Börsentag München im MOC mit Rekordbesucherzahl

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 25.03.2020


Probleme mit der Aktienkultur in Deutschland? Letztes Wochenende in München war davon wenig zu spüren. Der Veranstalter vermeldete den Besuch von mehr als 3.500 Privatanlegern. Das war demzufolge ein Anstieg von rund 16% gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert.

Niemals zuvor seit dem Umzug des Börsentags München ins MOC (vor vier Jahren) seien die Besucherzahlen so hoch gewesen, so der Veranstalter. Aus dieser Formulierung schließe ich allerdings, dass sie davor durchaus einmal diesen Wert erreicht oder überschritten hatten (insgesamt fand der Börsentag München zum 12. Mal statt).

Das Motto des diesjährigen Börsentags München traf jedenfalls offensichtlich das Anlegerinteresse:

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„Die Null-Zins-Falle: Wie Sie dennoch Kaufkraft erhalten und Vermögen aufbauen“.

Ich würde nicht so weit gehen, von „Anlage-Notstand“ zu sprechen. Doch eins ist klar: Mit bisher als sicher angesehenen Anlagen wie Festgeld und Bundesanleihen ist es derzeit schwer bzw. unmöglich, real gesehen ordentliche Renditen zu erzielen.

Denn es kommt beim Vermögensaufbau mittels Zinsen auf den Realzins an. Dieser berechnet sich auf so einfache wie aussagekräftige Weise:

Definition Realzins

Realzins = nominaler Zins abzüglich Inflationsrate

Börsentag München im MOCDas „Nullzinsmonster“ des Börsentags Müchen. Quelle: Veranstalter

Auf dem Eröffnungsvortrag zeigte sich Fondsmanager Dr. Jens Ehrhardt (welcher auf 46 Jahre Börsenerfahrung verweisen kann) bullish:

„Endlich macht Börse wieder Freude.“

„Endlich macht Börse wieder Freude. Ich könnte mir vorstellen, dass der Aktienmarkt noch ein, zwei Jahre weiterläuft und wir die 15.000 Punkte im DAX sehen.“
Quelle: Veranstalter

Dr. Jens Ehrhardt brachte auch noch einen anderen, in Deutschland relativ wenig beachteten Aspekt in die Debatte: „In Dollar gerechnet steht der DAX noch nicht auf dem Höchststand.“

Seiner These zufolge würden die meisten ausländischen Anleger in Dollar rechnen – und auf Dollar-Basis sei der deutsche Markt gar nicht so deutlich gestiegen wie andere Börsen. Zudem sei die Bewertung der DAX-Aktien noch moderat und keineswegs zu hoch.

Dr. Jens Ehrhardt: „In Dollar gerechnet steht der DAX noch nicht auf dem Höchststand.“

Diesen Aspekt der ausländischen Anleger sollte man durchaus nicht unterschätzen. Denn da in Deutschland selbst geht die Zahl der Aktionäre seit Jahren zurückgeht. Das Deutsche Aktieninstitut hatte gemeldet, dass sich im Jahr 2014 netto rund 500.000 Menschen von ihren Aktien oder Anteilen an Aktienfonds getrennt hatten.

Quelle: Deutsches Aktieninstitut

Im Gegenzug habe sich der Anteil der ausländischen Aktionäre an deutschen Unternehmen erhöht. Bei einer ganzen Reihe deutscher Aktiengesellschaften liege dieser Anteil bei über 50%.

Und wenn diese ausländischen Anleger zu einem großen Teil in Dollar rechnen – und die Kurse auf Dollarbasis eben nicht so stark gestiegen sind wie anderswo (aufgrund des Kursrückgangs des Euros gegenüber Dollar), dann ist dies durchaus ein Punkt, welcher für den deutschen Aktienmarkt spricht.

Keine Alternative zur Geldanlage in Aktien?

Entsprechend hauptsächlich bullish der Tenor der Referenten des diesjährigen Börsentags München. So äußerte sich z.B. Robert Halver, der Chef-Anlagestratege der Baader Bank, sinngemäß so:

Es gebe derzeit keine Alternative zu einer Investition in börsennotierte Unternehmen.

Gute Argumente – allerdings gilt hier wie generell an den Märkten: Wenn sich die Experten alle einig sind, gilt es aufzupassen. Wer so wie alle investiert, wird wohl kaum höhere Gewinne als der Durchschnitt erzielen können.

Der nächste Börsentag München soll wieder im MOC München stattfinden – als Termin ist Samstag, der 05.März 2016, geplant.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, den Börsentag München zu besuchen. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.