den Weg zum Regelbetrieb.

Der Bundestag hat sich zudem entscheiden, auch beim Thema Elektromobilität neue Regeln auf den Weg zu bringen und legte die Basis zur Ausschreibung von 1.000 weiteren Standorten für neue Schnellladesäulen. Damit wird das Schnellladenetz ausgebaut. Bis 2023 sollen Schnellladesäulen mit einer Leistung von mehr als 150 Kilowatt staatlich gefördert werden.

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Ausbau des Schnellladenetzes geplant

Laut des Verkehrsministeriums gibt es derzeit etwa 800 Ladepunkte. Dies sind rund 2,4 Prozent aller öffentlich zugänglichen Ladesäulen. Stimmen aus der Wirtschaft sagen, dass Ladesäulen bisher nicht wirtschaftlich betrieben werden. Daher sieht die Bundesregierung in ihrem Gesetz vor, dass langfristig Verträge mit Unternehmen geschlossen werden sollen, die die Ladesäulen nach einer europaweiten Ausschreibung bauen und betreiben sollen.

Ein weiteres Thema ist die sogenannte Reichweitenangst. Bald sollen aber auch längere Fahrten mit Elektroautos gut möglich sein. Davon geht zumindest Reinhard Zirpel, der Präsident des Autoverbandes VDIK, aus. Dazu muss aber rasch der Aufbau eines flächendeckenden Schnellladenetzes beginnen. Denkbar ist, dass die Ausschreibungen nun bald starten und dieses Netz bis 2023 entstehen könnte.

Der privatwirtschaftliche Ausbau dürfe aber aus Sicht des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) nicht gebremst werden. Dagegen geht der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) von einem fairen Wettbewerb aus, an dem sich auch mittelständische Stadtwerke beteiligen können.

Neues Gesetz zum autonomen Fahren

Andere Länder beim autonome Fahren schon weiter

Andere Länder sind aus technologischer Sicht beim Thema autonomes Fahren schon deutlich weiter. Beispielsweise fahren in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona bereits Fahrzeuge des Google-Tochterunternehmens Waymo durch die Straßen und transportieren auch Fahrgäste. In den Autos sitzt kein Fahrer. Mitarbeiter von Waymo überwachen die Fahrzeuge lediglich aus der Ferne.

In Shenzhen in China sind bereits 25 Robotaxis unterwegs. Die Genehmigung dafür erhielt das chinesische Start-up AutoX. Hierzulande fahren selbstfahrende Autos noch auf Teststrecken. Nun ist zwar das neue Gesetz zum autonomen Fahren auf den Weg gebracht worden, doch Sicherheitsbedenken gibt es weiter. Zudem sind Haftungsfragen ungeklärt.

Waymo investiert jedes Jahr drei Milliarden Dollar in autonomes Fahren. Darüber hinaus hat Intel mehrere Milliarden Dollar für das israelische Unternehmen Mobileye ausgegeben, das Radar-Sensoren und optische Systeme für Autos entwickelt. Auch weitere Unternehmen wie Alibaba oder Sony arbeiten aus Software und Systemen für autonomes Fahren.

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Auch Apple arbeitet an Software

Bei Apple arbeiten Ingenieure am Projekt „Titan“ und wollen ein Fahrsystem aufbauen, dass 2024 auf den Markt kommen soll. Allerdings hat Apple das Knowhow für Software, allerdings fehlt dem Unternehmen ein Partner, der Autos bauen kann. Die deutschen Autobauer lehnten Anfragen von Apple ab und auch Verhandlungen mit Hyundai scheiterten. Die Unternehmen wollen wohl nicht als reiner Auftragsfertiger oder Zulieferer für Apple tätig werden. Bei Tesla wird an einer Robotaxi-Funktion gearbeitet. Dabei sollen Kundinnen und Kunden bald eine Selbstfahr-Software für die Tesla-App im Abo bekommen können. VW arbeitet wohl an einer ähnlichen Funktion, die jedoch erst in einigen Jahren auf den Markt kommen soll.

Software wird damit mehr und mehr zum Kernthema für die Autobranche und könnte bald wichtiger werden als Batteriezellen. Die deutschen Autobauer müssen daher auf jeden Fall aufholen und haben die Wichtigkeit des Themas erkannt. Dabei geht es auf jeden Fall darum, eine eigenes Betriebssystem aufzubauen, um von Apple oder Google unabhängig zu sein. Neben Investitionen in die Digitalisierung werden daher immer mehr Software-Entwickler eingestellt.

autonomes Fahren

Hohe Ausgaben für Software und Digitalisierung

VW will bis 2025 27 Milliarden Euro für Digitalisierung und autonomes Fahren ausgeben und arbeitet bereits mit Unternehmen wie Amazon oder Microsoft zusammen. Daimler stellt sich grundlegend neu auf, um die Digitalisierung voranzubringen und will bis 2024 ein eigenes Betriebssystem auf den Markt bringen. Dafür arbeitet Daimler mit Nvidia zusammen. Die Unternehmensberatung McKinsey geht davon aus, dass die Hersteller bis 2035 je zehn bis 15 Milliarden Euro für das autonome Fahren ausgeben müssen, wobei Rückschläge und Unfälle nicht ausgeschlossen sind. Aktuell hat jedoch Daimler auch die Zusammenarbeit mit Bosch bei Robotaxis beendet.

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Trader können den Handel zunächst über ein XTB Demokonto testen und dann ohne Mindesteinzahlung ein Live-Konto eröffnen. Fragen beantwortet der Kundenservice. Dazu kommen zahlreiche Schulungsmaterialien und Marktinformationen. Regelmäßig finden Webinare zu den unterschiedlichsten Trading-Themen statt.

Fortschritte beim autonomen Fahren

Fazit: Neues Gesetz zum autonomen Fahren

Ein neues Gesetz zum autonomen Fahren hat den Bundestag passiert. Bald könnten selbstfahrende Straßen auch im Regelbetrieb zu sehen sein. Auch das Schnellladenetz für E-Autos soll ausgebaut werden. Vergleichbare gesetzliche Regelungen gibt es bisher in keinem anderen Land. Auch wenn die deutschen Autobauer aus technologischer Sicht noch einiges aufzuholen haben, hoffen sie, bald international Vorreiter zu werden.

Aktien der deutschen Autobauer sind auch bei XTB handelbar. Der Handel ist bis 100.000 Euro im Monat kommissionsfrei und erfolgt über die xStation 5. Alternativ ist auch der CFD-Handel mit Aktien möglich. Fragen rund um den Handel beantwortet der Kundenservice des Brokers in der Niederlassung in Frankfurt am Main.

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