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Baltic Dry Index auf 12-Monats-Tief!

Das ist eindeutig: Der „Baltic Dry Index“ ist im Verlauf der letzten 12 Monate regelrecht eingebrochen. Stand er vor einem Jahr noch bei rund 1.250 Punkten, erreichte er am 18. Februar ein neues 12-Monats-Tief bei 509,00 Punkten. Am 27. Februar (Zeitpunkt des Verfassens dieses Beitrag) stand er einige Punkte darüber.

Am 18. Februar betrug das Minus gegenüber dem Vorjahreswert rund 59%. Was kann uns dieser Rückgang sagen? Dazu zunächst wichtig: Was ist der Baltic Dry Index überhaupt?

BDI = Baltic Dry Index
Der Baltic Dry Index gibt die Entwicklung von Frachtschiffraten an. Der Indexstand wird börsentäglich einmal in London ermittelt (seit 1985).

Der Index gliedert sich in folgende Unter-Indizes:

  1. Baltic Capesize Index (BCI)
  2. Baltic Panamax Index (BPI)
  3. Baltic Supramax Index (BSI)
  4. Baltic Handysize Index (BHSI)

Dann wird noch nach Schiffsklassen und Schifffahrtsrouten unterschieden. Das soll Sie aber nicht verwirren. Für den Anfang reicht es zu wissen, dass der „Baltic Dry Index“ ein Maß für die Entwicklung der Frachtschiffraten ist.

Und die Frachtschiffraten wiederum sind von der Entwicklung der realen Weltwirtschaftslage abhängig. Wenn der Welthandel boomt, dann macht sich das tendenziell natürlich bemerkbar, indem die Nachfrage nach Frachtschiffen steigt. Dann steigen tendenziell auch die Preise für die Verschiffung von Gütern.

Baltic Dry Index: Mehr als halbiert in den letzten 12 Monaten!

Nun haben wir aber in den letzten 12 Monaten genau das Gegenteil gesehen: Die Frachtschiffraten sind – gemessen am Baltic Dry Index – um über 50% gefallen. Das spricht nicht gerade dafür, dass der Welthandel boomt, um es einmal so auszudrücken.

Im Gegenteil: Es spricht dafür, dass der Welthandel stockt – und da der Baltic Dry Index tendenziell als „vorlaufender“ Indikator gesehen wird, könnte sich das in den Zahlen zum Weltwirtschaftswachstum erst im weiteren Jahresverlauf widerspiegeln. Vorsicht ist also angebracht! Diese Entwicklung beim Baltic Dry Index spricht NICHT dafür, dass es der Weltwirtschaft besonders gut geht.

Es gibt einige Punkte, welche den deutlichen Rückgang beim Baltic Dry Index allerdings etwas relativieren:

Die Nachfrage der USA nach Import-Rohöl ist gesunken

Wichtige Energie-Konsumenten wie die USA und China haben ihre Energie-Importe zurückgefahren. Das hängt im Fall der USA damit zusammen, dass neue, sogenannte „alternative“ Öl- und Erdgasvorkommen („shale gas“) erschlossen worden sind. Auf einmal sind die USA wieder zu einem großen Öl-Produzenten geworden. Das hat im Umkehrschluss dazu geführt, dass weniger Öl-Tanker benötigt werden, die Rohöl in die USA transportieren.

Die Nachfrage nach diesen Frachtern ist deshalb von Seiten der USA gesunken. Und in China ist das zuvor sehr hohe Wachstum etwas gesunken.

Die Nachfrage ist immer nur die eine Seite der Gleichung – die andere ist das Angebot.

So können die Frachtraten auch sinken, wenn das Angebot an neuen Frachtern deutlich steigt. Denn höheres Angebot führt zu tendenziell sinkenden Preisen – wenn das Angebot stärker steigt als die Nachfrage.

Hier würde es einer näheren Analyse des weltweiten Angebots an Frachtschiffen bedürfen, was in diesem Beitrag zu weit führen würde.

Was ich damit aber klar machen möchte: es gibt einige Faktoren, welche den Rückgang des Baltic Dry Index relativeren können – insbesondere die sinkende Nachfrage der USA nach Öl aus anderen Ländern.

Allerdings ist es für die Lage des Welthandels bestimmt kein gutes Zeichen, wenn sich die Frachtschiffraten in 12 Monaten halbieren, wie gesehen. Ich bleibe deshalb im Hinblick auf die weitere konjunkturelle Entwicklung 2015 entsprechend durchaus vorsichtig.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, Scheine auf den BDI zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

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