Commerzbank will Tausende Stellen abbauen

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 20.08.2021


Die Commerzbank will bis zum Jahr 2024 etwa 10.000 Vollzeitstellen abbauen. Davon wäre alleine in Deutschland jeder dritte Arbeitsplatz betroffen. Die Sparpläne des Vorstands sollen am 3. Februar vom Aufsichtsrat besprochen werden. Die Commerzbank plant damit sehr strikte Einsparungen. Bankaktien sind auch im Angebot von XTB.

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Auch Filialschließungen im Gespräch

Aktiendepot.com Icon VerbrauchertippsDie Commerzbank ist die zweitgrößte Privatbank in Deutschland. Neben den Stellenstreichungen ist geplant, 50 Prozent der 790 Filialen in Deutschland zu schließen. Das Unternehmen aus Frankfurt ist derzeit Mitglied im MDax und schlägt nun einen sehr starken Sparkurs ein. Dies hatte sich schon im letzten Jahr abgezeichnet. Die gesamte Branche leidet schon länger unter dem Zwang, sich digital besser aufstellen zu müssen. Dazu kommt den die weiter niedrigen Zinsen als weitere Belastung.

Im Zuge der Finanzkrise 2008/09 wurde die Commerzbank teilverstaatlicht. Nun ist das Ziel der Einsparungen, die Kosten bis 2024 um 1,4 Milliarden Euro zu reduzieren. Allerdings plant die Bank im Gegenzug, digitale Angebote über die Online-Tochter comdirect weiter auszubauen. Nachdem im letzten Jahr der Vorstandschef Martin Zielke zurückgetreten war, ist nun seit dem 1. Januar Manfred Knof als Commerzbank-Chef in der Verantwortung.

Laut Knof will man sich auf die Stärken des Unternehmens konzentrieren und so die Leistungsfähigkeit der Bank nachhaltig sichern. Daher soll nun mit Nachdruck Kosten gesenkt und Komplexität reduziert werden. Gemeinsam mit dem Betriebsrat und Arbeitnehmervertreter will die Bank nun eine faire und sozialverträgliche Lösung finden.

Commerzbank will Tausende Stellen abbauen

Pläne liegen dem Aufsichtsrat vor

Der Vorstand hat zunächst seine Pläne dem Aufsichtsrat vorgelegt, der am 3. Februar über den Strategieentwurf entscheiden will. Die Commerzbank ist schon seit Längerem in einer Situation, in der Kosten gesenkt werden müssen. Letztendlich steht die Bank vor der Herausforderung, sich neu aufstellen zu müssen. Die Situation hat sich nach der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Bank durch die Corona-Krise nochmals verschärft. So stieß das Ausmaß der Sparmaßnahmen und des Stellenabbaus zuletzt bei Arbeitnehmervertretern und Investoren auf geteilte Meinungen.

Auch Knofs Vorgänger Martin Zielke hatte bereits ähnlich strenge Sparziele vorgelegt. Doch der Konzernumbau wurde durch Kritik von Investoren, die den Rücktritt Zielkes zu Folge hatten, gebremst. Auch die Führung des Aufsichtsrats musste in der Folge neu vergeben werden. Schon Ende Dezember wurde bekannt gegeben, dass 2.3000 Stellen gestrichen werden sollen. Dafür gab es bereits eine Einigung mit dem Betriebsrat. Die Stellenstreichungen sollen 610 Millionen Euro kosten.

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Rückstellungen für Umstrukturierung

Aktiendepot.com Icon KündigungFür Stellenstreichungen bis zum Jahr 2024 und die notwendige Restrukturierung hatte die Bank bereits im vierten Quartal 2020 Rückstellungen in Höhe von 610 Millionen Euro eingeplant. Zu diesem Zeitpunkt war noch von 2.300 Stellenstreichungen die Rede, aber dennoch können die Kosten für den Konzernumbau in Kombination mit den Folgen der Corona-Krise zur Folge haben, dass die Bank das Jahr 2020 mit Verlusten beendet hat.

Schon Ende Dezember kündigte die Commerzbank aber bereits weitere Schritte hin zu einer neuen Strategie für das erste Quartal 2021 an. Ende Dezember wurde die Zahl der Vollzeitstellen bei der Commerzbank mit 39.000 angegeben. Davon werden nun wohl viele wegfallen. Zudem gehen die Diskussionen um weitere Einsparungen weiter. Bereits Ende 2020 wurde mit weiteren Stellenstreichungen und Filialschließungen gerechnet.

Commerzbank will Tausende Stellen abbauen

Stellenstreichungen schon seit 2019 im Gespräch

Stellenstreichungen wurden schon im September 2019 angekündigt. Damals sprachen sich aber Investoren für tief greifendere Maßnahmen aus. Daher arbeitete die Commerzbank bereits im Jahr 2020 monatelang an weiteren Sparplänen. Erwartet wurde, dass der Sparkurs schon im Sommer 2020 beginnen sollte. Schon damals war der Wegfall von 10.000 Stellen im Gespräch. Der Rücktritt von Martin Zielke als Vorstandschef verzögerte die Planungen jedoch.

Manfred Knof studierte Jura und arbeitete danach über 20 Jahre bei der Allianz. Zuletzt war Knof Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bank Privat- und Firmenkunden AG. Seit seiner Zeit bei der Allianz gilt Knof als Spezialist für schwierige Situationen und erfolgreicher Sanierer. Bei der Allianz brachte er auch die Digitalisierung der Versicherung voran. Kostensenkungen wurden damals zum Teil ebenfalls über Stellenstreichungen erreicht.

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Commerzbank kriselt schon lange

Aktiendepot.com Icon VerbrauchertippsDie Commerzbank steckt schon lange in der Krise. Im dritten Quartal 2020 wurden bereits 200 der damals 1.000 Filialen geschlossen. Ein Altersteilzeitangebot für Mitarbeiter hatte damals Kosten in Höhe von über 200 Millionen Euro zur Folge. Die Ende des Jahres angekündigten Stellenstreichungen sowie das Angebot zur Altersteilzeit umfassten bereits 2.900 weggefallene Vollzeitstellen.

Bis September 2020 lag der Verlust der Commerzbank im letzten Jahr bereits bei 162 Millionen Euro. 2019 wurde in den ersten neun Monaten des Jahres noch ein Gewinn von 681 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Commerzbank befragte im letzten Jahr selbst Analysten. Deren Einschätzungen lagen im Schnitt bei einem Verlust von über 300 Millionen Euro für das Gesamtjahr. Allerdings gingen die Analysten schon vor einigen Monaten von deutlich weniger Aufwendungen für die Restrukturierungsmaßnahmen aus.

Commerzbank News

Erträge steigern und Kosten senken

Hans-Jörg Vetter, seit letztem Sommer Aufsichtschef der Commerzbank, sagte schon kurz nach seinem Amtsantritt, dass es bei der Commerzbank in Zukunft darum gehe, Erträge zu steigern, Kosten zu senken und die aktuelle Situation zu hinterfragen. Viele Strukturen der Bank seien mit Blick auf die heutigen Anforderungen und die Größe der Bank nicht mehr passend.

Die Commerzbank ist schon seit Jahren in der Krise. Immer wieder versuchte das Management, einzelnen Aspekte zu verbessern, doch eine nachhaltige Strategie konnte bisher nicht umgesetzt werden. Im Jahr 2020 verschlechterte sich die Situation weiter und die Bank fiel auch international weiter zurück.

2018 musste die Commerzbank nach 30 Jahren den DAX verlassen und wurde in den MDax zurückgestuft. Seit der Finanzkrise hat die Commerzbank insgesamt 97 Prozent ihres Werts verloren. Damals musste sich der Staat einschalten, damit die Bank am Leben erhalten werden konnte. Noch immer ist der Bund mit 15,45 Prozent an der Commerzbank beteiligt und damit der größte Einzelaktionär.

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Kritik von Investoren

Aktiendepot.com Icon SteuerViel Kritik gab es im letzten Jahr vom amerikanischen Fonds Cerberus, einem der größten Aktionäre. Dieser kritisierte Zielke deutlich und forderte einen grundlegenden Neuanfang. Neben Zielke musste damals auch Stefan Schmittmann als Aufsichtschef zurücktreten. Seitdem arbeitete die Commerzbank daran, sich von einer Filialbank mehr und mehr hin zu einer Online-Bank zu entwickeln.

Im Herbst war zu hören, dass von den damals 1.000 Filialen am Ende nur noch 200 übrig bleiben könnten. Auch die Streichung von einem Drittel der Arbeitsplätze wurde diskutiert. Diese Entwicklungen waren dem damaligen Privatkundenchef Michael Mandel wohl zu radikal. Auch er gab im letzten Jahr seine Position auf. Aus seiner Sicht habe das Filialnetz in den letzten Jahren einen wichtigen Teil zum Wachstum beigetragen.

Stellenabbau bei der Commerzbank

Wandel zur Online-Bank nachhaltig?

Aber ob der Wandel zu einer Online-Bank wirklich der erhoffte Befreiungsschlag ist, bleibt abzuwarten. Die Commerzbank verfügt über ein breites Angebot, ist aber in keinem ihrer Geschäftsbereiche wirklich Spezialist oder Marktführer. Dazu kommt, dass einige Schwierigkeiten weiter bestehen bleiben. Dazu gehören die Nullzinspolitik der EZB sowie die führende Marktposition der Sparkassen und Landesbanken.

Darüber hinaus muss die Commerzbank für ihre Einsparungen letztendlich wohl mehrere Hundert Millionen Euro ausgeben. Zumindest kurzfristig werden diese zu weiteren Belastungen führen. Die Commerzbank muss darüber hinaus einen Weg finden, um ihre Einnahmen zu steigern, was mit Blick auf die Nullzinspolitik und den Wettbewerb unter den Banken in Deutschland schwierig werden könnte.

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Aktien aus Deutschland auch bei XTB

Bankaktien und Aktien aus Deutschland sind auch bei XTB handelbar. Neben Aktien-CFDs bietet der Broker auch echte Aktien an. Diese können bis zu einer monatlichen Handelssumme von 100.000 Euro ohne Kommission gehandelt werden. Da der Broker Aktien von 16 internationalen Börsen anbietet, können sich Trader ein diversifiziertes, internationales Portfolio aufbauen. Einen ersten Eindruck zum Handelsangebot können sich Trader auch über das kostenlose und 30 Tage nutzbare Demokonto machen.

Bei der Auswahl der passenden Aktie hilft der Aktien-Scanner auf der Handelsplattform weiter. Dazu kommen kostenlose Kurse in Echtzeit und Analysetools. Der Handel erfolgt über die xStation 5. Über diese können auch CFDs oder ETFs gehandelt werden. Für alle Finanzinstrumente benötigen Trader bei XTB nur ein Handelskonto, das ohne Mindesteinlage in wenigen Minuten online eröffnet werden kann. Alle Transaktionen werden über die Partnerbank des Brokers abgewickelt.

Stellenabbau bei der Commerzbank

Mehr als 4.000 Finanzinstrumente bei XTB

Insgesamt bietet XTB über 4.000 Finanzinstrumente an. Diese sind bereits mit kleinen Handelsgrößen handelbar, was mit Blick auf das Risikomanagement ein Vorteil sein kann. Die Kontoführung ist zwar kostenlos, wird das Konto aber über ein Jahr nicht verwendet, fällt eine monatliche Inaktivitätsgebühr an.

XTB ist ein börsennotierter Broker mit Filialen in mehreren Ländern. Daher sind auch verschiedene Aufsichtsbehörden für den Broker zuständig. Trader aus zahlreichen Ländern sind bei XTB aktiv. Diese können sich bei Fragen jederzeit an den Kundenservice wenden. Der Broker bietet zudem Schulungsmaterialien für Anfänger und Fortgeschrittene an. Über aktuelle Entwicklungen an den Märkten werden Trader über Marktnachrichten und Webinaren informiert.

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Fazit: Strikte Einsparungen bei der Commerzbank

Aktiendepot.com Icon FazitDie Commerzbank will 10.0000 Stellen abbauen. Schon im letzten Jahr wurde deutlich, dass Stellenstreichungen und Kosteneinsparungen wohl unumgänglich sind. Auch viele Filialen könnten geschlossen werden. Nach nun nach könnte sich die Commerzbank zu einer Online-Bank verändern. Niedrigzinsen und aktuell die Corona-Krise üben aber nicht nur auf die Commerzbank weiter Druck aus.

Bankaktien und deutsche Aktienwerte sind auch bei XTB handelbar. Der Broker bietet echte Aktien und CFDs auf Aktien an, laut unseren XTB Depot Erfahrungen erfolgt der Handel über nur ein Konto. Bei Fragen können sich Trader an den Kundenservice wenden. Viele aktuelle Themen werden aber auch in Webinaren und aktuellen Marktnachrichten aufgegriffen.

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