Autovermietern fehlen Wagen und Grossbritannien Benzin

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 05.10.2021


Aufgrund der Probleme in der Autoindustrie sind Mietwagen mittlerweile bis zu 20 Prozent teurer. Bei Autovermietungen fehlen mehrere Zehntausend Autos. Daher müssen Kundinnen und Kunden deutlich mehr für einen Leihwagen bezahlen als vor der Pandemie. Die Situation scheint sich in der nahen Zukunft nicht zu entspannen. In Großbritannien mangelt es dagegen an Benzin. Bei XTB finden Trader, laut unseren XTB Depot Erfahrungen, eine breite Auswahl an Finanzprodukten.

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Leihwagen zehn bis 20 Prozent teurer

Durchschnittlich zahlen Kundinnen und Kunden im Moment zehn bis 20 Prozent mehr für einen Leihwagen als vor der Pandemie. Dies geht aus Branchenangaben hervor. Hintergrund sind die Probleme bei der Produktion neuer Autos. Die bekannte Autovermietung Sixt gibt an, dass die Preise für 2022 derzeit noch schwer abzusehen sind, da die weitere Entwicklung noch immer unklar ist.

Jens Hilgerloh, der Präsident des Bundesverbands der Autovermieter (BAV) verweist darauf, dass die Nachfrage derzeit stabil ist, wenn auch geringer als vor der Pandemie. Die Kundinnen und Kunden zahlen aber auch höhere Preise. Die Autovermieter in Deutschland kaufen normalerweise 350.000 bis 400.000 Autos im Jahr. Dies sind laut Hilgerloh zehn bis zwölf Prozent des gesamten Marktes. Zudem bekommen Autovermieter aufgrund der hohen Abnahmemenge oft Rabatte.

Nun sind aber die Lieferzeiten länger und auch die Rabatte geringer. Viele Autos können aufgrund fehlender Halbleiter nicht gebaut werden. Auch andere Bauteile fehlen. Dies führt zu ungewohnt langen Lieferzeiten. Hilgerloh geht davon aus, dass 20 bis 25 Prozent der benötigten Autos nicht geliefert werden können. Daher fehlen rund 75.000 Mietwagen. Außerdem verkaufen die Autobauer lieber zuerst an private Kunden und die Autovermieter müssen sich hinten anstellen.

Autovermietern fehlen Wagen und Großbritannien Benzin

Bilderquelle: Kate Kultsevych/ shutterstock.com

Autobauer verdienen an Privatpersonen mehr

Durch den Verkauf an Privatleute verdienen die Autobauer mehr, da die Autovermieter sich in der Vergangenheit über Rabatte von bis zu 40 Prozent auf die Listenpreise freuen konnten. So betonte beispielsweise Ola Källenius, der Chef von Daimler, kürzlich bei der IAA, dass man Autos zu guten Preisen verkaufen wolle und nicht mit geringerer Rendite an Autovermieter. Außerdem sind die Geschäftsbeziehungen zwischen Autobauern und Autovermietern während der Pandemie schlechter geworden. Einige Autobauer arbeiten inzwischen selbst an Projekten, beispielsweise zum Carsharing.

Einige Autovermieter haben wohl während der Pandemie keine neuen Autos von den Autobauern bekommen, obwohl es Liefervereinbarungen gab. Ein Argument der Autobauer ist, dass die Autos bei Vermietern an Flughäfen dort die Parkplätze blockieren würden. Dazu kommt, dass viele Autovermieter im letzten Jahr ihre Flotte aufgrund der Folgen der Pandemie verkleinert hatten. Einige reduzierten die Zahl ihrer Autos um bis zu zwei Drittel.

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Preise steigen vor allem in Urlaubsregionen

Nun wurden aber viele Reisebeschränkungen aufgehoben und die Nachfrage zieht wieder an. Viele Autovermieter wollen ihre Flotte wieder vergrößern, bekommen dafür aber keine neuen Autos. Über den Sommer hatte dies vor allem in Urlaubsregionen deutlich höhere Preise für Mietwagen zur Folge. Einige Vermieter verlangten 50 Prozent mehr.

Neben Deutschland waren vor allem die Preise in Urlaubsorten am Mittelmeer hoch. Auf Mallorca kostet ein Kleinwagen wie der VW Up zum Teil rund 200 Euro am Tag. In Deutschland ist es viermal weniger. In anderen Ländern wie der Türkei zahlt man dagegen weniger als im letzten Jahr für einen Mietwagen.

Während hierzulande Autos fehlen, fehlt in Großbritannien Benzin. Hintergrund ist neben der Corona-Pandemie auch der Brexit. Seit Tagen gibt es in Großbritannien Hamsterkäufe an den Tankstellen. Nun gibt es sogar den Vorschlag, dass 75 bis 150 Soldaten dabei helfen sollen, Benzin zu transportieren. Diese müssen aber zum Teil noch geschult werden.

Autos & Sprit fehlen

Bilderquelle: David Tadevosian/ shutterstock.com

Viele Tankstellen ohne Benzin

Laut des Branchenverbands Petrol Retailers Association haben zwei Drittel der 5.500 unabhängigen Tankstellen, die im Verband organisiert sind, kein Benzin mehr. Die Nachfrage sei um 500 Prozent gestiegen. 50 bis 90 Prozent der Tankstellen hätten bereits kein Benzin mehr, bei anderen könnte in den nächsten Tagen der Kraftstoff ausgehen. Seit Tagen gibt es lange Schlangen und Hamsterkäufe an den britischen Tankstellen.

Schon vor einigen Monaten waren die Regale in vielen Supermärkten leer, weil es zu wenige Lkw-Fahrer im Land gibt. Der Mangel an Lkw-Fahrern zeigt sich nun auch beim Benzin. Viele Lkw-Fahrer sind aufgrund des Brexits und der Corona-Pandemie zurück in ihre Heimatländer gegangen. Andere Fahrer gingen in Rente. Aufgrund der Pandemie mussten Fahrstunden und Fahrprüfungen ausfallen, sodass nicht genug neue Lkw-Fahrer ausgebildet werden können. Es fanden 25.000 weniger Fahrprüfungen statt und 50.000 Führerscheinanträge wurden nicht bearbeitet. Die strengen Einwanderungsregeln nach der Brexit verhindern, dass Arbeitskräfte nach Großbritannien kommen können. Auch in anderen Branchen fehlen Arbeitskräfte und Speditionen fahren aufgrund der Vorgaben nach dem Brexit nicht mehr nach Großbritannien.

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Kurzfristige Visa geplant

Nun will die britische Regierung bis zum 24. Dezember 5.000 kurzfristige Arbeitsvisa ausstellen. Dies wird jedoch als nicht ausreichend kritisiert. Da die Freizügigkeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Zuge des Brexits beendet werden sollte, weigerte sich Premierminister Boris Johnson lange, die Regel aufzuweichen.

Weitere Maßnahmen sehen vor, dass nun Zehntausende zusätzlicher Fahrprüfungen möglich werden sollen und sich die Arbeitsbedingungen verbessern. Kurzfristig könnten auch Soldaten mithelfen. Bis diese aber einsatzbereit sind, kann es eine Woche dauern. Darüber hinaus setzte Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng einige Wettbewerbsregeln außer Kraft. Er sagte, dass es ausreichend Kraftstoff gebe, aber Probleme bei den Lieferketten. Zudem verwies er auf Notfallpläne, um die Versorgung mit Kraftstoff sicherzustellen. Londons Bürgermeister Sadiq Khan (NAME checken) schlug vor, einige Tankstellen für bestimmte Berufsgruppen, die auf das Auto angewiesen sind, freizuhalten. Einige Tankstellen rationieren den Sprit ähnlich wie während der Energiekrise 2000 bereits.

Zu wenige Mietwagen

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Hohe Gaspreise ebenfalls ein Problem

Neben Sprit sind auch hohe Energiepreise ein Problem in Großbritannien. Auch hier droht ein Versorgungsproblem. Die Industrie fordert, dass neue Öl- und Gasfelder erschlossen werden, was aber zu massiver Kritik von Umweltschutz-Organisation führte. Insgesamt sind 18 Projekte in der Ölindustrie in Planung. Besonders umstritten ist ein Ölfeld mit Namen „Cambo“. Für dieses gibt es aber noch keine Genehmigung aus London.

Dort sollen laut Greenpeace 170 Millionen Barrel Öl gefördert werden. Dies wären so viele Emissionen wie bei 16 Kohlekraftwerken in einem Jahr. Umweltschutz-Organisation sehen dies als sehr schädliche für das Klima. Daher will Greenpeace gegen die Genehmigung klagen, wenn dies erteilt wird. Gegen eine andere Genehmigung klagt die Umweltschutz-Organisation bereits und hoffen auf einen Präzedenzfall, sodass es in Zukunft keine weiteren Genehmigungen dieser Art geben wird.

Hintergrund der Diskussion ist auch, dass Anfang November in Glasgow die UN-Klimakonferenz 2021 stattfindet. Die britische Regierung will sich dort für international verbindliche Zusagen zum Klimaschutz einsetzen. Genehmigungen für neue Ölfelder würde diesen Bestrebungen widersprechen und könnten in der Öffentlichkeit nur schwer vermittelbar sein.

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Gaskrise in Großbritannien

Allerdings spitzt sich die Gaskrise zu. Durch steigende Preise sind schon einige Gasanbieter pleite. Der Branchenverband OGUK forderte Anfang September, dass es weiter Bedarf an neuer Öl- und Gasförderung gebe, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Dies würde auch die Wirtschaft stärken. Auf diesem Weg könnte man eine CO2-arme Wirtschaft aufbauen. Zudem wird befürchtet, dass Großbritannien in Zukunft weiter stark von Energieimporten abhängig sein wird.

Greenpeace fordert aber einen Wandel. Sicher kann Öl und Gas nicht sofort abgeschafft werden, aber einen konkreten Weg zum Ausstieg aus der Öl- und Gasindustrie gibt es in Großbritannien nicht. Nicht nur Greenpeace fordert daher, dass es zumindest keine neuen Förderprojekte geben soll. Die Internationale Energie-Agentur IEA sagt, dies sei nötig, um die internationalen Zusagen mit Blick auf das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Auch in Großbritannien soll der Öl- und Gas-Verbrauch bis 2050 stark zurückgehen. Wie dies aber gelingen soll, wird weiter diskutiert.

Sprit und Autos fehlen

Bilderquelle: Blue Planet Studio/ shutterstock.com

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Fazit: Bei Autovermietern Autos und in Großbritannien Sprit Mangelware

Die Autovermieter in Deutschland klagen weiter, dass ihnen aufgrund der Produktionsprobleme in der Autoindustrie Zehntausende Autos fehlen. Daher steigen die Preise für Mietwagen nicht nur in Urlaubsregionen. In Großbritannien fehlt dagegen unter anderem aufgrund des Mangels an Lkw-Fahrern Benzin.

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