Daimler und Bosch beenden Zusammenarbeit bei Robotaxis

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 28.09.2021


Daimler und Bosch stoppen ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Robotaxis für den Stadtverkehr. Gemeinsam arbeitete man an Soft- und Hardware für Fahrzeuge ohne Fahrer, die später in Städten fahren sollen. Nun wollen beider Firmen getrennt daran weiterarbeiten. Wann die Kooperation offiziell endet, ist noch nicht bekannt. Die Aktien führender Unternehmen aus Deutschland sind, laut unseren XTB Depot Erfahrungen, auch bei XTB handelbar.

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Aufgabe umfangreicher als gedacht

Wie Harald Kröger, der Geschäftsführer von Bosch, der Süddeutschen Zeitung sagte, sei die Herausforderung, Robotaxis für Städte zu entwickeln, größer, als viele erwartet hätten. Eine Sprecherin von Bosch sagte der dpa, dass automatisiertes Fahren für das Unternehmen weiter ein strategisches Geschäftsfeld sei. Zudem haben sich durch die Zusammenarbeit mit Daimler Fortschritte ergeben, beispielsweise bei der Umfeld-Wahrnehmung oder der Fahrstrategie. Diese Ergebnisse sollen jetzt auf die weitere Arbeit der beide Unternehmen übergehen.

Ein Sprecher von Mercedes gab bekannt, dass sich beide Unternehmen einvernehmlich geeinigt hätte, Gespräche über das Ende der Kooperation zu führen, auch aufgrund der bisher erreichten Meilensteine und Fortschritte. Bei anderen Projekten wollen beide Unternehmen aber weiter zusammenarbeiten.

Daimler und Bosch beenden Zusammenarbeit bei Robotaxis

Bilderquelle: Sergey Nivens/ shutterstock.com

Kooperation seit 2017

Die Zusammenarbeit zwischen Daimler und Bosch wurde im April 2017 bekannt. Das Ziel war es damals, dass schon Anfang des neuen Jahrzehnts Autos ohne Fahrer in Städten fahren können. Davon ist man aber noch weit entfernt. Seit November 2018 waren die beide Unternehmen mit ihren Testautos auch in San José in Kalifornien unterwegs. Die Kooperation konzentrierte sich vor allem auf KI-basierte Sensorensysteme

Allerdings waren die Tests in Kalifornien nicht umfangreich. So waren wohl 2019 15 Wagen in San José im Einsatz. Mit diesen wurden Automatisierungstechniken getestet und absolvierten 2019 insgesamt etwa 22.500 Test-Kilometer. Dies waren 1.500 Kilometer für jedes Autos, was im Vergleich zu anderen Autobauern recht weniger ist. Beispielsweise fahren die Autos des Google-Tochterunternehmens etwa 2.3 Millionen Kilometer.

In der Statistik der kalifornischen Verkehrsbehörde waren damals 18 Mercedes-Autos aufgeführt. Die meisten davon waren im Rahmen des Projekts mit Bosch unterwegs. 30 Autos waren in einer gemeinsamen Flotte mit klassischen Autos unterwegs. Dieses Projekt sollte Aufschluss darüber geben, wie effizient gemischte Flotten sind.

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Mehr Konzentration auf autonome Lkws

Allerdings ging der Blick von Ola Källenius schon im letzten Jahr mehr in Richtung selbstfahrende Lkws. Dieses Geschäftsmodell ist aus seiner Sicht wohl am lukrativsten. Daher wurden die Prioritäten verlagert. Allerdings gab es in den letzten Jahren auf jeden Fall Fortschritte. So will Mercedes-Benz wohl noch in diesem Jahr einen hochautomatisierten Staupiloten auf den Markt bringen. Außerdem haben Bosch und Daimler in Stuttgart an einem Pilotprojekt gearbeitet, bei dem Autos selbstständig in einem Parkhaus fahren.

Darüber hinaus ist auch für Daimler der Chipmangel weiter eine der größten Herausforderungen. Bei der Vorstellung der Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr sagte Vorstandschef Ola Källenius, dass sein Unternehmen dies bestmöglich manage und sich weiter auf Wagen mit hoher Rendite konzentrieren will.

Schon vor der offiziellen Präsentation gab es eine Ad-hoc-Mitteilung, die nahe gelegt hatte, dass die Zahlen gut ausfallen werden. Die Meldung wurde notwendig, da die Gewinne und der freie Cashflow klar über den Erwartungen der Anleger lagen. Bei den aktuellen Zahlen muss immer im Hinterkopf behalten werden, dass die Ausgangsbasis im Vergleichszeitraum 2020 sehr schwach war.

Daimler und Bosch beenden Zusammenarbeit

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Gutes Ergebnis für das erste Halbjahr

Im ersten Halbjahr 2021 erreichte der Autobauer einen Gewinn vor Steuern von fast elf Milliarden Euro. Dies ist in etwa genauso viel wie bei Volkswagen. Im ersten Halbjahr 2020 verzeichnete Daimler einen Verlust von einer Milliarde Euro. Zudem wuchs Daimler im zweiten Quartal wieder schneller. Das Umsatzwachstum betrug 44 Prozent. Dies hat den Hintergrund, dass es einen Zuwachs von 30 Prozent bei Pkw-Verkäufen gab. Bei Daimler Trucks verdoppelte sich der Absatz sogar. Der operative Quartalsgewinn betrug 5,4 Milliarden Euro und damit 120 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2019.

Vorstandschef Källenius und Finanzvorstand Harald Wilhelm sehen weiter große Herausforderungen für die ganze Branche und machen sich Gedanken zur finanziellen Leistungsfähigkeit von Daimler. Mit Blick auf den freien Cashflow konnte Daimler im ersten Halbjahr fast 4,4 Milliarden Euro einnehmen. Im letzten Jahr gab es hier noch ein Minus von 1,6 Milliarden Euro.

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Fokus auf renditestarke Modelle

Die gute finanzielle Situation fußt auch auf Sparmaßnahmen. Daher ist Daimler trotz der Corona-Krise und des anhaltenden Chipmangels finanziell gut aufgestellt. Die Chipkrise kann der Autobauer durch seine Modellpalette gut bewältigen. Im Herbst präsentierte Daimler die neue S-Klasse, die hohe Renditen verspricht. Außerdem wurde die neue Elektro-Limousine EQS sowie die großen SUVs GLS und GLE vorgestellt.

Vor allem bei den teuren Modellen ist die Nachfrage groß. Daher stieg die operative Rendite im Pkw-Geschäft auf 13,7 Prozent. Damit liegt Mercedes-Benz nur knapp hinter Porsche. Porsche konnte zuletzt eine operative Rendite von mehr als 15 Prozent erreichen. Allerdings könnte es für Mercedes-Benz schwer werden, das aktuelle Tempo nochmals zu erhöhen. Bisher gab es keine Anhebung der Prognose für die operative Rendite für das Jahr 2021. Das Unternehmen geht weiter von zehn bis zwölf Prozent aus.

Daimler und Bosch beenden Zusammenarbeit bei Robotaxis

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Absatz könnte geringer ausfallen als gehofft

Beim Absatz geht der Autobauer nun von konservativeren Zahlen aus. Zunächst ging man von einem steigenden Absatz in diesem Jahr aus, nun nur noch von Absatzzahlen etwa auf dem Wert des Vorjahres. Dies wirkt sich negativ auf die Aktie aus. Der Grund für vorsichtigere Absatzzahlen ist wohl der Chipmangel. Denkbar ist, dass sich dieser im dritten Quartal nochmals verschlimmert und die weitere Entwicklung nur schwer vorherzusehen ist. Das Thema Halbleiter könnte sogar im nächsten Jahr noch eine Rolle spielen. Källenius kündigte daher an, dass das Unternehmen weiter sparen und an seiner Effizienz arbeiten wird.

Im September will Daimler mit der Auslieferung des neuen EQS beginnen. Das Elektroauto soll zum Start mindestens 106.000 Euro kosten. Der hohe Preis geht auf Sonderausstattungen wie einen speziellen Bildschirm zurück. Das Auto wurde vor etwa vier Monaten vorgestellt, nun wurden die Preise bekannt. Die Variante EQS 450+ soll einen Basispreis von 106.374,10 Euro haben. Die zweiten Variante EQS 580 4Matic mit Allradantrieb ist ab 135.529,10 Euro zu haben.

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EQS neues Zugpferd für Mercedes

Der EQS soll das neue Elektro-Zugpferd für Mercedes-Benz in Deutschland werden. In den USA ist der Verkaufsstart für das vierte Quartal geplant. Allerdings gilt für den EQS die staatliche Kaufprämie für Elektroautos nicht, da die Preise deutlich höher als die Grenze für die Förderung sind. Gegen Aufpreis können Käuferinnen und Käufer weitere Funktionen bekommen. Nach und nach soll es weitere Angebote geben. Zusätzliche Funktionen können nicht nur direkt gekauft werden, sondern auch zeitlich befristet getestet werden.

Die Zusatzfunktionen können den Preis nochmals deutlich erhöhen. Viele sind in einem Paket für fast 15.000 Euro gebündelt. Dazu gehört beispielsweise ein elektrischer Fahrassistent. Daimler möchte mit dem EQS neue Kunden ansprechen, die bisher ihre Autos bei Konkurrenten erworben hatten. Bei der Vorstellung des Autos nannte Ola Källenius Tesla aber nicht beim Namen. Der EQS soll übrigens mit einer Batterieladung bis zu 770 Kilometer fahren können.

Arbeit an Robotaxis

Bilderquelle: Dilok Klaisataporn/ shutterstock.com

Mercedes-Benz bekannteste Marke des Konzerns

Die bekannteste Marke von Daimler ist Mercedes-Benz. Das Unternehmen übernimmt auch Dienstleistungen für die eigenständigen Tochtergesellschaften Mercedes-Benz AG, Daimler Truck AG und die Daimler Mobility AG, die letztendlich für das operative Geschäft verantwortlich sind. Allerdings gibt es seit einigen Monaten Überlegungen, den Konzern neu aufzustellen. Daimler könnte in Mercedes-Benz umbenannt werden und der Gesamtkonzern aufgespalten werden. Danach kann die Daimler Truck AG als eigenständiges Unternehmen an die Börse gehen.

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Arbeit an Robotaxis

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Fazit: Daimler arbeitet nicht mehr mit Bosch zusammen

Bosch und Daimler arbeiteten vier Jahre bei der Entwicklung von Robotaxis zusammen. Nun geben beide Unternehmen die Kooperation auf. Es gab jedoch einige Ergebnisse, die in die weitere Arbeit der Unternehmen überführt werden sollen. Darüber hinaus konnte Daimler gute Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr vorlegen, und ganz aktuell steigt Daimler bei dem Batteriezellenhersteller ACC ein.

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