Chancen für die deutsche Wirtschaft im Iran

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 16.07.2020


Ich bin gerade aus dem Iran zurückgekehrt. Sie wissen es bestimmt, die westlichen Wirtschafts-Sanktionen gegen das Land sollen aufgehoben werden – und das könnte sich zum Wohle beider Seiten auswirken. Ich wollte mir die Situation vor Ort anschauen, und war überrascht, dass sich in Teheran bereits zahlreiche Vertreter(innen) europäischer Firmen fanden. Diese gaben sich dort regelrecht die Klinke in die Hand – und ein Ausbau der gegenseitigen wirtschaftlichen Beziehungen ist den offiziellen Verlautbarungen zufolge auch von iranischer Seite erwünscht.

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Eindrücke meinerseits und Fakten zu diesem Thema

Hier einige wirtschaftliche Fakten, die ich mir notiert habe:

  • Auf den ersten Blick sieht es wirtschaftlich „nicht so toll“ aus in Bezug auf den Iran. Ich habe mir mal die Exportzahlen des iranischen Hafens Qeshm angeschaut. In den ersten fünf Monaten des iranischen Jahres (das traditionell zur Frühlings Tag-und-Nacht-Gleiche am 21. März beginnt) sind die dortigen Exporte um 21% gesunken (volumenmäßig). Wertmäßig gab es einen Zuwachs von 6%. Da geht es eher um Rohwaren wie eben Rohöl, Salz und auch gefrorenen Fisch.
  • Gerade letzterer Bereich ist aber durchaus eine Wachstumsbranche: Die „Aquafarmen“ Irans sind der offiziellen Statistik in diesem Jahr die größten im Mittleren Osten geworden. 270 Tonnen Fisch sollen dort „produziert“ werden. Wenn das nachhaltig geschieht, ist mir das allemal lieber, als die Weltmeere zu überfischen. Bisher exportierte der Iran diesen so gewonnen Fisch in den Irak, nach Libanon, Aserbaidschan, die Türkei und Armenien. Doch natürlich steht vielleicht bald auch der europäische Markt offen.
  • Aber natürlich spielt die Musik auch woanders. Der Iran hat die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt. Und die iranische Führung ist dazu bereit (natürlich auch in eigenem Interesse), verstärkt mit Europa zusammen zu arbeiten. Laut einer iranischen Zeitung, die ich las, sagte der iranische Präsident Rouhani: „Today unique opportunities have opened up in the economic, scientific and industrial sectors oft he country thanks to the conditions following the July 14th historic deal with world powers.“

Der „historic deal“, auf den sich der iranische Präsident dabei bezieht, ist die erfolgte Einigung im Atomstreit. Hierzulande schon lange nicht mehr in den Nachrichten, kann ich aus eigener Ansicht bestätigen, dass dies für den Iran wirtschaftlich gesehen eine sehr wichtige Einigung war. Der iranische Präsident nannte die Zahl von 150 Milliarden US-Dollar pro Jahr, die an Investitionen notwendig seien, damit die iranische Wirtschaft ein starkes Wachstum vorweisen könne.

Mir selbst fielen schon am Teheraner Flughafen die Vertreter von europäischen Firmen auf. Mein erster Eindruck war, dass insbesondere Baukonzerne von zahlreichen anvisierten neuen Projekten profitieren könnten. Aber insbesondere im Bereich Erdgas könnte es zu einem die weltwirtschaftlichen Ströme beeinflussenden Wandel kommen. Nun gut – wir werden es wahrscheinlich sehen, wie sich die Dinge entwickeln werden.

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Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.