Aktuelles zur EZB Sitzung! – Die Änderung im Geldpolitischem Kurs!

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 03.09.2019


Während ich diese Zeilen schreibe, tagt der EZB Rat. Eine Überraschung der Art, dass der geldpolitische Kurs deutlich geändert wird, Leitzinsänderung oder Einstellung des QE-Programms, wird es wohl kaum geben. (Andererseits: Eine „Überraschung“ hat es auch an sich, dass nicht mit ihr gerechnet wird.) Zentralbanken wollen schließlich tendenziell „die Märkte“ (= Marktteilnehmer/innen) nicht verstören, sondern so wirken, als ob sie einen klaren Kurs verfolgen. Und wie sieht dieser klare Kurs derzeit aus – und hat er Erfolg vorzuweisen? Hier ein Blick auf einige Aspekte:

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Anleihenkaufprogramm der EZB

Beginnen wir mit dem Anleihenkaufprogramm der EZB. Wie Sie wissen, kauft diese seit Monaten mit frischem Geld Staatsanleihen der Euro-Mitgliedsstaaten. Interessanterweise werden dabei übrigens diejenigen Anleihen, bei denen das am wenigsten notwendig wäre, am stärksten gekauft. Es wird nämlich nach Wirtschaftsleistung gewichtet. Und die deutsche Wirtschaft ist mit Abstand die größte Volkswirtschaft in der Euro-Zone. Also sind in den letzten Monaten im Rahmen des Anleihenkaufprogramms der EZB auch verstärkt Bundesanleihen gekauft worden. Dabei hätte es bei diesen wahrscheinlich ohnehin kaum Probleme gegeben, Neuemissionen an den Mann/die Frau zu bringen. In den tendenziell unruhigen Zeiten, in denen wir leben, sind „sichere Häfen“ wie Bundesanleihen eben gefragt.

Auch, wenn diese kaum noch Zinsen bieten. Und auf realer Ebene (= nach Abzug von Inflation) schon gar nicht. Da sind sie durchaus – je nach Laufzeit – schon ein Minus-Geschäft. Früher hieß es bei Bundesanleihen: „Zinsen ohne Risiko“. Jetzt denke ich manchmal, es könnte „Risiko ohne Zinsen“ heißen. Nun, das Ausfallrisiko ist wohl doch weiterhin im internationalen Vergleich bei Bundesanleihen wirklich gering.

Doch zurück zur EZB. Diese hat im Rahmen ihres Anleihenkaufprogramms seit Beginn des Programms für die „Kleinigkeit“ (Vorsicht, Ironie) von 400 Milliarden Euro Staatsanleihen von Staaten der Euro-Zone gekauft. Ob das viel gebracht hat? Definitiv wissen könnten wir es nur, wie sich die Märkte entwickelt hätten, wenn dieses Programm nicht durchgeführt worden wäre. An komplexen Märkten wie den heutigen Finanzmärkten ist es eben sehr schwer bis unmöglich, die Wirkung einzelner Maßnahmen losgelöst zu betrachten.

Inflationserwartungen im Fokus

Derzeit im Thema der aktuellen EZB-Sitzung: Die Inflationserwartungen. Mal sehen, ob die Prognose für 2016 angepasst wird. Da wird eine durchschnittliche Preissteigerung von 1,5% für die Euro-Zone erwartet. Das EZB Preissteigerungsziel liegt bei 2%.

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als das als Erfolg gegolten hätte – Inflation soll bei MAXIMAL 2% liegen und tatsächlich bleibt der Wert darunter.

In der heutigen Zeit ist allerdings das Wort „maximal“ durch „minimal“ ersetzt worden. Denn genauso ist es: Die Preissteigerung soll bei MINDESTENS 2% liegen. Da sie bei prognostizierten 1,5% liegt und damit unter dieser Marke bleibt, gilt dies allgemein als „Problem“. Kein Witz. Insofern könnte es durchaus eine Ausweitung oder Verlängerung des Anleihenkaufprogramms geben. In der Absicht, mit dem frischen Geld, das dadurch an die Finanzmärkte gepumpt wird, Wirtschaftsleistung und Inflation anzufachen.

Ich glaube nicht, dass die EZB eine Änderung beim Anleihenkaufprogramm beschließen wird auf ihrer aktuellen Sitzung. Ich habe aber gelesen, dass laut einem Bericht in der „Welt“ ein Stratege bei ABN Amro dafür eine Wahrscheinlichkeit von immerhin 40% sieht.

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Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.