Wo droht der Aktien Crash 2020? Aktien Verluste im Gefolge der Corona-Krise

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 26.06.2020


In den vergangenen Jahren haben private Anleger zunehmend begonnen, sich für Aktien als Mittel der Vermögensbildung zu interessieren – ausgelöst wurde der Trend durch die anhaltenden Niedrigzinsen, die selbst konservativen Sparern das früher so beliebte Tages– und Festgeld verleiden. Beständiges Wirtschaftswachstum und zuverlässige Performance deutscher Unternehmensanteile sorgte für große Nachfrage, und auch europäische Werte mit verlässlicher Kursentwicklung und attraktiven Dividenden gerieten in den Fokus privater Investoren.

Mit den durch die Corona-Pandemie ausgelösten wirtschaftlichen Verwerfungen ändert sich das Bild. Verunsicherte Anleger fragen sich, ob sie ihre Aktien jetzt verkaufen sollten, um weitere Verluste zu vermeiden. Befeuert werden diese Befürchtungen durch die beträchtlichen Kursverluste einstiger Börsen-Platzhirsche, und das weltweit. Sollte man aber wirklich in dieser Situation die eigenen Aktien verkaufen? Oder wäre es besser, darauf zu warten, dass sich die Lage wieder bessert? Gibt es möglicherweise genau jetzt dank der Kursstürze sogar Schnäppchen zu machen?

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Die Situation an den Aktienmärkten: ernst, aber nicht hoffnungslos

Mit der Pandemie brach über Anleger eine vollkommen neue Situation herein. Zuvor konnten Investoren davon ausgehen, dass die eigene Anlage mit eingehender Information und der gebotenen Diversifizierung des Portfolios langfristig zuverlässig gute Renditen abwerfen würde, oft vergoldet durch attraktive Dividenden. Doch selbst die klassischen Vorsichtsmaßnahmen bei der allerbreitesten Aufstellung der Anlage greifen nun nicht mehr. Nicht ein Markt oder Land ist betroffen, statt dessen geraten Volkswirtschaften auf der ganzen Welt in den Sog des Lockdown – und selbst grundsolide Konzerne kommen ins Trudeln.

Der deutsche Leitindex DAX 30 konnte am 19. Februar 2020 seinen bisher höchsten Stand von 13.789 Punkten erzielen. Schon wenige Wochen später richtete Corona auf den Märkten ein Massaker an. Die im DAX repräsentierten Unternehmen mussten einen Monat darauf Kursverluste von ca. 40 Prozent hinnehmen, weltweit sehen die Zahlen nicht besser aus.

Flaute am Himmel: Wohin geht die Reise für die Aktien von Lufthansa, Fraport oder Airbus?

Wohin also mit der eigenen Anlage, zumal konventionelle Bankprodukte dank des Zusammenwirkens von Niedrigzinsen und Inflation auch kein sicherer Hafen mehr sind? Das Virus zeigt die Fragilität der Globalisierung – was einst die Stärke der „neuen Weltordnung“ ausmachte, nämlich ihre internationalen Verflechtungen, lässt nun Lieferketten wie Dominosteine umfallen.

Besonders betroffen sind Logistik, Transport und Tourismus. Und wo Unternehmen, die auf Straße und Schiene aktiv sind, nur mit sinkender Nachfrage und Grenzschließungen zu kämpfen haben, sieht es in der Luft drastisch aus. Bilder von menschenleeren Flughäfen, Rollbahnen voll mit geparkten Maschinen, gehen seit Wochen um die Welt. Für die Unternehmen in der Luftfahrt ist es in der Tat ernst, und auch die Aktien renommierter Konzerne wie Lufthansa, Fraport oder Airbus haben deutliche Kursstürze durchgemacht.

Wo droht der Aktien Crash 2020?

Lufthansa Aktie News: Wie sieht die Prognose aus?

Bislang konnten Investoren mit dem Erwerb der Lufthansa Aktie beruhigt schlafen. Die Airlines mit dem Kranich firmiert inzwischen als Lufthansa Group und hat über den Geschäftsbereich Personenverkehr hinaus viele weitere Facetten. Dazu gehören Lufthansa Cargo, die Maintenance der Maschinen, aber auch ausgegliederte Bereiche wie der firmeneigene Ausbildungs-Sektor. IT und Catering gehören ebenfalls zu den zahlreichen Aktivitäten des Konzerns.

Ausgehend von den Passagierzahlen gilt die Lufthansa als größte europäische Fluggesellschaft, und auch international ist das Unternehmen unter den Big Playern. Beim Forbes Global Ranking der größten börsennotierten internationalen Konzerne kam die Lufthansa 2017 insgesamt auf Platz 372, unter den berücksichtigten Airlines belegte sie den vierten Platz. Das Star Alliance Gründungsmitglied ist einer der bislang solidesten DAX-Konzerne.

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Aktie jedoch auf steilem Abwärtskurs. Das Unternehmen möchte Staatshilfen in Anspruch nehmen und hat dazu sogar seine Tätigkeiten in Steueroasen wie Panama und Guam offengelegt. Finanzexperten sind (noch) nicht überzeugt. Die Lufthansa Aktie Prognose fällt bei den Analysten der meisten Großbanken wenig optimistisch aus.

Goldman Sachs, HSBC und die Deutsche Bank sind unter den Vermögensverwaltern, deren Experten zur Zeit bei den Lufthansa Aktien eine Verkaufsempfehlung aussprechen, nur die Crédit Suisse geht noch davon aus, dass es sich lohnt, die Aktie zu halten – und für einen Kauf spricht sich nur ein Analyst aus.

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Fraport Aktie aktuell: Behalten oder verkaufen?

Besser sieht es aus bei der Fraport Aktie. Der im MDAX gelistete Wert der Betreiberfirma des Frankfurter Flughafens hat zwar ebenfalls in den vergangenen Wochen deutlich verloren, hier sind die Finanzexperten jedoch optimistischer. Die zuvor bei nahezu 80 Euro notierende Fraport Aktie stürzte im März auf ein Tief von 30 Euro, scheint sich jedoch nun zu erholen.

Das Unternehmen richtet sich nach eigenen Angaben auf eine lange Durstrecke ein und erhofft sich bestenfalls bis zum Jahresende 2020 ein Drittel der ursprünglich angepeilten Passagierzahlen – nach einem Rekord von 70 Millionen Reisenden in 2019. Dennoch empfehlen die Analysten der Deutschen Bank, der HSBC und der UBS zur Zeit sogar den Kauf der Aktie – die für Anleger im Moment zum Schnäppchenpreis zu haben ist.

Airbus Aktie Prognose: Nicht vorschnell verkaufen

Wie bei vielen anderen Unternehmen in diesem Sektor haben auch die Airbus Aktien deutlich an Wert verloren. Dazu trägt nicht nur die Corona-Krise bei, sondern vermutlich auch Richard Bransons unlängst zerronnener Traum vom himmlischen Internet, dessen Satelliten Airbus bauen sollte. Die Aktie fiel von rund 140 Euro vor Corona auf nahezu ein Drittel des ursprünglichen Wertes und scheint derzeit in einem volatilen Seitwärtstrend gefangen.

Auch bei Airbus fällt die Bewertung der Analysten deutlich besser aus als im Fall der Lufthansa. Die Experten von immerhin sieben renommierten Investmentbanken sprechen hier eine Kaufempfehlung aus, weitere vier neigen zum Halten der Aktie, und nur einer ist ausdrücklich für einen Verkauf.

Aktien Verluste im Gefolge der Corona-Krise

Ruhe bewahren und langfristig denken

Für Anleger sind weltumspannende Krisen, wie sie die Corona-Pandemie ausgelöst hat, eine besondere Herausforderung. Die Versuchung, überstürzt zu reagieren und in den vermeintlich sicheren Hafen des Tagesgeldkontos zurückzukehren, wird von emotionalen Faktoren gesteuert und ist zumindest zum Teil irrational. Wer überhastet verkauft, macht mit Sicherheit Verluste – wer sich informiert und seine Entscheidung in Ruhe fällt, nach reiflicher Überlegung, kommt möglicherweise glimpflich davon. Experten sind sich darin einig, dass eine Aktienpanik in vielen Fällen größere Verheerungen bewirken kann als die geopolitischen Ereignisse, die ihren Ursprung bilden. Wie die Analysen und Empfehlungen zur Fraport und Airbus Aktie zeigen, begreifen nicht wenige Analysten die Krise auch als Chance, das eigene Portfolio günstig um attraktive Werte zu erweitern.

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