Delivery Hero plant Einstieg bei Gorillas

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 27.08.2021


Delivery Hero will beim Lebensmittellieferdienst Gorillas einsteigen, der innerhalb weniger Minuten Lebensmittel direkt an die Haustür liefert. Das Start-up hat aber noch Kosten in Millionenhöhe und der Markt ist hart umkämpft. Laut einem Bericht der „manager magazins“ will Niklas Östberg, der Chef von Delivery Hero, zunächst etwa 200 Millionen Euro investieren, später nochmals 200 bis 400 Millionen Euro. Aktien von DAX-Unternehmen können auch bei XTB gehandelt werden.

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Neue Finanzierungsrunde geplant

Geplant ist eine neue Finanzierungsrunde, an der sich auch das chinesische Internetunternehmen Tencent und der amerikanische Hedgefonds Coatue Management beteiligen wollen. Von Delivery Hero und Gorillas gibt es noch keine offizielle Stellungnahme. Von beiden Seiten hieß es, dass man Gerüchte nicht kommentieren wolle.

Delivery Hero ist insbesondere im asiatischen Raum sehr stark. Dort erzielt das Berliner DAX-Unternehmen zuletzt fast die Hälfte seiner Einnahmen. Das Deutschlandgeschäft gab das Unternehmen 2019 ab. In Europa ist das Unternehmen vor allem in Nord- und Osteuropa mit regionalen Marken aktiv. Im Mai wurde bekannt, dass das Unternehmen mit der Marke Foodpanda auch wieder in Deutschland aktiv werden will. Foodpanda bietet Lieferungen aus Restaurants angeboten, aber auch Lebensmittellieferungen an.

Delivery Hero erneut mit hohem Verlust

Delivery Hero steht derzeit allerdings nicht allzu gut da. Im ersten Halbjahr verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von über 918 Millionen Euro. Dies war doppelt so viel wie Anfang 2020. Damals lag der Verlust nur bei 448 Millionen Euro. Auf der anderen Seite wächst das Unternehmen aber stark und verzeichnete im ersten Halbjahr 1,22 Milliarden Bestellungen. Dies war mehr als doppelt so viel wie im ersten Halbjahr 2020. Der Umsatz verdoppelte sich auf 2,68 Milliarden Euro. Der operative Verlust stieg im ersten Halbjahr um fast zehn Prozent auf etwa 351 Millionen Euro.

Gorillas ist seit letztem Jahr auf dem Markt und wirbt damit, Lebensmittel zu Supermarktpreisen in weniger als zehn Minuten nach Hause zu liefern. Allerdings haben Konkurrenten wie Flink ähnlich Angebote, mit denen sie insbesondere in Großstädten arbeiten. Frisches Kapital könnte für Gorillas wichtig sein, um das weitere Wachstum zu finanzieren. Gorillas hat kleine Lager in zentraler Lage, von denen aus die Mitarbeitenden in Großstädten schnell ausliefern können. Das Angebot gibt es mittlerweile in 21 Städten in Deutschland. Gorillas ist seit kurzem auch in den USA und Großbritannien tätig.

Angestrebte Bewertung verpasst

Das Start-up hatte sich ursprünglich von der letzten Finanzierungsrunde eine Bewertung von sechs Milliarden Dollar erhofft, was aber nicht erreicht wurde. Noch Anfang August berichtete die „Financial Times“, dass der amerikanische Lieferdienst Doordash eine Investition plane. Dazu kommt, dass Gorillas aufgrund seiner Arbeitsbedingungen in die Kritik geraden ist.

Gorillas war eine Weile eine Art Shooting-Star der deutschen Start-ups und auch bei Investoren beliebt. Dies war bei der letzten Finanzierungsrunde aber nicht mehr der Fall. Daher sah wohl vor einigen Wochen Doordash eine Chance, auf dem deutschen Markt einzusteigen und die erste Investition in Europa zu tätigen. Die Finanzierungsrunde wurde mit 2,5 Milliarden Euro bewertete. Rund vier Monaten zuvor gab es ebenfalls eine Finanzierungsrunde für Gorillas, bei der das Unternehmen über 240 Millionen Euro von Investoren erhielt. Damit wurde Gorillas in Rekordzeit zum Einhorn. Gorillas hat in den letzten Monaten aber wohl auf Kosten seiner Expansion viel Geld verbrannt, vor allem Gelder von Risikokapitalgebern.

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Übernahme durch Doordash diskutiert

Kurzzeitig stand sogar im Raum, Doordash könnte Gorillas für einen Betrag im niedrigen Milliardenbereich kaufen. Doordash wollte wohl 400 Millionen Euro bei Gorillas investieren. Laut des „UK Telegraph“ aus Großbritannien sollen beide Unternehmen bereits eine Absichtserklärung unterschrieben haben. Der Deal platze aber. Der Grund könnte gewesen sein, dass Gorillas eine höhere Investition bei anderen Unternehmen bzw. deren Kurieren gefordert habe.

Gerüchte, dass Doordash in Europa aktiv werden will, gibt es schon länger. Immer wieder ist zu hören, dass das Unternehmen Mitarbeitende in Deutschland suche und Stellenanzeigen für Kuriere und Beschäftigte für das Marketing, Human Ressources und Strategie in Berlin geschaltet hat. Auch in Großbritannien könnte Doordash bald aktiv werden.

Probleme bei Gorillas

Allerdings hat Gorillas seit einigen Wochen weitere Sorgen. Mitarbeitende, die sogenannten „Rider“ hatten Streiks vor Lagern organisiert und kritisieren unter anderem die befristeten Arbeitsverträge. Dazu kommt ein hoher Zeitdruck sowie schlechte Ausrüstung und unpünktliche Bezahlung. Sogar Bundesarbeitsminister Hubertus Heil schaltete sich im Juli in den Streik ein und traf sich mit Beschäftigten. Die Streiks wurden vom Gorillas Workers Collective (GWC) organisiert, einem eher lockeren Zusammenschluss von Mitarbeitenden.

In die Kritik geriet auch Kagan Sümer, der Gründer von Gorillas. Laut Medienberichten sei er aufgrund von Drogenkonsum von früheren Arbeitgebern entlassen worden. In einem Interview gab Sümer zu, dass er während seiner Zeit bei Rocket Internet in der Tat „leistungssteigernde Mittel“ genommen habe, um den Anforderungen an seine Aufgaben gerecht zu werden.

Probleme bei Delivery Hero

Delivery Hero hat ebenfalls einige Schwierigkeiten. Das Unternehmen nimmt hohe Verluste in Kauf, um schneller zu wachsen und Marktanteile zu bekommen. Dies geht zulasten der Profitabilität. Die Erlöse stiegen während der Pandemie, vor allem in Asien und im Nahen Osten. In Deutschland ist wohl Just Eat Takeaway mit der Marke Lieferando der größte Konkurrent. Dazu kommen immer mehr Start-ups.

Foodpanda ist nun wieder für Delivery Hero in Berlin unterwegs. Im Herbst sollen weitere Städte dazu kommen, was aber mit Kosten für Lager und Fahrer verbunden ist. Trotz aller Schwierigkeiten und Kosten will Delivery Hero mehr erreichen. Dies zeigt auch, dass der Ausblick im Rahmen der Präsentation der Quartalszahlen erhöht wurde. In diesem Jahr sollen die Erlöse bei 6,4 bis 6,7 Milliarden Euro liegen. 2020 waren es 2,8 Milliarden Euro.

Ausblick für Gewinnmarge gesenkt

Allerdings senkte Delivery Hero nur wenige Wochen zuvor den Ausblick für die Gewinnmarge. Für 2021 wir ein bereinigtes operatives Ergebnis von rund minus zwei Prozent im Verhältnis zum Bruttowarenwert erwartet. Zuvor ging man von minus 1,5 bis minus zwei Prozent aus. Der Bruttowarenwert könnte in diesem Jahr bei 33 bis 35 Milliarden Euro liegen. Dieser stieg im ersten Halbjahr um rund drei Viertel auf 16,2 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz aller Segmente verdoppelte sich auf 2,9 Milliarden Euro und die Bestellungen stiegen um 80 Prozent. In die Zahlen wird nun auch das Unternehmen Woowa mit eingerechnet, dass Delivery Hero im letzten Jahr übernommen hatte.

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Verluste wachsen schnell

Trotz guter Umsätze und Bestellungszahlen wachsen die Verluste weiter sehr schnell. Dies führt Delivery Hero aber auch auf höhere Investitionen, beispielsweise für neue Lager, zurück. Diese werden benötigt, um neben Essen von Restaurants auch Lebensmittel auszuliefern. Auch für das Marketing und die Gewinnung neuer Restaurants gab das Unternehmen viel Geld aus. Darüber hinaus beteiligt sich das Unternehmen immer wieder an Mitbewerbern. Delivery Hero lässt zudem weiter offen, wann das Unternehmen schwarze Zahlen schreiben will. Firmenchef Östberg schrieb allerdings in einem Beitrag bei LinkedIn, sein Unternehmen arbeite in Europa derzeit profitabel, was sich aber auch wieder ändern könnte. Nach Bekanntwerden der Quartalszahlen fiel die Aktie um 1,6 Prozent.

DAX-Titel bei XTB

Unter den angebotenen Börsen bei XTB ist auch die Frankfurter Wertpapierbörse. Dort können Trader echte Aktien ohne Kommission handeln. Das Angebot gilt bis zu einer monatlichen Handelssumme von maximal 100.000 Euro und gilt auch für ETFs. Bei jeder Transaktion, die über die 100.000 Euro im Monat hinaus geht, zahlen Trader eine Kommission von 0,2 Prozent bzw. mindestens zehn Euro.

Von allen angebotenen Börsen stellt der Broker kostenlose Echtzeitkurse zur Verfügung. Zudem gibt es für Aktien und ETFs einen Scanner, um passende Instrumente zu finden. Der Handel erfolgt über eine moderne und intuitive Plattform. Viele Einzahlungsmethoden bei XTB sind kostenlos. Auszahlungen erfolgen oft taggleich. Bei Fragen helfen ein Expertenteam, ein persönlicher Betreuer und der Kundenservice weiter.

Gehandelt wird über die xStation 5, die von XTB selbst entwickelt wurden. Daher muss weder ein gesondertes Aktiendepot eröffnen werden, noch ist eine Registrierung bei einer anderen Bank notwendig. Der Handel erfolgt über das gleiche Konto wie CFDs. XTB bietet auch CFDs auf Aktien an, was Tradern die Möglichkeit zum Hedging eröffnet. Trader profitieren bei XTB auch von Marktnachrichten und einem großen Schulungsangebot. Einen Überblick über die Angebote des Brokers gibt das kostenlose Demokonto.

Fazit: Beteiligung an Gorillas im Gespräch

Delivery Hero könnte bei Gorillas einsteigen. Beide Unternehmen wachsen sehr schnell, haben aber auch einige Schwierigkeiten. So verdoppelte sich der Verlust von Delivery Hero im ersten Halbjahr im Vergleich zu 2020. Gorillas konnte seine Bewertung in der letzten Finanzierungsrunde nicht wie gehofft steigern und ein Einstieg des US-Konkurrenten Doordash scheiterte.

Delivery Hero ist im DAX notiert. DAX-Aktien gehören auch zum Angebot von XTB. Neben der Frankfurter Börse werden weitere 15 Börsen angeboten, von denen der Broker auch Echtzeitkurse zur Verfügung stellt. Aktien und ETFs werden ebenso wie CFDs über eine moderne Plattform gehandelt.

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